Brauchwasserwärmepumpe 2026: Kosten, Testsieger & Ersparnis

Geprüft am 02. Oktober 2026

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10 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02

Was kostet eine Brauchwasserwärmepumpe und wann lohnt sie sich?

Eine Brauchwasserwärmepumpe kostet laut Stiftung Warentest (Heft 7/2026) im Schnitt 2.775 € plus rund 500 € Einbau und braucht im 4-Personen-Haushalt rund 800 bis 1.070 kWh Strom im Jahr. Gegenüber Durchlauferhitzer oder Elektroboiler sparst du damit rund 590 bis 790 € jährlich, die Anlage ist nach etwa 4 bis 6 Jahren bezahlt. Am meisten lohnt sie sich bei elektrischer Warmwasserbereitung, bei einer alten Öl- oder Gasheizung, die im Sommer ausbleiben soll, und mit eigener PV-Anlage.

Eine Brauchwasserwärmepumpe (auch Warmwasser- oder Trinkwasser-Wärmepumpe) ist eine kleine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die fest auf einem Speicher mit 200 bis 300 Litern sitzt und ausschließlich Warmwasser bereitet. Sie saugt Luft an, meist die Raumluft im Keller oder Hauswirtschaftsraum, wahlweise über Kanäle Außenluft, entzieht ihr Wärme und erwärmt damit das Trinkwasser. Die Vaillant aroSTOR plus etwa schafft mit der Wärmepumpe allein bis 60 °C, mit Heizstab bis 65 °C.

Die Effizienz wird als COP nach EN 16147 angegeben. Laut Bosch ↗ erreichen Brauchwasserwärmepumpen im Schnitt einen COP von 3,0 bis 3,5, die Verbraucherzentrale nennt für gute Geräte eine Jahresarbeitszahl von 3 bis 4. Für die aroSTOR plus gibt Vaillant ↗ 3,15 bis 3,43 im Prüfpunkt A7/W55 und 3,66 bis 3,86 bei 14 °C Lufttemperatur an, für den Testsieger WWK-I 300 Plus nennt Stiebel Eltron 4,06. Drei bis vier Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom: Das ist der Kern des Sparmodells.

Zwei Nebeneffekte gehören dazu: Der Aufstellraum wird kühler und trockener, was im Vorratskeller willkommen ist, neben dem Wohnzimmer aber nicht. Und das Gerät braucht Luftvolumen: Stiftung Warentest und Vaillant nennen mindestens 20 m³. Neue Geräte arbeiten mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan). Die Schallleistung liegt bei der aroSTOR plus bei 50 bis 54 dB(A), beim Testsieger bei 56,5 dB(A): hörbar, im Keller aber meist unproblematisch.

Welche Brauchwasserwärmepumpe ist Testsieger bei Stiftung Warentest?

Testsieger der Stiftung Warentest (Heft 7/2026) ist die Stiebel Eltron WWK-I 300 Plus, als einziges von fünf Geräten mit der Note „sehr gut" (1,5). Getestet wurden fünf Brauchwasserwärmepumpen mit 260 bis 300 Litern Speicher, und kein Modell fiel durch.

Die vollständigen Noten der übrigen Geräte stehen im kostenpflichtigen Testbericht auf test.de ↗.

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Was kosten Gerät, Einbau und Betrieb einer Brauchwasserwärmepumpe?

Gerät und Einbau kosten zusammen meist rund 2.900 bis 3.900 €, dazu kommen im 4-Personen-Haushalt etwa 300 bis 395 € Stromkosten im Jahr bei 37 ct/kWh. Mit einem günstigen Neukundentarif um 31 ct/kWh sind es rund 250 bis 330 €.

PositionKostenQuelle
Gerät mit 260–300 Liternrund 2.400–3.400 €, im Schnitt 2.775 €Stiftung Warentest 7/2026
Einbau (Wasser- und Stromanschluss)rund 500 €, laut Bosch 300–500 €Stiftung Warentest, Bosch
Komplettmeist rund 2.900–3.900 €eigene Rechnung
Strom, 4 Personen, COP 3,0800–1.070 kWh, also 296–395 € bei 37 ct/kWheigene Rechnung nach Bosch

Zum Vergleich: Ein elektrischer Durchlauferhitzer oder Boiler ist in der Anschaffung günstiger, verbraucht aber rund dreimal so viel Strom. Und die Warmwasserbereitung über einen alten Öl- oder Gaskessel ist im Sommer besonders ineffizient, weil der Kessel für wenig Warmwasser immer wieder anspringt.

Wie viel spart eine Brauchwasserwärmepumpe gegenüber Boiler und Gasheizung?

Gegenüber Durchlauferhitzer oder Elektroboiler spart eine Brauchwasserwärmepumpe im 4-Personen-Haushalt rund 590 bis 790 € im Jahr, gegenüber der Warmwasserbereitung mit einem alten Gaskessel im Sommer rund 130 bis 175 €. Bosch beziffert den Wärmebedarf für Warmwasser auf 600 bis 800 kWh pro Person und Jahr, bei vier Personen also 2.400 bis 3.200 kWh.

System (4 Personen)Energie pro JahrKosten pro Jahr
Durchlauferhitzer oder Elektroboiler (37 ct/kWh)2.400–3.200 kWh Strom888–1.184 €
Gaskessel im Sommerbetrieb (Nutzungsgrad 70 %, Annahme, 12,45 ct/kWh)3.430–4.570 kWh Gas427–569 €
Brauchwasserwärmepumpe (COP 3,0, 37 ct/kWh)800–1.070 kWh Strom296–395 €
Brauchwasserwärmepumpe mit PV (Annahme: 50 % Solarstrom)400–530 kWh Netzstrom148–197 €

Gegenüber dem Durchlauferhitzer sparst du rund 590 bis 790 € im Jahr, die Anlage hat sich nach etwa 4 bis 6 Jahren bezahlt. Gegenüber der Gas-Warmwasserbereitung sind es 130 bis 175 € jährlich, die Verbraucherzentrale ↗ kommt mit JAZ 4 auf rund 156 €. Hier rechnet sich die Brauchwasserwärmepumpe vor allem über PV-Strom und den abgeschalteten Kessel im Sommer. Der Nutzungsgrad des Kessels ist eine Annahme: Bei sehr alten Kesseln mit großen Bereitschaftsverlusten liegt er niedriger, die Ersparnis also höher. Beim Solarstrom kommt die entgangene Einspeisevergütung hinzu, im Beispiel rund 30 bis 40 € im Jahr.

Lohnt sich eine Brauchwasserwärmepumpe mit alter Heizung und Photovoltaik?

Ja, in beiden Fällen: Mit alter Heizung bleibt der Kessel außerhalb der Heizperiode komplett aus, mit Photovoltaik läuft die Warmwasserbereitung im Sommer überwiegend mit eigenem Solarstrom.

Mit alter Heizung: Das ist der klassische Einsatzfall. Im Sommer bleibt der Öl- oder Gaskessel aus, die Brauchwasserwärmepumpe übernimmt allein. Das spart Brennstoff und Verschleiß durch ständiges Anspringen. Im Winter läuft der Kessel weiter und kann den Speicher über einen zusätzlichen Wärmetauscher mitversorgen. Ein ehrlicher Hinweis: Im Winter stammt ein Teil der Kellerwärme aus den Rohrverlusten der Heizung, die Wärmepumpe nutzt dann indirekt Heizwärme.

Mit Photovoltaik: Hier spielt die Brauchwasserwärmepumpe ihre Stärke aus. Über einen PV- oder SG-Ready-Kontakt lädt sie den Speicher gezielt bei Überschuss und hebt dafür die Solltemperatur an. Ein 300-Liter-Speicher, von 15 auf 60 °C aufgeheizt, speichert rund 15,7 kWh Wärme. Bei COP 3 sind das etwa 5 kWh Solarstrom, die sonst für 7,70 ct/kWh ins Netz gingen. Für PV-Anlagen, die ab 2027 in Betrieb gehen, sieht der Kabinettsentwurf zum EEG 2027 nur noch eine befristete Übergangszahlung von anfangs 5,2 ct/kWh vor, der Eigenverbrauch wird also noch wertvoller. Wie viel PV-Strom dein Dach liefert, zeigt der PV-Rechner von photovoltaikgenie.de ↗, die Kombination mit einer Heizungswärmepumpe erklärt der Ratgeber Wärmepumpe und Photovoltaik.

Wann sie sich nicht lohnt: Wenn du in den nächsten zwei, drei Jahren ohnehin auf eine Heizungswärmepumpe umsteigst. Die übernimmt das Warmwasser mit, ein zweites Gerät wäre doppelt investiert.

Brauchwasserwärmepumpe oder gleich eine Heizungswärmepumpe?

Ist deine Öl- oder Gasheizung in die Jahre gekommen, ist die Heizungswärmepumpe meist die bessere Investition: Sie übernimmt Heizung und Warmwasser und wird mit bis zu 46 % gefördert, mit Einkommensbonus sogar mit bis zu 80 %. Die Brauchwasserwärmepumpe ist die günstige Lösung, wenn die alte Heizung noch einige Jahre laufen soll.

Im Beispielhaus mit 140 m² kostet die alte Ölheizung bei 172,6 ct/l (Tecson, 02.10.2026) rund 3.987 € im Jahr, die Gasheizung bei 12,45 ct/kWh rund 2.707 €. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe kommt mit 25 ct/kWh auf 1.359 € für Heizung und Warmwasser zusammen. Bei Antrag bis 31.01.2027 gibt es im Einfamilienhaus bis zu 12.880 € Zuschuss, ab 01.02.2027 sind es noch 11.445 €. Wie der Umstieg abläuft, zeigt der Ratgeber Ölheizung ersetzen, was die Heizarten 2027 kosten, der Ratgeber Heizkosten 2026 und 2027. Im Wärmepumpen-Check kannst du kostenlose Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region vergleichen.

Wird eine Brauchwasserwärmepumpe 2026 gefördert?

Als Einzelmaßnahme nicht, wohl aber als Umfeldmaßnahme: Laut KfW-Infoblatt ↗ ist eine Brauchwasserwärmepumpe mitförderfähig, wenn gleichzeitig ein förderfähiger Wärmeerzeuger wie eine Heizungswärmepumpe oder eine förderfähige Lüftungsanlage eingebaut wird. Voraussetzung: Sie nutzt keine Raumluft aus beheizten Bereichen als Wärmequelle.

Drei Wege gibt es:

  1. Als Umfeldmaßnahme in der KfW-Förderung 458: Wird die Brauchwasserwärmepumpe zusammen mit einer geförderten Heizungswärmepumpe, Biomasseheizung oder Solarthermieanlage eingebaut, zählen ihre Kosten zu den förderfähigen Ausgaben, mit dem Fördersatz der Hauptmaßnahme von 30 bis 80 %. Weitere technische Mindestanforderungen stellt die KfW dann nicht, und die Bestellpflicht für ein intelligentes Messsystem gilt für sie nicht, solange sie nicht nach § 14a gesteuert werden muss. Geeignet ist zum Beispiel Luft aus einem unbeheizten Keller außerhalb der gedämmten Hülle oder Außenluft über Kanäle. Kläre das vorab mit deinem Fachbetrieb oder Energieeffizienz-Experten.
  2. Steuerbonus für Handwerkerleistungen (§ 35a EStG ↗): 20 % der Lohnkosten, höchstens 1.200 € im Jahr, direkt von der Steuerschuld. Das gilt nicht zusammen mit einem Zuschuss für dieselbe Maßnahme.
  3. Regionale Programme: Einzelne Kommunen und Stadtwerke bezuschussen Warmwasser-Wärmepumpen oder PV-gekoppelte Geräte. Ein Blick in den Förder-Atlas von photovoltaikgenie.de ↗ und auf die Website deiner Stadtwerke lohnt sich.

Alle Programme für Wärmepumpen findest du auf unserer Seite Förderung.

Wie heiß muss das Warmwasser sein, damit sich keine Legionellen bilden?

Das Umweltbundesamt ↗ empfiehlt, am Austritt des Warmwasserspeichers stets mindestens 60 °C einzuhalten und im ganzen Leitungsnetz mindestens 55 °C. Eine gute Brauchwasserwärmepumpe schafft das: Die Vaillant aroSTOR plus erreicht 60 °C allein mit der Wärmepumpe, für die Legionellenschutzfunktion heizt der Heizstab auf 63 °C.

Höhere Temperaturen kosten die Wärmepumpe etwas Effizienz. Spare deshalb lieber bei Zirkulationszeiten und Wassermenge: Laut Umweltbundesamt kommen Spararmaturen mit 6 bis 9 statt 12 bis 15 Litern pro Minute aus. Wenig genutzte Leitungsabschnitte solltest du regelmäßig durchspülen, denn Legionellen können sich laut Umweltbundesamt auch in Kaltwasserleitungen vermehren, wenn das Wasser lange steht.

Welche Vor- und Nachteile hat eine Brauchwasserwärmepumpe und worauf solltest du beim Kauf achten?

Die größten Vorteile sind rund 70 % weniger Strom als ein elektrischer Warmwasserbereiter und ein Kessel, der im Sommer ausbleibt. Die größten Nachteile sind die fehlende Förderung als Einzelmaßnahme und der nötige Aufstellraum von mindestens 20 m³, der dabei kühler wird.

VorteileNachteile
rund 70 % weniger Strom als elektrische Warmwasserbereiter (Verbraucherzentrale)keine Förderung als Einzelmaßnahme
Kessel bleibt im Sommer ausAufstellraum ab 20 m³ nötig, wird kühler
speichert PV-Überschuss als WarmwasserSchallleistung um 50 bis 56,5 dB(A), nichts für den Wohnbereich
einfacher Einbau, kein AußengerätAufheizen dauert Stunden, die Speichergröße muss passen
Keller wird entfeuchtetim Winter teils indirekt genutzte Heizwärme

Worauf du beim Kauf achten solltest:

Fazit: Die Brauchwasserwärmepumpe ist der günstigste Einstieg in die Wärmepumpentechnik, vor allem für Haushalte mit Elektroboiler, alter Heizung oder PV-Dach. Sie ersetzt aber keine Heizungsmodernisierung. Wenn du ohnehin über den kompletten Heizungstausch nachdenkst, rechnet der Wärmepumpen-Rechner beide Varianten für dein Haus durch. Ob für dein Dach eher Solarthermie oder Photovoltaik passt, klärt der Ratgeber Solarthermie oder Photovoltaik mit Wärmepumpe.

Quellen und weiterführende Links

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Häufige Fragen

Wie viel Strom verbraucht eine Brauchwasserwärmepumpe im Jahr?

Ein 4-Personen-Haushalt braucht laut Bosch rund 2.400 bis 3.200 kWh Wärme für Warmwasser. Bei einem COP von 3,0 verbraucht die Brauchwasserwärmepumpe dafür etwa 800 bis 1.070 kWh Strom, bei 37 ct/kWh also rund 300 bis 395 € im Jahr. Ein Durchlauferhitzer benötigt für dieselbe Wärme rund dreimal so viel Strom.

Wird der Keller durch die Brauchwasserwärmepumpe zu kalt?

Der Aufstellraum kühlt spürbar ab und wird trockener. In einem Vorratskeller oder Hauswirtschaftsraum mit mindestens 20 m³ Volumen ist das unproblematisch, teils sogar erwünscht. Ist der Raum bewohnt oder sehr klein, betreibst du das Gerät besser über Luftkanäle mit Außenluft.

Wie laut ist eine Brauchwasserwärmepumpe?

Die Schallleistung liegt bei der Vaillant aroSTOR plus bei 50 bis 54 dB(A), beim Testsieger Stiebel Eltron WWK-I 300 Plus bei 56,5 dB(A) im Umluftbetrieb. Das ist hörbar, im Keller oder Hauswirtschaftsraum aber meist unproblematisch. Neben Wohn- oder Schlafräumen solltest du das Gerät nicht aufstellen.

Brauchwasserwärmepumpe oder Durchlauferhitzer: Was ist günstiger?

In der Anschaffung der Durchlauferhitzer, im Betrieb klar die Brauchwasserwärmepumpe: Sie spart bei vier Personen rund 590 bis 790 € Stromkosten im Jahr und hat sich damit nach etwa 4 bis 6 Jahren bezahlt. Voraussetzung sind ein passender Aufstellraum und ein Speicher mit 200 bis 300 Litern.

Welche Speichergröße brauche ich für vier Personen?

Laut Bosch reichen für einen 4-Personen-Haushalt 200 bis 260 Liter, für 6 bis 8 Personen sind es 300 Liter. Bosch rechnet mit 30 bis 50 Litern Warmwasser pro Person und Tag. Willst du viel Solarstrom als Warmwasser speichern, ist ein größerer Speicher von Vorteil.

Kann ich die Brauchwasserwärmepumpe steuerlich absetzen?

Ja, über den Steuerbonus für Handwerkerleistungen nach § 35a EStG: 20 % der Lohnkosten, höchstens 1.200 € im Jahr, direkt von der Steuerschuld. Das gilt aber nicht, wenn du für dieselbe Maßnahme einen Zuschuss bekommst. Wird die Brauchwasserwärmepumpe zusammen mit einer Heizungswärmepumpe eingebaut, ist die KfW-Förderung als Umfeldmaßnahme meist der größere Vorteil.

Andreas Mali

Gründer & Redaktion WärmepumpenGenie

Andreas Mali ist Gründer von WärmepumpenGenie und recherchiert Förderprogramme, Heizkosten und Technikdaten fortlaufend aus Primärquellen (KfW, BAFA, Verbraucherzentralen, Fraunhofer ISE). Mehr über uns und unsere Methodik

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