Wärmepumpe mit Photovoltaik: Kosten, Ersparnis & Tipps 2026

Geprüft am 02. Oktober 2026

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10 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02

Lohnt sich die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik 2026?

Ja, Wärmepumpe und Photovoltaik passen gut zusammen: Jede Kilowattstunde vom eigenen Dach kostet in der Erzeugung laut Fraunhofer ISE nur 6 bis 14 ct und ersetzt Netzstrom für rund 25 ct (Wärmepumpentarif) bis 37 ct (Haushaltsstrom). Im Feldtest des Fraunhofer ISE deckten Häuser mit Wärmepumpe und PV 25 bis 40 % ihres gesamten Strombedarfs selbst, mit Batteriespeicher 32 bis 62 %. Weil die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen ab 2027 nach dem Kabinettsentwurf entfallen soll, wird es noch wertvoller, den Solarstrom selbst in der Wärmepumpe zu nutzen.

Im Beispielhaus mit 140 m² und alter Gasheizung sinken die Heizkosten mit Wärmepumpe von 2.707 € auf 1.359 € im Jahr. Kommt ein Viertel des Wärmepumpenstroms vom eigenen Dach, sind es nur noch rund 1.124 €. Wie wir rechnen, steht weiter unten.

Wie viel Wärmepumpenstrom kann eine PV-Anlage decken?

Ohne Batteriespeicher kamen im Fraunhofer-Feldtest 13 bis 36 % des Wärmepumpenstroms vom eigenen Dach, mit Batterie 17 bis 55 %, je nachdem, ob der Solarstrom zuerst dem Haushalt oder der Wärmepumpe zugerechnet wird. Der Grund für die Grenze: Die Wärmepumpe braucht den meisten Strom im Winter, die PV-Anlage liefert den meisten im Sommer.

Kennzahl (Fraunhofer ISE, je drei Anlagen)ohne Batteriemit Batterie
Autarkie des ganzen Hauses inklusive Wärmepumpe25–40 %32–62 %
Anteil des Wärmepumpenstroms vom eigenen Dach13–36 %17–55 %
Eigenverbrauch (Anteil des PV-Stroms, der im Haus bleibt)22–37 %40–83 %

Den höchsten Eigenverbrauch von 83 % erreichte eine Anlage mit zusätzlicher Ladestation fürs E-Auto. Am meisten bringt die Kombination laut Fraunhofer ISE ↗ in Frühjahr und Herbst, wenn Sonnenertrag und Wärmebedarf gut zusammenpassen. Morgens zwischen 4 und 7 Uhr blieb dagegen oft Netzbezug, weil die Batterie die Lastspitzen der Warmwasserbereitung nicht ganz decken konnte. Die Verbraucherzentrale ↗ nennt ähnliche Größen: Ohne Batteriespeicher deckt PV etwa 20 bis 30 % des Jahresstrombedarfs für Haushalt und Wärmepumpe, mit Speicher rund 40 %.

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Was kosten Wärmepumpe und PV zusammen und was sparst du?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz im Schnitt 36.400 €, eine PV-Anlage mit 10 kWp laut Verbraucherzentrale ↗ 12.000 bis 25.000 € und ein passender Batteriespeicher 4.000 bis 7.000 €. Für die Wärmepumpe gibt es bei Antrag bis 31.01.2027 im Einfamilienhaus bis zu 12.880 € Zuschuss, für PV-Anlage und Speicher fällt keine Mehrwertsteuer an.

Rechenbeispiel: Einfamilienhaus mit 140 m², Baujahr 1970 bis 1990, teilweise gedämmt, 18.480 kWh Wärmebedarf. Die alte Gasheizung kostet bei 12,45 ct/kWh und einem Nutzungsgrad von 0,85 rund 2.707 € im Jahr. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe mit JAZ 3,4 braucht 5.435 kWh Strom. Annahme: 25 % davon kommen vom Dach (Fraunhofer ohne Batterie: 13 bis 36 %). Für den selbst genutzten Solarstrom setzen wir die entgangene Einspeisevergütung von 7,70 ct/kWh an.

Positionohne PVmit PV, 25 % Solaranteil
Netzstrom zum Wärmepumpentarif (25 ct/kWh)5.435 kWh = 1.359 €4.076 kWh = 1.019 €
Solarstrom vom Dach (entgangene Vergütung 7,70 ct/kWh)0 €1.359 kWh = 105 €
Stromkosten der Wärmepumpe pro Jahr1.359 €1.124 €
Heizkosten der alten Gasheizung pro Jahr2.707 €2.707 €
Ersparnis pro Jahr1.348 €1.583 €

Mit Batteriespeicher und 45 % Solaranteil sinken die Stromkosten der Wärmepumpe auf rund 936 €, die Ersparnis steigt auf rund 1.771 € im Jahr. Dafür kostet der Speicher extra.

Was sich die Wärmepumpe zurückverdient: Nach 46 % Förderung (30 % Grundförderung plus 16 % Klimabonus) bleiben von 36.400 € noch 23.520 € Eigenanteil. Steht ohnehin eine neue Gasheizung für im Schnitt 16.000 € an, zählt nur der Aufpreis von 7.520 €. Bei 1.348 € Ersparnis ist er nach 5 bis 7 Jahren zurück. Kommen 25 % des Wärmepumpenstroms von einer ohnehin vorhandenen oder geplanten PV-Anlage (1.583 € Ersparnis im Jahr), sind es knapp 5 Jahre. Mit 30 % Einkommensbonus schrumpft der Aufpreis auf rund 800 €, mit 40 % ist die Wärmepumpe nach Förderung sogar günstiger als die neue Gasheizung (14.000 € statt 16.000 €).

Die PV-Anlage trägt sich zusätzlich über den Eigenverbrauch im Haushalt und die Einspeisung. Wie wirtschaftlich sie für sich genommen ist, kannst du mit dem PV-Rechner unseres Schwesterportals ↗ durchspielen. Ausführlich aus PV-Sicht erklärt das Thema der Ratgeber Photovoltaik und Wärmepumpe kombinieren ↗ auf photovoltaikgenie.de.

Lohnt sich eine Wärmepumpe auch ohne Photovoltaik?

Ja, auch ohne PV-Anlage ist die Wärmepumpe die günstigste Heizung. Der Heizspiegel 2026 ↗ rechnet für ein Einfamilienhaus mit 130 m² im Jahr 2026 mit 1.300 € Heizkosten für die Wärmepumpe, 1.930 € für Gas und 2.745 € für Heizöl.

Im Beispielhaus spart die Wärmepumpe ohne PV 1.348 € im Jahr gegenüber der alten Gasheizung und 2.628 € gegenüber einer Ölheizung (172,6 ct/l laut Tecson am 02.10.2026). Die PV-Anlage kannst du auch später ergänzen. Plane dann beim Einbau der Wärmepumpe gleich Zählerplatz und SG-Ready-Schnittstelle mit. Wie sich die Heizkosten 2027 entwickeln, zeigt der Ratgeber Heizkosten 2026 und 2027.

Wie groß sollte die PV-Anlage für eine Wärmepumpe sein?

Plane die Anlage so, dass sie übers Jahr ungefähr deinen Strombedarf aus Haushalt und Wärmepumpe erzeugt, und achte darauf, dass mindestens 30 % des Solarstroms im Haus verbraucht werden, wie es die Verbraucherzentrale empfiehlt. Im Beispielhaus brauchen Haushalt (angenommen 3.500 kWh) und Wärmepumpe (5.435 kWh) zusammen rund 8.900 kWh im Jahr.

Wie steuere ich die Wärmepumpe mit PV-Überschuss?

Über eine SG-Ready-Schnittstelle oder einen Energiemanager: Liefert die PV-Anlage mehr Strom, als der Haushalt gerade braucht, hebt die Wärmepumpe die Solltemperatur von Warmwasser- oder Pufferspeicher an und speichert die Sonnenenergie als Wärme. So verschiebst du Verbrauch in die Mittagsstunden.

Im Fraunhofer-Feldtest senkte eine typische Strategie (Warmwasser 5 Grad wärmer, Heizkurve 2 Grad höher bei PV-Überschuss) die Jahresarbeitszahl nur um etwa 6 % im Warmwasser- und 4 % im Heizbetrieb. Der Effizienzverlust ist gegenüber dem Kostenvorteil klein, solange der Heizstab nicht zusätzlich anspringt.

Wärme lässt sich laut Fraunhofer viel günstiger speichern als Strom. Ein Pufferspeicher kostet in Wärmepumpenangeboten im Median 1.237 € (VZ Rheinland-Pfalz), ein Batteriespeicher fürs Einfamilienhaus 4.000 bis 7.000 €. Die Verbraucherzentrale rät, einen Batteriespeicher so zu bemessen, dass er den Strombedarf einer Nacht abdeckt. Mit einer Brauchwasserwärmepumpe lässt sich Solarstrom ebenfalls als Warmwasser speichern, siehe Ratgeber Brauchwasserwärmepumpe. Weitere Einstellungen, die Strom sparen, sammelt der Ratgeber Wärmepumpe Stromverbrauch senken.

Welcher Stromtarif passt zu Wärmepumpe und PV?

Mit PV-Anlage sind meist die Kaskadenmessung mit Wärmepumpentarif oder ein gemeinsamer Zähler mit dem § 14a-Rabatt nach Modul 1 die beste Lösung. Zwei getrennte Zähler sperren den Solarstrom von der Wärmepumpe aus.

Ein Wärmepumpentarif kostet laut Verbraucherzentrale NRW im Schnitt 24 ct/kWh plus rund 140 € Grundpreis im Jahr, Haushaltsstrom im Schnitt 37,0 ct/kWh (BDEW 2026). Als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG bekommt deine Wärmepumpe reduzierte Netzentgelte, im Gegenzug darf der Netzbetreiber sie bei Engpässen kurzzeitig drosseln, mindestens 4,2 kW bleiben verfügbar. Achte auf die Sperrzeiten alter Tarife: Laut Fraunhofer mindern sie die PV-Nutzung deutlich. Welche Variante bei dir vorn liegt, rechnet der Ratgeber Wärmepumpentarif und § 14a EnWG durch.

Lässt sich eine Wallbox für das E-Auto einbinden?

Ja, Wallbox, Wärmepumpe und PV lassen sich über einen Energiemanager koppeln, dann lädt überschüssiger Solarstrom tagsüber das Auto. Auch private Wallboxen mit mehr als 4,2 kW gelten laut Bundesnetzagentur als steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a und bekommen einen Netzentgeltrabatt.

Was ändert sich 2027 für neue PV-Anlagen?

Nach dem Kabinettsentwurf für das EEG 2027 sollen neue PV-Anlagen ab dem 01.01.2027 keine 20 Jahre feste Einspeisevergütung mehr bekommen, sondern nur noch eine befristete Übergangszahlung von anfangs 5,2 ct/kWh für bis zu 36 Monate. Anlagen, die noch 2026 in Betrieb gehen, erhalten weiter 20 Jahre lang die bisherige Vergütung, für Überschusseinspeisung bis 10 kWp derzeit 7,70 ct/kWh.

Der Entwurf ist laut Verbraucherzentrale ↗ (Stand August 2026) noch im parlamentarischen Verfahren, Änderungen sind möglich. Die aktuellen Vergütungssätze veröffentlicht die Bundesnetzagentur ↗. Für die Kombination mit der Wärmepumpe heißt das: Jede Kilowattstunde, die du selbst nutzt statt einzuspeisen, wird wertvoller. Wer die PV-Anlage ohnehin plant, kann mit einer Inbetriebnahme noch 2026 die bisherige Vergütung sichern.

Welche Steuervorteile und welche Förderung gibt es für PV und Wärmepumpe?

Die PV-Anlage ist steuerlich begünstigt, die Wärmepumpe wird über die KfW bezuschusst. Für Kauf und Installation von PV-Anlage und Speicher fällt keine Mehrwertsteuer an, die Erträge sind in der Regel einkommensteuerfrei.

Regionale Zuschüsse für PV-Anlagen und Speicher findest du im Förder-Atlas von photovoltaikgenie.de ↗, alle Schritte zum Wärmepumpen-Zuschuss im Ratgeber Wärmepumpe Förderung beantragen.

Welche Fehler solltest du bei Wärmepumpe und PV vermeiden?

Die häufigsten Fehler sind ein schlecht abgestimmtes Zählerkonzept, Sperrzeiten in den Sonnenstunden, ein Heizstab, der den Solarstrom verheizt, ein zu großer Batteriespeicher und eine Wärmepumpe ohne passende Schnittstelle.

  1. Zwei getrennte Zähler ohne Kaskade: Dann erreicht kein Solarstrom die Wärmepumpe.
  2. Ungünstige Sperrzeiten und Speicherbeladung: Laut Fraunhofer mindern sie die PV-Nutzung deutlich.
  3. Heizstab statt Wärmepumpe: Für PV-Überschuss lieber die Wärmepumpe nutzen. Fraunhofer empfiehlt beim Heizstab eine Kosten-Nutzen-Betrachtung, weil er Strom nur eins zu eins in Wärme umwandelt.
  4. Batterie zu groß: Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine Größe für den Strombedarf einer Nacht.
  5. Keine digitale Schnittstelle: Für die KfW-Förderung braucht die Wärmepumpe eine Schnittstelle für die Steuerung nach § 14a, ab dem 01.07.2027 in einem einheitlichen Format wie EEBUS.

Du willst wissen, was Wärmepumpe und PV in deinem Haus bringen? Mit dem Wärmepumpen-Rechner siehst du deine Heizkosten, und im Wärmepumpen-Check kannst du kostenlose Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region vergleichen. Frag dabei gleich nach, ob der Betrieb Kaskadenmessung und SG-Ready-Steuerung mitplant. Ob statt PV auch Solarthermie infrage kommt, klärt der Ratgeber Solarthermie oder Photovoltaik mit Wärmepumpe.

Quellen und weiterführende Links

Weiterlesen

Häufige Fragen

Kann eine PV-Anlage die Wärmepumpe im Winter versorgen?

Nur zu einem kleinen Teil, denn im Winter braucht die Wärmepumpe am meisten Strom und die PV-Anlage liefert am wenigsten. Am meisten bringt die Kombination laut Fraunhofer ISE in Frühjahr und Herbst. Übers Jahr kamen im Feldtest ohne Batterie 13 bis 36 % des Wärmepumpenstroms vom eigenen Dach, mit Batterie 17 bis 55 %.

Lohnt sich ein Batteriespeicher zur Wärmepumpe?

Er erhöht die Autarkie deutlich: Im Fraunhofer-Feldtest deckten Häuser mit Wärmepumpe und PV ohne Batterie 25 bis 40 % ihres Strombedarfs selbst, mit Batterie 32 bis 62 %. Ein Speicher kostet laut Verbraucherzentrale 4.000 bis 7.000 €, und Fraunhofer setzt für PV-Strom mit Speicher 16 statt 10 ct/kWh Gestehungskosten an. Wärme lässt sich günstiger speichern, stell deshalb zuerst die Wärmepumpe auf Solarüberschuss ein.

Was bedeutet SG Ready bei Wärmepumpen?

SG Ready (Smart Grid Ready) ist eine Schnittstelle, über die ein Energiemanager oder die PV-Anlage der Wärmepumpe Signale gibt. Bei Solarüberschuss hebt die Wärmepumpe dann die Solltemperatur von Warmwasser- oder Pufferspeicher an und speichert den Strom als Wärme. Im Fraunhofer-Feldtest kostete das nur 4 bis 6 % Effizienz, gegenüber dem Kostenvorteil ist das wenig.

Erst Wärmepumpe oder erst PV-Anlage?

Steht der Heizungstausch ohnehin an, plane beides zusammen, dann passen Zählerkonzept, SG-Ready-Steuerung und Elektrik von Anfang an. Für die Wärmepumpe sichert ein Antrag bis 31.01.2027 bis zu 12.880 € Zuschuss, für die PV-Anlage eine Inbetriebnahme noch 2026 die 20-jährige Einspeisevergütung. Läuft die alte Heizung noch gut, kann die PV-Anlage zuerst kommen und sofort Strom liefern.

Fördert die KfW auch die PV-Anlage?

Nein, Anlagen, die nur Strom erzeugen, sind in der KfW-Heizungsförderung nicht förderfähig. Dafür fällt auf PV-Anlage, Speicher und Installation keine Mehrwertsteuer an, und die Erträge sind bis 30 kWp je Wohneinheit einkommensteuerfrei. Ausnahme sind PVT-Kollektoren, die Strom und Wärme liefern: Sie sind abzüglich einer Pauschale von 1.500 € je kWp förderfähig.

Wie viel spart die Kombination aus Wärmepumpe und PV im Jahr?

Im Beispielhaus mit 140 m² kostet die alte Gasheizung rund 2.707 € im Jahr, die Wärmepumpe ohne PV 1.359 €. Kommt ein Viertel des Wärmepumpenstroms von einer PV-Anlage, sinken die Stromkosten auf rund 1.124 €, die Ersparnis steigt von 1.348 € auf rund 1.583 € im Jahr. Mit Batterie und 45 % Solaranteil sind es rund 1.771 €.

Andreas Mali

Gründer & Redaktion WärmepumpenGenie

Andreas Mali ist Gründer von WärmepumpenGenie und recherchiert Förderprogramme, Heizkosten und Technikdaten fortlaufend aus Primärquellen (KfW, BAFA, Verbraucherzentralen, Fraunhofer ISE). Mehr über uns und unsere Methodik

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