9 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-08-27
Mit der BEG-Reform vom 21. Juli 2026 hat die Bundesregierung nicht nur die Sätze gekürzt – sie hat auch eine eingebaute Degression beschlossen. Wer den Heizungstausch plant, sollte den Fahrplan kennen:
| Zeitraum | Bonus |
|---|---|
| bis 31.01.2027 | 16 % |
| 01.02.2027 – 31.07.2027 | 12 % |
| 01.08.2027 – 31.01.2028 | 8 % |
| 01.02.2028 – 31.07.2028 | 4 % |
| ab 01.08.2028 | 0 % – Bonus entfällt |
| Zeitraum | Höchstkosten |
|---|---|
| bis 31.01.2027 | 28.000 € |
| ab 01.02.2027 | minus 750 € je Halbjahr |
| 2030 | 22.000 € |
Beispiel: Öl-Austausch, mittleres Einkommen (30-%-Einkommensbonus), Wärmepumpe mit 28.000 € förderfähigen Kosten:
Wie viel Zuschuss aktuell (Antrag bis 31.01.2027) tatsächlich fließt, hängt vor allem vom zu versteuernden Einkommen (zvE) ab. Drei Beispiele – jeweils Austausch einer alten Öl- oder Gasheizung (16 % Klimabonus) und 28.000 € förderfähige Kosten:
| Beispiel | zvE | Rechnung | Fördersatz | Zuschuss | Eigenanteil |
|---|---|---|---|---|---|
| Haushalt mit niedrigem Einkommen | 28.000 € | 30 + 16 + 40 = 86 % | gedeckelt 80 % | 22.400 € | 5.600 € |
| Haushalt mit mittlerem Einkommen | 38.000 € | 30 + 16 + 30 = 76 % | gedeckelt 70 % | 19.600 € | 8.400 € |
| Haushalt ohne Einkommensbonus | 55.000 € | 30 + 16 = 46 % | 46 % | 12.880 € | 15.120 € |
Zur Einordnung: Der Einkommensbonus beträgt 40 % bis 30.000 € zvE, 30 % bis 40.000 € und 10 % bis 50.000 € – dazu kommt ein Familien-Freibetrag von 10.000 €, der die maßgebliche Einkommensgrenze entsprechend anhebt. Über 50.000 € zvE (nach Freibetrag) gibt es keinen Einkommensbonus mehr; dann zählen nur Grundförderung und Klimabonus. Genau dieser Klimabonus ist es aber, den die Degression ab 2027 Schritt für Schritt abschmilzt – Haushalte ohne Einkommensbonus trifft das relativ am stärksten.
Rechnen wir das dritte Beispiel (46 % Fördersatz, ohne Einkommensbonus) durch alle Degressionsstufen – gleiche Anlage, gleiche Kosten, nur der Antragszeitpunkt ändert sich:
| Antragszeitraum | Klimabonus | Höchstkosten | Fördersatz | Zuschuss | Verlust ggü. heute |
|---|---|---|---|---|---|
| bis 31.01.2027 | 16 % | 28.000 € | 46 % | 12.880 € | – |
| 02/2027 – 07/2027 | 12 % | 27.250 € | 42 % | 11.445 € | −1.435 € |
| 08/2027 – 01/2028 | 8 % | 26.500 € | 38 % | 10.070 € | −2.810 € |
| 02/2028 – 07/2028 | 4 % | 25.750 € | 34 % | 8.755 € | −4.125 € |
| ab 08/2028 | 0 % | 25.000 € | 30 % | 7.500 € | −5.380 € |
Die Degression wirkt also doppelt: Der Fördersatz sinkt (Klimabonus −4 Prozentpunkte je Halbjahr), und gleichzeitig schrumpft die Bemessungsgrundlage (Höchstkosten −750 € je Halbjahr). Schon die erste Stufe ab Februar 2027 kostet in diesem Beispiel 1.435 € – wer bis nach dem endgültigen Wegfall des Klimabonus im August 2028 wartet, verliert 5.380 € gegenüber einem Antrag heute. Haushalte mit Einkommensbonus sind zunächst durch den 70-/80-%-Deckel geschützt (im 76-%-Beispiel oben kostet die erste Stufe nur 525 €), aber auch bei ihnen schlagen die sinkenden Höchstkosten mit jeder Stufe voll durch.
Maßgeblich ist das Datum der Förderzusage, nicht der Einbau. Wer jetzt beantragt, sichert sich die aktuellen Sätze – auch wenn der Einbau erst Monate später erfolgt. So gehst du vor:
Ausführlich beschreiben wir den kompletten Ablauf in der Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Förderung.
Die Zeiten der 70-Prozent-Förderung laufen ab – planbar und in Stufen. Für alle, die den Austausch einer alten Öl- oder Gasheizung ohnehin erwägen, ist das Zeitfenster bis Januar 2027 das beste: voller 16-%-Klimabonus und die höchsten förderfähigen Kosten. Unser Wärmepumpen-Check zeigt dir in 2 Minuten, welche Förderung du aktuell bekommst.