Geprüft am 02. Oktober 2026
10 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02
Der Einbau einer Wärmepumpe läuft in acht Schritten von Angebot und Heizlastberechnung über Vertrag mit Förderbedingung und KfW-Antrag bis zu Montage, Inbetriebnahme und Nachweisen, die Montage selbst dauert bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus meist nur zwei bis drei Arbeitstage. Der eigentliche Zeitfresser ist der Vorlauf, vor allem der Termin beim Fachbetrieb: Der Auftragsbestand der SHK-Innungsbetriebe lag im Frühjahr 2026 im Schnitt bei 11,5 Wochen. Für die Förderung gilt die Reihenfolge Vertrag mit Förderbedingung, dann Antrag, dann Baustart.
Die reine Montage ist der kürzeste Teil des Projekts. Der Hersteller Bosch ↗ nennt für den Austausch einer alten Heizung gegen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus zwei bis drei Arbeitstage, in denen Heizung und Warmwasser unterbrochen sind. Müssen Heizkörper getauscht oder für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe Erdarbeiten gemacht werden, dauert es eine Woche oder länger.
Rechne vom ersten Anruf bis zur warmen Wohnung trotzdem eher in Monaten als in Wochen: Angebote, Heizlastberechnung, der Termin beim Fachbetrieb und bei Erdwärme die Genehmigung brauchen Zeit. Fällt die alte Heizung im Winter aus, hilft eine Übergangslösung, die KfW fördert die Miete einer provisorischen Heizung bis zu einem Jahr mit. Was bei einem Ausfall zu tun ist, beschreibt der Ratgeber Heizung defekt.
Die Geräte selbst sind meist innerhalb weniger Wochen lieferbar, der eigentliche Engpass ist der Installationstermin beim Fachbetrieb.
Eine herstellerübergreifende Statistik zu Lieferzeiten gibt es nicht. Frag die Lieferzeit deshalb im Angebot konkret ab, vor allem bei großen Leistungen oder selteneren Modellen, und lass den voraussichtlichen Einbautermin im Vertrag festhalten. Messbar ist dagegen die Auslastung des Handwerks: In der Konjunkturumfrage des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima unter rund 1.690 Innungsbetrieben lag der Auftragsbestand im Frühjahr 2026 im Schnitt bei 11,5 Wochen, rund vier Wochen weniger als im Vorjahr. Seitdem ist die Nachfrage nach Wärmepumpen kräftig gestiegen: Im ersten Halbjahr 2026 wurden 40 % mehr verkauft als im Vorjahreszeitraum, und im Juli 2026, dem bisherigen Rekordmonat, sagte die KfW 44.041 Zuschüsse für Wärmepumpen zu. In gefragten Regionen kann der Termin deshalb später liegen.
Für die Förderung musst du nicht auf den Einbau warten. Maßgeblich für Klimabonus und Höchstkosten ist der Eingang des Antrags bei der KfW, nicht der Einbautermin:
| Antrag geht bei der KfW ein | Klimabonus | förderfähige Kosten | Zuschuss mit Grundförderung und Klimabonus |
|---|---|---|---|
| bis 31.01.2027 | 16 % | 28.000 € | bis 12.880 € (46 %) |
| ab 01.02.2027 | 12 % | 27.250 € | bis 11.445 € (42 %) |
Nach der Zusage hast du 36 Monate Zeit für den Einbau. Den Antrag kannst du aber erst stellen, wenn ein Vertrag mit Förderbedingung und die Bestätigung zum Antrag (BzA) vorliegen, der Weg beginnt also mit dem Angebot. Wie die Förderung danach weiter sinkt, zeigt der Ratgeber Förderung sinkt 2027.
Bis 31.01.2027 beantragen: 12.880 € statt 11.445 € Zuschuss
Danach sinkt der Klimabonus von 16 % auf 12 % und die förderfähigen Kosten fallen auf 27.250 €. Es zählt der Tag des Antrags, nicht der Einbau. Für den Antrag brauchst du ein Angebot. Hol es dir jetzt kostenlos von Fachbetrieben aus deiner Region.
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Die Zeitachse hat acht Schritte, am längsten dauert meist die Wartezeit auf den Fachbetrieb, die KfW-Zusage kommt dagegen laut KfW sofort im Portal.
| Schritt | Was passiert | Richtwert für die Dauer |
|---|---|---|
| 1. Angebote und Vor-Ort-Termin | Fachbetriebe prüfen Gebäude, Heizkörper, Aufstellort und Zählerschrank | abhängig von der Auslastung, Auftragsbestand im Schnitt 11,5 Wochen (Frühjahr 2026) |
| 2. Heizlast und Angebot | raumweise Heizlast nach DIN EN 12831, Gerätewahl, förderfähige Kosten | gemeinsam mit Schritt 1 |
| 3. Vertrag mit Förderbedingung | aufschiebende oder auflösende Bedingung der KfW-Zusage, voraussichtliches Umsetzungsdatum | ein Termin |
| 4. BzA und KfW-Antrag | BzA vom Fachbetrieb oder Energieeffizienz-Experten, Antrag in „Meine KfW" | Zusage laut KfW sofort im Portal |
| 5. Anmeldung und Bestellung | Anmeldung beim Netzbetreiber, Gerätebestellung, bei Erdsonden Anzeige oder wasserrechtliche Erlaubnis | Gerät meist wenige Wochen. Erdsonde je nach Bundesland |
| 6. Montage | Demontage der Altanlage, Fundament, Außengerät, Hydraulik, Elektrik | Luft-Wasser zwei bis drei Arbeitstage, mit Zusatzarbeiten eine Woche oder mehr |
| 7. Inbetriebnahme | hydraulischer Abgleich, Heizkurve, Einweisung, danach intelligentes Messsystem beim Messstellenbetreiber beantragen | meist ein Tag |
| 8. Nachweise und Auszahlung | Bestätigung nach Durchführung (BnD), Rechnungen, VdZ-Formular, Bestätigung der Messsystem-Bestellung hochladen | binnen sechs Monaten nach der letzten Rechnung. Prüfung oft sofort, sonst meist bis zu einem Monat |
Erst Vertrag mit Förderbedingung, dann BzA und Antrag, erst danach Baustart: Diese Reihenfolge entscheidet über bis zu 22.400 € Zuschuss.
Für Erdwärme verlangt die Förderrichtlinie eine nach DVGW W 120-2 zertifizierte Bohrfirma mit verschuldensunabhängiger Versicherung. Alle Details zum Antrag stehen im Ratgeber Förderung beantragen.
Weil die Förderrichtlinie die Planungsqualität zur Bedingung macht: Ohne raumweise Heizlastberechnung, hydraulischen Abgleich und eine rechnerische Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 gibt es keinen Zuschuss.
Die Richtlinie für die Bundesförderung (BEG EM vom 17.08.2026, in Kraft seit 21.07.2026) verlangt unter anderem:
Die Fraunhofer-Feldstudien zeigen, warum das sinnvoll ist: Zu große Geräte und häufiges Takten gehören zu den häufigsten Effizienzverlusten im Bestand, und die Jahresarbeitszahlen gleicher Technik reichen von 2,6 bis 4,9.
Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe brauchst du in der Regel keine Baugenehmigung, für Erdwärmesonden dagegen eine Anzeige oder wasserrechtliche Erlaubnis, und jede steuerbare Wärmepumpe über 4,2 kW muss vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber angemeldet werden.
Zu beachten sind die Schallrichtwerte der TA Lärm, gemessen 0,5 m vor dem geöffneten Fenster des am stärksten betroffenen Raums beim Nachbarn (nachts 35 dB(A) im reinen, 40 dB(A) im allgemeinen Wohngebiet), und bei Propan-Geräten der Schutzbereich um die Außeneinheit. Abstandsflächen sind meist kein Thema mehr: 13 von 16 Ländern haben Wärmepumpen davon ausdrücklich befreit. Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen haben keine eigene Wärmepumpen-Regel, dort klärst du die Abstände im Zweifel mit dem Bauamt. Ein kurzes Gespräch mit den Nachbarn vor der Aufstellung erspart Ärger. Details stehen im Ratgeber zur Lautstärke.
Erdwärmesonden müssen bei der unteren Wasserbehörde angezeigt oder genehmigt werden. Bohrungen tiefer als 100 m können laut Umweltbundesamt zusätzliche Genehmigungen erfordern. Die Regeln sind Ländersache. In Bayern etwa stellst du eine Bohranzeige bei der Kreisverwaltungsbehörde und zeigst die Bohrung nach dem Geologiedatengesetz an, gebohrt werden darf, sobald die Erlaubnis erteilt ist oder die vollständigen Antragsunterlagen drei Monate bei der Behörde liegen (Energie-Atlas Bayern ↗). In Wasserschutzgebieten sind Sonden stark eingeschränkt oder verboten. Erdwärmekollektoren nahe der Oberfläche brauchen in der Regel keine zusätzliche Genehmigung. Den Antrag übernimmt meist die Bohrfirma oder der Fachbetrieb.
Wärmepumpen mit mehr als 4,2 kW gelten nach § 14a EnWG als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Der Netzbetreiber darf den Anschluss nicht wegen fehlender Netzkapazität verweigern oder verzögern, die Inbetriebnahme muss ihm aber vorab gemeldet werden, das erledigt der Elektro- oder Heizungsfachbetrieb. Dabei wählst du das Netzentgelt-Modul: Modul 1 bringt laut Bundesnetzagentur eine Pauschale von 110 bis 190 € im Jahr (Stand 2023), Modul 2 senkt den Arbeitspreis des Netzentgelts auf 40 % und braucht einen eigenen Zähler. Nach der Inbetriebnahme beantragst du beim Messstellenbetreiber ein intelligentes Messsystem, das ist Fördervoraussetzung und kostet dich jeweils höchstens 50 € im Jahr für Messsystem und Steuerungseinrichtung. Mehr zu Tarifen und Modulen: Wärmepumpentarif und § 14a EnWG.
Den alten Kessel baut der Heizungsbetrieb aus, den Öltank legt ein Fachbetrieb still oder entsorgt ihn, und beides zählt als Umfeldmaßnahme zu den förderfähigen Kosten im selben KfW-Antrag.
Für den Klimabonus ist die fachgerechte Demontage und Entsorgung der alten Heizung ohnehin Pflicht. Beim Öltank hast du zwei Wege: Stilllegung (entleeren, reinigen, verschließen) oder kompletter Ausbau. Die Kosten hängen von Tankart, Größe und Zugang ab, lass sie im Angebot getrennt ausweisen, damit sie im Förderantrag stehen.
Beim Gasanschluss ist die Rechtslage noch offen. Das Oberlandesgericht Oldenburg hat am 05.12.2025 (Az. 6 UKl 2/25) auf Klage der Verbraucherzentrale Niedersachsen entschieden, dass ein Netzbetreiber ohne vertragliche Grundlage keine Kosten für die Stilllegung verlangen darf, der Netzbetreiber hat Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Parallel hat die Bundesregierung im April 2026 einen Gesetzentwurf eingebracht, der solche Kostenforderungen ausschließen soll, verabschiedet ist er noch nicht. Bis zur Klärung gilt: Gasliefervertrag kündigen, beim Netzbetreiber die Stilllegung anfragen und keine Kostenübernahme unterschreiben, ohne sie prüfen zu lassen. Den Ablauf erklärt der Ratgeber Gasanschluss stilllegen.
Auf die Checkliste gehören elf Punkte, von der raumweisen Heizlast über die Förderbedingung im Vertrag bis zur Messsystem-Bestellung, zur Altanlage und zur Übergangsheizung:
Am schnellsten, indem du mehrere Fachbetriebe parallel anfragst, deine Unterlagen vorbereitest und den Förderantrag nicht vom Einbautermin abhängig machst.
Häufige Fragen
Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus meist zwei bis drei Arbeitstage, wenn nur die Heizung getauscht wird, mit Heizkörpertausch oder Erdarbeiten eine Woche oder länger. Plane den Tausch möglichst außerhalb der Heizperiode. Im Winter hilft eine mobile Mietheizung, deren Kosten die KfW bis zu einem Jahr mitfördert.
Ja, du musst es sogar: Vor dem Antrag brauchst du einen Liefer- und Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung, die ihn an die Förderzusage koppelt. Ein Vertrag ohne diese Klausel oder ein Baubeginn vor der Antragstellung gilt als Vorhabenbeginn und schließt die Förderung aus. Beratung und Planung darfst du jederzeit beauftragen.
In der Regel nicht. Du musst aber die Schallrichtwerte der TA Lärm am Fenster des Nachbarn einhalten und bei Propan-Geräten den Schutzbereich beachten, 13 von 16 Ländern haben Wärmepumpen zudem von Abstandsflächen befreit. Für Erdwärmesonden ist dagegen eine Anzeige oder Erlaubnis bei der Wasserbehörde nötig.
Ja, die Montage ist auch im Winter möglich, Heizung und Warmwasser fallen dabei meist nur zwei bis drei Arbeitstage aus. Für diese Zeit helfen Heizlüfter oder eine mobile Mietheizung, die die KfW bis zu einem Jahr mitfördert. Wichtig ist, dass der Förderantrag vor Baubeginn gestellt ist.
Das übernimmt in der Regel dein Elektro- oder Heizungsfachbetrieb. Wärmepumpen über 4,2 kW sind steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG, der Netzbetreiber muss sie anschließen und gewährt dafür ein reduziertes Netzentgelt. Nach der Inbetriebnahme beantragst du beim Messstellenbetreiber ein intelligentes Messsystem, das ist Voraussetzung für die KfW-Förderung.
Nein. Für Klimabonus und Höchstkosten zählt der Eingang des Antrags bei der KfW: Bis 31.01.2027 gibt es 16 % Klimabonus auf bis zu 28.000 €, ab 01.02.2027 nur noch 12 % auf bis zu 27.250 €. Nach der Zusage hast du 36 Monate Zeit für den Einbau.
Rechne mit drei bis fünf Monaten, der Einbau selbst dauert davon nur zwei bis drei Arbeitstage. Den Takt gibt die Auslastung der Fachbetriebe vor: Der Auftragsbestand lag im Frühjahr 2026 laut Konjunkturumfrage des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima bei 11,5 Wochen im Schnitt. Dazu kommen die Zeit für Angebote und Heizlastberechnung, der KfW-Antrag, dessen Zusage laut KfW sofort im Portal erscheint, und die Anmeldung beim Netzbetreiber. Schneller geht es, wenn du mehrere Betriebe parallel anfragst und deine Unterlagen bereithältst.
Andreas Mali
Gründer & Redaktion WärmepumpenGenie
Andreas Mali ist Gründer von WärmepumpenGenie und recherchiert Förderprogramme, Heizkosten und Technikdaten fortlaufend aus Primärquellen (KfW, BAFA, Verbraucherzentralen, Fraunhofer ISE). Mehr über uns und unsere Methodik
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