10 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-08-27
Die reine Montage ist der kürzeste Teil des Projekts: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist im Einfamilienhaus in der Regel in 2 bis 4 Arbeitstagen installiert, die alte Heizung ist dabei meist nur ein bis drei Tage außer Betrieb. Bei einer Sole-Wasser-Wärmepumpe kommen die Erdsondenbohrung (ein bis drei Tage) und der Anschluss hinzu – rechne mit ein bis zwei Wochen Baustelle.
Der eigentliche Zeitfresser ist der Vorlauf. Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima meldete für das Frühjahr 2026 einen durchschnittlichen Auftragsbestand von 11,5 Wochen bei den SHK-Innungsbetrieben – rund vier Wochen weniger als im Vorjahr, aber immer noch fast drei Monate. Dazu kommen Gerätelieferzeiten von wenigen Wochen bis zu etwa drei Monaten je nach Modell, die KfW-Zusage und bei Erdwärme die Genehmigung. Realistisch liegen zwischen erstem Beratungstermin und Inbetriebnahme deshalb meist drei bis sechs Monate, regional auch länger. Wer im Winter eine defekte Heizung ersetzen muss, sollte deshalb eine Übergangslösung einplanen – die KfW fördert die Miete einer provisorischen Heizung bis zu einem Jahr mit.
| Schritt | Was passiert | Typische Dauer |
|---|---|---|
| 1. Beratung und Vor-Ort-Termin | Fachbetrieb prüft Gebäude, Heizflächen, Aufstellort, Stromanschluss | 1–3 Wochen bis zum Termin |
| 2. Heizlastberechnung und Angebot | Raumweise Heizlast nach DIN EN 12831, Gerätewahl, Angebot mit förderfähigen Kosten | 2–4 Wochen |
| 3. BzA und KfW-Antrag | Bestätigung zum Antrag durch Energieeffizienz-Experten oder Fachunternehmen, Vertrag mit Förderbedingung, Antrag im Portal „Meine KfW" | Zusage oft binnen Tagen bis Wochen |
| 4. Genehmigungen und Anmeldungen | Wasserrechtliche Erlaubnis (nur Erdsonde), Anmeldung beim Netzbetreiber, Bestellung Smart Meter | Erdsonde 4–12 Wochen |
| 5. Gerätelieferung | Bestellung nach Zusage, Lieferung Standardgeräte | wenige Wochen bis ca. 3 Monate |
| 6. Montage | Demontage Altanlage, Fundament/Außeneinheit, Hydraulik, Elektrik | 2–4 Tage (Luft), 1–2 Wochen (Sole) |
| 7. Inbetriebnahme | Hydraulischer Abgleich, Heizkurve, Einweisung, Inbetriebnahmeprotokoll | 1 Tag |
| 8. Nachweise und Auszahlung | Bestätigung nach Durchführung (BnD), Rechnungen hochladen, Zuschuss wird ausgezahlt | Nachweise binnen 6 Monaten |
Die BEG-Förderrichtlinie vom 17.07.2026 macht die Planungsqualität zur Bedingung. Damit du den Zuschuss bekommst, muss dein Fachbetrieb unter anderem nachweisen:
Die Fraunhofer-Feldstudien zeigen, warum das sinnvoll ist: Überdimensionierung und daraus folgendes Takten gehören zu den häufigsten Effizienzkillern im Bestand. Eine saubere Heizlast ist deshalb keine Formalie, sondern der Unterschied zwischen JAZ 2,6 und JAZ 4,9.
Der teuerste Fehler beim Wärmepumpen-Einbau ist ein zu früher Vertrag. Die Regeln der KfW (Zuschuss 458) sind eindeutig:
Ein Detail für Erdwärme: Die Richtlinie verlangt eine nach DVGW W 120-2 zertifizierte Bohrfirma und eine verschuldensunabhängige Versicherung für die Bohrung – beides ist bei der Angebotsprüfung abzufragen.
Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe brauchst du in der Regel keine Genehmigung. Zu beachten sind die Abstandsregeln der jeweiligen Landesbauordnung, die Schallgrenzwerte der TA Lärm an der Nachbargrenze und bei R290-Geräten der Schutzbereich um die Außeneinheit. Ein kurzes Gespräch mit den Nachbarn vor der Aufstellung erspart Ärger.
Für eine Erdwärmesonde ist in allen Bundesländern eine wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde nötig; dazu kommt die Bohranzeige, die in der Regel mindestens einen Monat vor Bohrbeginn einzureichen ist. Benötigt werden Lageplan, geologische Stellungnahme und Anlagenbeschreibung. In Wasserschutzgebieten der Zonen I und II sind Sonden grundsätzlich unzulässig, in einigen Ländern gilt bei mehr als 100 Metern Tiefe zusätzlich Bergrecht. Rechne mit vier bis zwölf Wochen Bearbeitungszeit und Gebühren im niedrigen dreistelligen Bereich – regional unterschiedlich. Die Bohrfirma oder der Fachbetrieb übernimmt die Antragstellung meist im Paket.
Jede Wärmepumpe mit mehr als 4,2 kW muss außerdem vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber angemeldet werden – als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG. Das erledigt der Elektro- oder Heizungsfachbetrieb.
Die Demontage des alten Kessels ist Teil des Angebots. Beim Öltank hast du zwei Optionen: Stilllegung (Entleeren, Reinigen, Verschließen) oder komplette Entsorgung. Fachportale und Tankschutzbetriebe nennen als Richtwerte rund 700 € für die Stilllegung eines Kellertanks und etwa 800 bis 2.500 € für Demontage und Entsorgung, bei Erdtanks bis rund 4.000 €. Die gute Nachricht: Demontage und Entsorgung der Altanlage inklusive Tank gelten als förderfähige Umfeldmaßnahme und laufen im selben KfW-Antrag mit – also mit demselben Fördersatz wie die Wärmepumpe.
Beim Gasanschluss ist die Rechtslage 2026 im Fluss. Das OLG Oldenburg hat am 05.12.2025 (Az. 6 UKl 2/25) entschieden, dass ein Netzbetreiber ohne vertragliche Grundlage keine Stilllegungskosten verlangen darf; die Revision beim BGH läuft. Parallel hat die Bundesregierung im April 2026 einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Kostenforderungen für die Außerbetriebnahme von Niederdruck-Anschlüssen ausschließen soll. Bis zur endgültigen Klärung gilt: Vor Beauftragung beim Netzbetreiber nachfragen, Kostenbescheide prüfen und den Gaszähler ausbauen lassen, damit kein Grundpreis weiterläuft.
Zwei bis vier Tage Montage sind schnell erledigt – entscheidend ist der Vorlauf mit Heizlast, BzA und Antrag in der richtigen Reihenfolge. Wer die Checkliste abarbeitet, sichert sich Förderung und Effizienz zugleich. Den passenden Fachbetrieb und eine erste Kostenschätzung liefert unser Wärmepumpen-Check.