Luft-Wasser vs. Sole-Wasser-Wärmepumpe: Was lohnt sich?

Geprüft am 02. Oktober 2026

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12 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02

Luft-Wasser oder Sole-Wasser-Wärmepumpe: Welche lohnt sich mehr?

Für die meisten Häuser ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die wirtschaftlichste Wahl: Sie kostet im Schnitt rund 36.400 € und damit weniger als eine Erdwärmepumpe mit 38.500 bis 56.000 €, bekommt aber dieselbe Förderung. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe arbeitet effizienter (Jahresarbeitszahl 4,3 statt 3,4 im Feldtest des Fraunhofer ISE) und spart im Beispielhaus rund 285 € Strom pro Jahr. Erdwärme lohnt sich vor allem bei hohem Wärmebedarf, großem Grundstück, günstiger Bohrung oder wenn du im Sommer passiv kühlen möchtest.

Wie eindeutig die Wahl für viele ausfällt, zeigt der Markt: 2025 waren laut Bundesverband Wärmepumpe 95 % der 299.000 verkauften Heizungswärmepumpen Luft-Wasser-Geräte, nur 5 % (16.000 Anlagen) nutzten Erdwärme. Im ersten Halbjahr 2026 standen laut Heizungsindustrieverband BDH 186.000 Luft-Wasser-Wärmepumpen rund 7.500 Sole-Geräten gegenüber. Eins vorweg: Beide Varianten sparen gegenüber Öl und Gas viel Geld. Die Frage ist nur, welche zu deinem Grundstück, deinem Wärmebedarf und deinem Budget passt.

Wie unterscheiden sich Luft-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpe technisch?

Der Unterschied liegt in der Wärmequelle: Die Luft-Wasser-Wärmepumpe holt die Wärme mit einem Ventilator aus der Außenluft, die Sole-Wasser-Wärmepumpe aus dem Erdreich, das in einigen Metern Tiefe übers Jahr viel gleichmäßiger temperiert ist als die Luft. In beiden Fällen hebt ein Kältekreis mit Verdichter die Umweltwärme auf die Temperatur, die Heizung und Warmwasser brauchen.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)

Angebote vergleichen lohnt sich: Die Preise liegen weit auseinander

Die Verbraucherzentrale fand bei 160 Angeboten für Luft-Wasser-Wärmepumpen Preise von 21.099 € bis 54.168 €. Wer mehrere Angebote vergleicht, zahlt nicht drauf. Unser Partner vermittelt dir kostenlos Angebote geprüfter Fachbetriebe aus deiner Region.

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Wie viel effizienter ist eine Erdwärmepumpe im Alltag?

Im Feldtest des Fraunhofer ISE in Bestandsgebäuden erreichten erdgekoppelte Wärmepumpen eine mittlere Jahresarbeitszahl (JAZ) von 4,3, Luft-Wasser-Wärmepumpen 3,4. Erdwärme holt aus einer Kilowattstunde Strom also rund ein Viertel mehr Wärme heraus.

Kennzahl (Fraunhofer ISE, Messjahr 2024)Luft-WasserSole-Wasser mit Erdsonde
Mittlere Jahresarbeitszahl3,44,3
Spanne der gemessenen Anlagen2,6–4,93,6–5,4
Anteil des Heizstabs am Stromverbrauch1,3 %nahe 0 %
Wärme aus 1 kWh Strom3,4 kWh4,3 kWh
Anteil kostenloser Umweltwärmerund 71 %rund 77 %

Drei Ergebnisse sind für deine Entscheidung wichtig. Erstens fanden die Forscher keinen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz, obwohl die Häuser aus den Jahren 1826 bis 2001 stammten. Zweitens war die beste Luft-Wasser-Anlage (4,9) effizienter als die schwächste Erdwärmeanlage (3,6): Planung und Einstellung zählen also mindestens so viel wie die Wärmequelle. Drittens spielt der Heizstab bei beiden kaum eine Rolle. Den größten Vorsprung hat die Erde an kalten Tagen, wenn die Außenluft eisig ist, der Boden aber nicht. Wie du die Jahresarbeitszahl deiner Anlage misst und verbesserst, steht im Ratgeber Jahresarbeitszahl (JAZ).

Herstellerangaben wie der COP gelten dagegen nur für einen festen Prüfpunkt, bei Luft-Wasser-Geräten meist A7/W35 (7 °C Außenluft, 35 °C Vorlauf), bei Sole-Geräten B0/W35 (0 °C Sole). Sie liegen deshalb höher als die im Alltag gemessene JAZ.

Was kosten Luft-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpe im Vergleich?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz komplett 21.099 bis 54.168 €, im Schnitt rund 36.400 €. Für Erdwärme nennt co2online 38.500 bis 46.500 € (Gerät 30.500 € plus Bohrung 8.000 bis 16.000 €), die Verbraucherzentrale-Energieberatung kommt mit Erdsonde im Schnitt auf rund 56.000 €.

Kosten (Stand 2026)Luft-WasserSole-Wasser mit ErdsondeSole-Wasser mit Flächenkollektor
Preisspanne komplett21.099–54.168 € (VZ Rheinland-Pfalz, 160 Angebote, Ø rund 36.400 €)38.500–46.500 € (co2online)keine belastbare Spanne
Durchschnittspreis in einer Erhebung (VZ-Energieberatung, Preise 06/2026)rund 36.000 €rund 56.000 €rund 54.000 €
Erschließung der WärmequelleentfälltBohrung 8.000–16.000 € (co2online)Erdarbeiten im Garten

Am fairsten ist der Vergleich innerhalb einer Erhebung: Dort liegt Erdwärme mit Sonde rund 20.000 € und mit Kollektor rund 18.000 € über der Luft-Wasser-Wärmepumpe. Bei der Förderung gibt es dagegen keinen Unterschied. Die KfW zahlt für beide Wärmequellen 30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus beim Tausch einer Öl-, Gasetagen-, Nachtspeicher- oder mindestens 20 Jahre alten Gasheizung (für selbstnutzende Eigentümer) und bis zu 40 % Einkommensbonus, gedeckelt bei 70 % bzw. 80 %. Weil die förderfähigen Kosten im Einfamilienhaus bei 28.000 € enden, ist auch der Zuschuss gleich hoch:

Förderung bei Antrag bis 31.01.2027ZuschussEigenanteil Luft-Wasser (36.400 €)Eigenanteil Erdwärme (38.500 €)Eigenanteil Erdwärme (56.000 €)
46 % (Grundförderung plus Klimabonus)12.880 €23.520 €25.620 €43.120 €
70 % (plus 30 % Einkommensbonus)19.600 €16.800 €18.900 €36.400 €
80 % (plus 40 % Einkommensbonus)22.400 €14.000 €16.100 €33.600 €

Die Mehrkosten der Bohrung trägst du also selbst. Den Zeitpunkt solltest du nicht verschenken: Wer bis zum 31.01.2027 beantragt, bekommt mit 16 % Klimabonus bis zu 12.880 €, ab Februar sind es höchstens 11.445 €. Ab dem ersten Quartal 2027 hängt außerdem ein Teil der Grundförderung vom Herstellungsort des Geräts ab, mehr dazu im Ratgeber zum Wertschöpfungsbonus. Alle Bausteine erklärt unsere Seite zur Förderung, eine ausführliche Kostenaufstellung findest du unter Was kostet eine Wärmepumpe?.

Wann rechnet sich der Aufpreis für Erdwärme?

Über die Stromkosten allein rechnet sich Erdwärme nur, wenn der Aufpreis klein bleibt oder der Wärmebedarf hoch ist: Im typischen Einfamilienhaus spart sie rund 285 € Strom im Jahr, im unsanierten Altbau rund 420 €. Bei 18.000 bis 20.000 € Mehrkosten dauert es Jahrzehnte, bis sich die Bohrung bezahlt macht.

Die Rechnung mit den einheitlichen Annahmen unseres Rechners: Einfamilienhaus mit 140 m², Baujahr 1970 bis 1990, teilweise gedämmt, 18.480 kWh Wärmebedarf, Wärmepumpentarif 25 ct/kWh.

HausLuft-Wasser (JAZ 3,4)Sole-Wasser (JAZ 4,3)Vorteil Erdwärme pro Jahr
Beispielhaus, 18.480 kWh5.435 kWh Strom, 1.359 €4.298 kWh Strom, 1.074 €rund 285 €
Unsanierter Altbau vor 1970, 27.300 kWh8.029 kWh Strom, 2.007 €6.349 kWh Strom, 1.587 €rund 420 €

Ein Rechenbeispiel: Läge der Aufpreis bei 5.000 €, hätte sich die Bohrung im unsanierten Altbau nach knapp 12 Jahren bezahlt gemacht, bei 20.000 € erst nach fast 48 Jahren. Für die meisten Häuser ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe deshalb die wirtschaftlichere Lösung. Erdwärme spielt ihre Stärken aus, wenn du viel Wärme brauchst, die Bohrung günstig ausfällt, ein Außengerät keinen Platz findet oder du die passive Kühlung im Sommer nutzen willst.

Viel wichtiger als die Frage Luft oder Erde ist der Abschied von Öl und Gas. Gegenüber einer alten Gasheizung (Nutzungsgrad 0,85, 12,45 ct/kWh laut BDEW) mit 2.707 € Heizkosten spart schon die Luft-Wasser-Wärmepumpe im Beispielhaus 1.348 € im Jahr, Erdwärme 1.633 €. Gegenüber einer Ölheizung (172,6 ct/l laut TECSON am 02.10.2026, Nutzungsgrad 0,80) mit 3.987 € sind es 2.628 € bzw. 2.913 €. Auch der Heizspiegel 2026 bestätigt: Die Wärmepumpe ist die günstigste Heizung, für ein Einfamilienhaus mit 130 m² rechnet er 2026 mit 1.300 € Heizkosten statt 1.930 € mit Gas und 2.745 € mit Heizöl.

Wie viel Platz brauchen Außengerät, Erdsonde und Flächenkollektor?

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe braucht nur einen Stellplatz für das Außengerät, die Erdsonde eine Bohrstelle mit Zufahrt für das Bohrgerät, der Flächenkollektor dagegen eine große freie Gartenfläche. Auf kleinen Grundstücken ist die Luftwärmepumpe deshalb meist die einfachste Lösung.

Welche Genehmigungen brauchst du für Erdwärme und Luftwärmepumpe?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist in der Regel genehmigungsfrei, muss aber die Schallrichtwerte der TA Lärm am Nachbarfenster einhalten. Eine Erdwärmesonde musst du bei der unteren Wasserbehörde anzeigen oder genehmigen lassen, plane je nach Bundesland ein bis drei Monate Vorlauf ein.

Was in deinem Bundesland gilt und welche Landesprogramme es zusätzlich gibt, findest du auf unseren Länderseiten unter Förderung nach Bundesland.

Welche Wärmepumpe ist leiser?

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe ist leiser, weil sie kein Außengerät mit Ventilator hat. Eine gut geplante Luft-Wasser-Wärmepumpe hält die Richtwerte aber ebenfalls ein: Am Nachbarfenster gelten nach TA Lärm nachts 35 dB(A) im reinen und 40 dB(A) im allgemeinen Wohngebiet.

Für die KfW-Förderung muss das Außengerät einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mindestens 10 dB unter den Grenzwerten der EU-Ökodesign-Verordnung liegen, bei 6 bis 12 kW also bei höchstens 60 dB(A) Schallleistung. Achte beim Vergleich darauf, ob ein Hersteller die Schallleistung oder den Schalldruck in einer bestimmten Entfernung angibt: Viessmann nennt für die Vitocal 250-A zum Beispiel 35 dB(A) Schalldruck in 4 m Abstand im Nachtbetrieb. Wie du den nötigen Abstand berechnest, zeigt unser Ratgeber zur Lautstärke von Wärmepumpen.

Welche Geräte schneiden in Tests gut ab?

Im letzten Wärmepumpentest der Stiftung Warentest (test 10/2025) wurde die Luft-Wasser-Wärmepumpe Viessmann Vitocal 250-A mit der Note gut (2,0) Testsieger, Erdwärmepumpen waren nicht Teil des Tests. Für Sole-Geräte kannst du nur Herstellerangaben vergleichen.

Modell (Herstellerangaben)WärmequelleCOPLeistungKältemittel
Viessmann Vitocal 250-ALuftbis 5,5 (A7/W35)2,6–18,5 kWR290
Vaillant aroTHERM plusLuft4,92–5,39 (A7/W35)3–12 kWR290
Viessmann Vitocal 300-GSole4,7–5,0 (B0/W35)1,7–15,9 kWR410A
Vaillant flexoTHERM exclusiveSole4,41–4,84 (B0/W35)5–19 kWR410A

Bei Erdwärme lohnt ein Blick aufs Kältemittel: Kompakte Sole-Wasser-Wärmepumpen bis 50 kW mit Kältemitteln ab einem Treibhauspotenzial von 150, etwa R410A, dürfen ab dem 01.01.2027 nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden, und ab 2028 fördert die KfW nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln. Frag im Angebot deshalb ausdrücklich nach einem Gerät mit natürlichem Kältemittel. Hintergründe stehen im Ratgeber R290 oder R32, alle Testergebnisse in unserer Übersicht zum Wärmepumpen-Testsieger.

Für welches Haus passt welche Wärmepumpe?

Luft-Wasser passt, wenn du Kosten sparen, schnell umsteigen und wenig Garten opfern willst. Erdwärme passt, wenn du viel Wärme brauchst, Platz für Bohrung oder Kollektor hast und Wert auf Kühlung und Ruhe legst.

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die richtige Wahl, wenn:

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe ist die richtige Wahl, wenn:

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Quellen und weiterführende Links

Häufige Fragen

Ist Erdwärme im Altbau besser als eine Luftwärmepumpe?

Effizienter ja, aber nicht automatisch wirtschaftlicher. Im Feldtest des Fraunhofer ISE erreichten Erdwärmepumpen in Bestandsgebäuden im Schnitt eine Jahresarbeitszahl von 4,3, Luft-Wasser-Geräte 3,4, und das Baujahr spielte keine Rolle. Im unsanierten Altbau mit 27.300 kWh Wärmebedarf spart Erdwärme rund 420 € Strom im Jahr, ob sich das lohnt, hängt vom Aufpreis für Bohrung oder Kollektor ab.

Wie tief muss man für eine Erdwärmesonde bohren?

Die Tiefe legt der Fachbetrieb nach Heizlast und Untergrund fest, meist nach der Richtlinie VDI 4640. Viele Sonden bleiben unter 100 m, weil tiefere Bohrungen zusätzlich bei der Bergbehörde angezeigt werden müssen. Mehrere Sonden einer Anlage brauchen mindestens 5 bis 6 m Abstand zueinander.

Was kostet eine Erdwärmebohrung?

co2online nennt für die Bohrung eines Einfamilienhauses 8.000 bis 16.000 €, zusammen mit dem Gerät 38.500 bis 46.500 €. In der Preiserhebung der Verbraucherzentrale-Energieberatung kostet Erdwärme mit Sonde komplett im Schnitt rund 56.000 €. Die KfW fördert davon bis zu 28.000 € förderfähige Kosten, bei 46 % sind das 12.880 € Zuschuss.

Kann man mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe im Sommer kühlen?

Ja, über passive Kühlung: Die kühle Sole aus dem Erdreich nimmt über einen Wärmetauscher Wärme aus dem Heizkreis auf, der Verdichter bleibt dabei aus. Das funktioniert am besten mit Fußboden- oder Flächenheizung und senkt die Raumtemperatur spürbar, ersetzt aber keine Klimaanlage. Luft-Wasser-Wärmepumpen kühlen, wenn überhaupt, aktiv mit laufendem Verdichter.

Gibt es für Erdwärme mehr Förderung als für eine Luftwärmepumpe?

Nein, die KfW fördert beide Wärmequellen mit denselben Sätzen: 30 % Grundförderung, 16 % Klimabonus beim Tausch einer Öl-, Nachtspeicher- oder mindestens 20 Jahre alten Gasheizung (Antrag bis 31.01.2027) und bis zu 40 % Einkommensbonus, gedeckelt bei 70 bzw. 80 %. Weil die förderfähigen Kosten im Einfamilienhaus bei 28.000 € enden, ist der Zuschuss gleich hoch: höchstens 12.880 € (46 %), 19.600 € (70 %) oder 22.400 € (80 %).

Welche Wärmepumpe wird in Deutschland am häufigsten eingebaut?

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe: 2025 hatte sie laut Bundesverband Wärmepumpe 95 % Marktanteil, Erdwärme kam auf 5 % oder 16.000 Anlagen. Auch im ersten Halbjahr 2026 standen laut BDH 186.000 Luft-Wasser-Geräte rund 7.500 Sole-Wärmepumpen gegenüber.

Andreas Mali

Gründer & Redaktion WärmepumpenGenie

Andreas Mali ist Gründer von WärmepumpenGenie und recherchiert Förderprogramme, Heizkosten und Technikdaten fortlaufend aus Primärquellen (KfW, BAFA, Verbraucherzentralen, Fraunhofer ISE). Mehr über uns und unsere Methodik

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