Wärmepumpen-Förderung Niedersachsen

Geprüft am 23. Oktober 2026

Welche Wärmepumpen-Förderung gibt es 2026 in Niedersachsen?

Niedersachsen hat kein landesweites Zuschussprogramm nur für Wärmepumpen, das NBank-Programm „Wärmepumpenquartiere" ist ausgelaufen. Zuschüsse zur Wärmepumpe gibt es über den proKlima-Fonds in Hannover und fünf Umlandkommunen, Anträge für 2026 nur noch bis 31.10.2026. Seit Juli 2026 fördert das Land außerdem klimagerechte Gesamtsanierungen selbst genutzter Häuser mit zinslosen NBank-Darlehen und Zuschüssen, die Basis bleibt die BEG-Bundesförderung.

Welche Förderprogramme gibt es 2026 in Niedersachsen?

Niedersachsen führt derzeit 3 Landesprogramme zusätzlich zur Bundesförderung der KfW. Jeder Eintrag nennt Förderhöhe und Voraussetzungen, Stand Oktober 2026.

proKlima-Fonds (enercity-Fonds) für Hannover und fünf Umlandkommunen

Der proKlima-Fonds bezuschusst 2026 den erstmaligen Einbau einer Wärmepumpe (Gesamtbudget 2026: über 6,2 Mio. €). Fördergebiet sind nur Hannover, Hemmingen, Laatzen, Langenhagen, Ronnenberg und Seelze. Die Förderung ist modular: bis zu 5 % Basisförderung, weitere bis zu 5 %, wenn du die Vorlauftemperatur auf 45 °C senkst, dazu Festbeträge für Erdwärme als Wärmequelle und für die Verbrauchsdatenauswertung. Die oft genannten 20 % erreichen nur Mehrfamilienhäuser mit Flexibilitäts-Bonus. Wer zusätzlich dämmt oder Fenster tauscht, kann den Bonus Wärmepumpe+ (bis 6.000 €) bekommen. Das Budget für die Wärmeversorgung war laut proKlima-Fördermittel-Barometer Ende September 2026 schon zu rund 95 % ausgelastet. Einfamilienhaus: bis 4.000 € mit Luft-WP, bis 8.000 € mit Erdwärme (plus ggf. Bonus Wärmepumpe+)

NBank: klimagerechte Modernisierung selbst genutzter Häuser (seit 07/2026)

Mit der neuen Wohnraumförderrichtlinie (in Kraft seit 01.07.2026) fördert das Land klimagerechte Gesamtsanierungen selbst genutzter Häuser mit einem zinslosen Darlehen plus Zuschuss. Eine Wärmepumpe allein reicht nicht: Gefördert werden Gesamtmaßnahmen, die die Energieeffizienzklasse des Hauses um mindestens zwei Klassen verbessern, nachgewiesen per neuem Energiebedarfsausweis. Der Zuschuss steigt mit jeder weiteren Klasse. Darlehen bis 60 % der Kosten (max. 60.000 €, 20 Jahre zinslos) + Zuschuss 10 bis 30 % (max. 30.000 €)

NBank „Wärmepumpenquartiere" (ausgelaufen)

Das einzige NBank-Wärmepumpenprogramm galt nur für fünf Modellquartiere (Auhagen, Celle, Damme, Hilter a.T.W., Leer) und ist laut NBank ausgelaufen. Ein landesweiter NBank-Zuschuss für Wärmepumpen existiert nicht. Ausgelaufen, keine Neuanträge möglich

Was ist bei einer Wärmepumpe in Niedersachsen regional wichtig?

Heizstruktur, Erdwärme-Genehmigung, Wärmeplanung und Beratung: alle Angaben aus Landesbehörden und Zensus 2022, Stand Oktober 2026.

So heizt Niedersachsen heute

Niedersachsen ist Gas-Land: 72 % der Wohnungen und rund 71 % der Wohngebäude heizen laut Zensus 2022 mit Erdgas (Spitzenwert unter den Flächenländern). Öl liegt bei rund 16 %, Wärmepumpen bei knapp 3 %. Das milde Klima zwischen Nordsee und Harzvorland ist ideal für Luft-Wasser-Wärmepumpen, und auch der Austausch einer mindestens 20 Jahre alten Gasheizung löst den 16-%-Klimabonus aus.

Erdwärme: drei Flächenkategorien, Bohranzeige online

Der Leitfaden Erdwärmenutzung in Niedersachsen ↗ (Umweltministerium und LBEG, GeoBerichte 24) teilt das Land in Flächen ohne Einschränkungen, Flächen mit bekannten Einschränkungsgründen und Flächen, in denen Erdwärme in der Regel nicht möglich ist. Anlagen bis 30 kW sind je nach Standort anzeige- oder erlaubnispflichtig, Anlagen über 30 kW in der Regel erlaubnispflichtig (§§ 8, 9 WHG). Der Weg: Anzeige bzw. Antrag bei der unteren Wasserbehörde mindestens einen Monat vor Bohrbeginn plus Online-Bohranzeige beim LBEG (Norddeutsche Bohranzeige online). Fachliche Fragen beantwortet der Niedersächsische Geothermiedienst (NGD) des LBEG.

Wärmeplanung: strenger als der Bund

Nach dem Niedersächsischen Klimagesetz (NKlimaG) müssen die 95 Mittel- und Oberzentren ihren ersten Wärmeplan bis 31.12.2026 aufstellen, Städte über 100.000 Einwohner hatten bis 30.06.2026 Zeit. Seit der Novelle (in Kraft seit 01.01.2026) gilt die Pflicht für alle Einheits- und Samtgemeinden, ihre Frist endet am 30.06.2028. Das Land weist den neu verpflichteten Gemeinden dafür 2026 bis 2028 jährlich 30.000 € plus 0,30 € je Einwohner zu (Überblick der KEAN zum NKlimaG ↗). Für dich heißt das: In den Mittel- und Oberzentren liegt der Wärmeplan bereits vor oder kommt bis Ende 2026, in kleineren Gemeinden bis Mitte 2028.

Beratung: KEAN

Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) ↗ informiert zur Wärmewende, neutrale Erstberatung für Eigentümer bietet die vom Bund geförderte Energieberatung der Verbraucherzentrale Niedersachsen (Termine bundesweit kostenfrei unter 0800 809 802 400). In Hannover und fünf Umlandkommunen kommt der proKlima-Zuschuss (oben) obendrauf, die proKlima-Hotline erreichst du montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr unter 0511 430-1970.

Häufige Fragen zur Wärmepumpen-Förderung in Niedersachsen

Zahlt Niedersachsen zusätzlich zum Bundeszuschuss?

Die BEG-Bundesförderung (bis 70 %, bei niedrigen Einkommen bis 80 %) ist die zentrale Förderung, einen landesweiten Wärmepumpen-Zuschuss gibt es nicht. In Hannover und fünf Umlandkommunen legt der proKlima-Fonds einen Zuschuss drauf (im Einfamilienhaus bis 4.000 € mit Luft-Wärmepumpe, bis 8.000 € mit Erdwärme. Anträge für 2026 bis 31.10.2026). Wer sein Haus umfassend saniert und die Einkommensgrenzen einhält, bekommt seit Juli 2026 ein zinsloses NBank-Darlehen mit Zuschuss, wenn sich die Effizienzklasse um mindestens zwei Stufen verbessert. EWE zahlt keinen eigenen Förderbonus, sondern unterstützt bei der KfW-Antragstellung und bietet zeitweise Rabattaktionen auf Wärmepumpen, die EWE selbst installiert.

Eignet sich das norddeutsche Klima für Luft-Wärmepumpen?

Ja, das maritime Klima Norddeutschlands mit milden Wintern (selten unter -10 °C) ist ideal für Luft-Wasser-Wärmepumpen. Laut Fraunhofer-ISE-Feldmessungen erreichen moderne Luft-Wasser-WP im Schnitt eine Jahresarbeitszahl von etwa 3,4. In milden Küstenregionen und bei guter Auslegung sind Werte um 4 realistisch.

Gibt es Einschränkungen für Erdwärmebohrungen in Niedersachsen?

Kleine Anlagen bis 30 kW zeigst du mindestens einen Monat vor Bohrbeginn bei der unteren Wasserbehörde an, am einfachsten über die Norddeutsche Bohranzeige online des LBEG. Liegt dein Grundstück in einem Gebiet mit bekannten Einschränkungen, etwa in einem Wasserschutzgebiet, über einer Salzstockhochlage oder bei versalzenem Grundwasser, prüft die Behörde den Einzelfall in einem Erlaubnisverfahren, in den Schutzzonen I und II ist Erdwärme verboten. Größere Anlagen über 30 kW brauchen in der Regel eine wasserrechtliche Erlaubnis. Welche Kategorie für dein Grundstück gilt, zeigt vorab der NIBIS-Kartenserver des LBEG.

Welche Artikel helfen dir weiter?

Diese drei Seiten bringen dich nach der Förderfrage weiter: die Anleitung für den Antrag, der Fahrplan der sinkenden Sätze ab 2027 und der Kostenrechner für dein Haus.

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Andreas Mali

Gründer & Redaktion WärmepumpenGenie

Andreas Mali ist Gründer von WärmepumpenGenie und recherchiert Förderprogramme, Heizkosten und Technikdaten fortlaufend aus Primärquellen (KfW, BAFA, Verbraucherzentralen, Fraunhofer ISE). Mehr über uns und unsere Methodik

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