Was kostet eine Wärmepumpe? Alle Kosten im Überblick 2026
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10 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-09-01
Die drei Kostenblöcke: Anschaffung, Installation, Betrieb
Die Investition in eine Wärmepumpe ist eine der wichtigsten Entscheidungen für Eigenheimbesitzer. In diesem Ratgeber schlüsseln wir alle Kosten transparent auf – von der Anschaffung über die Installation bis zu den laufenden Betriebskosten. So können Sie fundiert entscheiden, ob sich eine Wärmepumpe für Ihr Zuhause lohnt.
Anschaffungskosten nach Wärmepumpen-Typ
Die Kosten einer Wärmepumpe variieren erheblich je nach Typ, Leistung und Hersteller. Einen detaillierten Vergleich der beiden beliebtesten Typen finden Sie in unserem Vergleich Luft-Wasser vs. Sole-Wasser. Hier ein realistischer Überblick für ein typisches Einfamilienhaus (120–150 m² Wohnfläche):
Luft-Wasser-Wärmepumpe
- Gerät: 12.000 – 18.000 €
- Installation: 4.000 – 8.000 €
- Gesamtkosten: 16.000 – 26.000 €
- Beliebte Modelle: Viessmann Vitocal 250-A, Bosch Compress 7400i AW, Vaillant aroTHERM plus, Daikin Altherma 3 H HT
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist der meistverkaufte Typ in Deutschland. Sie ist vergleichsweise günstig in der Anschaffung und benötigt keine aufwändigen Erdarbeiten. Moderne Modelle wie die Viessmann Vitocal 250-A erreichen einen COP von bis zu 5,0 bei A7/W35 und arbeiten effizient bis -22 °C Außentemperatur.
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)
- Gerät: 14.000 – 20.000 €
- Erdsondenbohrung: 8.000 – 15.000 € (je nach Tiefe, ca. 50–80 €/m)
- Alternativ Flächenkollektor: 4.000 – 8.000 €
- Installation: 5.000 – 10.000 €
- Gesamtkosten: 25.000 – 45.000 €
Sole-Wasser-Wärmepumpen sind in der Anschaffung teurer, erreichen aber ganzjährig höhere COP-Werte von 4,5–5,5, da die Erdtemperatur konstant bei 8–12 °C liegt. Über die Lebensdauer von 20–25 Jahren amortisieren sich die Mehrkosten häufig durch niedrigere Stromkosten.
Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser)
- Gerät: 14.000 – 18.000 €
- Brunnenbohrung: 6.000 – 12.000 €
- Genehmigung & Installation: 5.000 – 10.000 €
- Gesamtkosten: 25.000 – 40.000 €
Dieser Typ nutzt Grundwasser als Wärmequelle und erreicht die höchsten COP-Werte von bis zu 6,0. Allerdings ist eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich, und nicht überall ist die Grundwasserqualität geeignet.
Installationskosten im Detail
Die Installationskosten setzen sich aus mehreren Posten zusammen:
- Demontage der alten Heizung: 1.000 – 2.500 €
- Hydraulischer Abgleich: 600 – 1.200 €
- Pufferspeicher (300–500 L): 1.500 – 3.000 €
- Warmwasserspeicher: 1.200 – 2.500 €
- Elektroanschluss & Smart Grid Ready: 500 – 1.500 €
- Fundament & Aufstellung (Außengerät): 300 – 800 €
- Rohrleitungen & Verrohrung: 1.000 – 3.000 €
Wichtig: Ein hydraulischer Abgleich ist seit dem
GEG 2024 (Gebäudeenergiegesetz) bei Heizungstausch
gesetzlich vorgeschrieben und wird von der BAFA als Voraussetzung für die Förderung verlangt.
Laufende Betriebskosten
Stromkosten
Der größte laufende Kostenposten sind die Stromkosten. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus (Heizlast 8–10 kW) verbraucht mit einer Wärmepumpe:
- Luft-Wasser-WP: 3.500 – 5.000 kWh/Jahr → 1.050 – 1.750 €/Jahr (bei 30 ct/kWh Wärmepumpentarif)
- Sole-Wasser-WP: 2.800 – 4.000 kWh/Jahr → 840 – 1.400 €/Jahr
- Wasser-Wasser-WP: 2.500 – 3.500 kWh/Jahr → 750 – 1.225 €/Jahr
Zum Vergleich: Eine Gasheizung kostet bei 20.000 kWh Wärmebedarf und 12 ct/kWh Gaspreis rund 2.400 €/Jahr an Brennstoffkosten. Die Wärmepumpe spart also bereits 800–1.500 €/Jahr an Heizkosten.
Wartungskosten
- Jährliche Wartung: 150 – 300 €
- Kältemittelkreislauf-Check: alle 2–3 Jahre, ca. 200 €
- Kein Schornsteinfeger nötig (Ersparnis ca. 80 €/Jahr gegenüber Gas/Öl)
Wärmepumpen sind wartungsarm – es gibt keinen Brenner, keinen Schornstein und keine Abgasmessungen. Die Gesamtwartungskosten liegen bei nur 200–400 €/Jahr, verglichen mit 400–600 €/Jahr für eine Gasheizung.
Förderung: So senken Sie die Kosten erheblich
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) macht Wärmepumpen deutlich günstiger. Einen vollständigen Überblick über alle Förderprogramme finden Sie auf unserer Förderungsseite.
- Grundförderung: 30 % der förderfähigen Kosten
- Klimageschwindigkeitsbonus: +16 % (bei Austausch einer fossilen Heizung; sinkt ab 02/2027 halbjährlich um 4 %-Punkte, läuft zum 01.08.2028 aus)
- Einkommensbonus: +10 bis +40 % gestaffelt (40 % bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 €, 10 % bis 50.000 € zu versteuerndem Einkommen; Familien mit Kind: +10.000 € Freibetrag)
- Effizienzbonus: zum 21.07.2026 ersatzlos gestrichen (natürliche Kältemittel wie Propan R290 werden ab 2028 zur Pflichtvoraussetzung)
- Maximale Förderquote: 70 % – mit dem 40-%-Einkommensbonus (zu versteuerndes Einkommen bis 30.000 €) sogar 80 % (gedeckelt auf 28.000 € förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit)
- Maximale Fördersumme: 22.400 €
Rechenbeispiel: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet 24.000 € komplett installiert. Mit 46 % Förderung (30 % Grund + 16 % Klimabonus) zahlen Sie effektiv
12.960 €. Mit zusätzlichem Einkommensbonus (Deckel 70–80 %) sinkt der Eigenanteil auf
4.800–7.200 €.
Achtung: Ab Februar 2027 sinkt die Förderung halbjährlich – der Klimabonus schrumpft schrittweise, die förderfähigen Höchstkosten ebenfalls. Alle Stufen und was das in Euro bedeutet, zeigt unser
Degressions-Fahrplan.
Amortisation: Wann rechnet sich die Wärmepumpe?
Bei einer Investition von 24.000 € (abzüglich 12.000 € Förderung = 12.000 € Eigenanteil) und einer jährlichen Ersparnis von ca. 1.200 € gegenüber Gas amortisiert sich die Wärmepumpe in etwa 10 Jahren. Berücksichtigt man steigende Gas- und CO₂-Preise, verkürzt sich die Amortisation auf 7–8 Jahre.
Fazit: Lohnt sich eine Wärmepumpe finanziell?
Die Wärmepumpe ist 2026 die wirtschaftlichste Heizungslösung für die meisten Eigenheime – besonders mit der attraktiven BEG-Förderung. Die höheren Anschaffungskosten werden durch niedrigere Betriebskosten, steigende CO₂-Abgaben auf fossile Brennstoffe und den Wertzuwachs der Immobilie mehr als kompensiert.
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Quellen und weiterführende Links
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Nicht vergessen: die Wärmepumpe versichern
Die Außeneinheit ist Diebstahl- und Unwetterrisiken ausgesetzt. Melde die neue Anlage deiner Wohngebäudeversicherung ↗ – bei vielen Tarifen ist sie beitragsfrei mitversichert, bei älteren Policen braucht es eine kurze Vertragsanpassung. Prüfe dabei gleich den Elementarschutz (Starkregen, Überschwemmung).
Häufige Fragen
- Was kostet eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus komplett?
- Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet komplett installiert zwischen 16.000 und 26.000 €, eine Sole-Wasser-Wärmepumpe zwischen 25.000 und 45.000 €. Mit der BEG-Förderung von bis zu 70 % können die Eigenkosten auf 7.000–15.000 € sinken.
- Wie hoch sind die Stromkosten einer Wärmepumpe pro Jahr?
- Die jährlichen Stromkosten einer Wärmepumpe liegen bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus zwischen 1.050 und 1.750 € für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (bei 30 ct/kWh). Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe ist mit 840–1.400 €/Jahr noch günstiger.
- Wann amortisiert sich eine Wärmepumpe?
- Mit der aktuellen Förderung und steigenden Energiepreisen amortisiert sich eine Wärmepumpe in 7–10 Jahren. Ohne Förderung dauert es etwa 12–15 Jahre. Die Lebensdauer einer Wärmepumpe beträgt 20–25 Jahre.
- Welche laufenden Kosten hat eine Wärmepumpe?
- Die laufenden Kosten umfassen Stromkosten (1.000–1.750 €/Jahr) und Wartung (200–400 €/Jahr). Im Vergleich zur Gasheizung entfallen Schornsteinfeger und Abgasmessung. Insgesamt sind Wärmepumpen im Betrieb 30–50 % günstiger als fossile Heizungen.
- Lohnt sich eine Wärmepumpe ohne Förderung?
- Auch ohne Förderung lohnt sich eine Wärmepumpe langfristig – die Amortisation dauert dann 12–15 Jahre statt 7–10. Durch steigende CO₂-Preise (ab 2026: 55 €/t) und Gaspreise wird der Kostenvorteil jedes Jahr größer.
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