Geprüft am 02. Oktober 2026
8 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02
In den meisten Häusern die Wärmepumpe: Eine Kilowattstunde Wärme kostet mit ihr rund 7,35 Cent, mit Pellets rund 10 Cent, seit der Pelletpreis laut Deutschem Pelletinstitut binnen eines Jahres um 35,6 % auf 9,1 Cent je Kilowattstunde gestiegen ist. Auch der Heizspiegel 2026 sieht die Wärmepumpe im Einfamilienhaus vorn (1.300 € gegenüber 1.740 € im Jahr), und in der Anschaffung ist sie laut Verbraucherzentrale rund 6.000 € günstiger. Die Pelletheizung bleibt eine gute Wahl, wo sehr hohe Vorlauftemperaturen nötig sind oder kein Außengerät aufgestellt werden kann.
Beide Systeme kommen ohne Öl und Gas aus, beide sind nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz erlaubt und beide werden von der KfW derzeit mit denselben Sätzen gefördert. Den früheren Emissionsminderungszuschlag von 2.500 € für Pelletheizungen gibt es seit dem 21.07.2026 nicht mehr. Der Vergleich entscheidet sich deshalb an Betriebskosten, Anschaffung, Platz und Komfort. Die Aussage, Pellets und Wärmepumpe lägen bei den Heizkosten gleichauf, stimmt 2026 nicht mehr.
Je Kilowattstunde Wärme rund 10,1 Cent mit Pellets und 7,35 Cent mit der Wärmepumpe, die Wärmepumpe ist also gut ein Viertel günstiger. Im Beispielhaus mit 18.480 Kilowattstunden Wärmebedarf sind das rund 1.870 € für Pellets und 1.359 € für die Wärmepumpe.
| Heizung | Brennstoff- bzw. Strompreis | Kosten je kWh Wärme | Heizkosten Beispielhaus |
|---|---|---|---|
| Wärmepumpe (Jahresarbeitszahl 3,4) | 25 ct/kWh | 7,35 ct | 1.359 € |
| Pellets (Nutzungsgrad 90 %) | 9,1 ct/kWh | 10,1 ct | 1.869 € |
| Erdgas (Nutzungsgrad 85 %) | 12,45 ct/kWh | 14,6 ct | 2.707 € |
| Heizöl (Nutzungsgrad 80 %) | 17,3 ct/kWh | 21,6 ct | 3.987 € |
Annahmen wie in unserem Wärmepumpen-Rechner: Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern, Baujahr 1970 bis 1990, teilweise gedämmt. Preise: Pellets DEPI September 2026, Erdgas BDEW August 2026, Heizöl TECSON 02.10.2026 (172,6 Cent je Liter), Wärmepumpentarif 25 Cent. Wartung, Schornsteinfeger und Grundpreise sind nicht enthalten.
Der Heizspiegel 2026 kommt mit eigenen Durchschnittswerten zum gleichen Ergebnis. Für ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern erwartet er 2026 Heizkosten von 1.740 € mit Pellets, 23 % mehr als im Vorjahr, und 1.300 € mit der Wärmepumpe, nur 3 % mehr. In einer 70-Quadratmeter-Wohnung sind es 860 € gegenüber 735 €. Wie sich alle Heizkosten im Winter entwickeln, zeigt der Ratgeber Heizkosten 2026/27.
Angebote vergleichen lohnt sich: Die Preise liegen weit auseinander
Die Verbraucherzentrale fand bei 160 Angeboten für Luft-Wasser-Wärmepumpen Preise von 21.099 € bis 54.168 €. Wer mehrere Angebote vergleicht, zahlt nicht drauf. Unser Partner vermittelt dir kostenlos Angebote geprüfter Fachbetriebe aus deiner Region.
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Weil Restholz knapp ist: Laut Deutschem Pelletinstitut schneiden die Sägewerke wegen schwacher Nachfrage nach Schnittholz deutlich weniger ein, dadurch fehlt der Rohstoff für die Pelletproduktion. Im September 2026 kostete die Tonne bei 6 Tonnen Abnahme 454,21 €, ein Jahr zuvor 335,04 €.
Dazu kommt das übliche Saisonmuster: Im Sommer sind Pellets am günstigsten, mit der Heizsaison zieht der Preis an. Im Juni 2026 lag er noch bei 376,77 € je Tonne oder 7,54 Cent je Kilowattstunde. Selbst damals lag die Wärmepumpe je Kilowattstunde Wärme vorn, mit rund 7,35 gegenüber 8,4 Cent, denn der Pelletpreis bezieht sich auf den Brennstoff, nicht auf die Wärme nach Kesselverlusten. Seit dem Preissprung im Herbst ist der Abstand deutlich größer.
Fair ist auch der Blick auf die Stärken der Pellets: Sie unterliegen nicht dem CO2-Preis und werden mit 7 % Mehrwertsteuer besteuert. Gegenüber Heizöl und Erdgas sind sie laut DEPI weiterhin deutlich günstiger, nach dessen Rechnung um rund 48 % beziehungsweise 20 %. Die Wärmepumpe liegt trotzdem darunter, weil sie aus einer Kilowattstunde Strom 3,4 Kilowattstunden Wärme macht.
Die Pelletheizung ist teurer: Die Energieberatung der Verbraucherzentrale nennt mit Preisstand Juni 2026 im Schnitt rund 42.000 € für einen Pelletkessel und rund 36.000 € für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Beide Werte enthalten die Entsorgung der alten Heizung und den betriebsfertigen Anschluss, aber keine neuen Heizleitungen oder Heizflächen.
Weil beide Systeme mit denselben Sätzen gefördert werden und die förderfähigen Kosten bei 28.000 € gedeckelt sind, bleibt der Abstand nach der Förderung bestehen:
| Pelletkessel | Luft-Wasser-Wärmepumpe | |
|---|---|---|
| Durchschnittspreis (Verbraucherzentrale, Juni 2026) | rund 42.000 € | rund 36.000 € |
| Förderung 46 %, etwa beim Tausch einer Ölheizung | 12.880 € | 12.880 € |
| Eigenanteil | rund 29.120 € | rund 23.120 € |
| Heizkosten im Beispielhaus pro Jahr | rund 1.870 € | 1.359 € |
Die Wärmepumpe ist im Beispiel also bei der Investition rund 6.000 € und bei den Heizkosten gut 500 € im Jahr günstiger. Prüfe bei der Pelletheizung, ob Lagerraum und Fördersystem im Angebot stecken, bei der Wärmepumpe Fundament, Zählerschrank und eventuell neue Heizkörper. Die Durchschnittspreise sind nur ein Anhaltspunkt: Angebote für vergleichbare Anlagen weichen laut Verbraucherzentrale um bis zu 250 % voneinander ab.
Derzeit kaum: Beide bekommen bei der KfW 30 % Grundförderung, den Klimageschwindigkeitsbonus beim Ersatz einer geeigneten Altanlage und den Einkommensbonus, zusammen höchstens 70 %, mit 40-%-Einkommensbonus 80 %. Unterschiede gibt es bei den Zusatzbedingungen und ab 2027.
Für beide Systeme sinkt der Klimabonus ab dem 1. Februar 2027 von 16 auf 12 %, maßgeblich ist der Eingang des Antrags bei der KfW. Alle Details findest du auf unserer Seite zur Förderung, Infos für Haushalte mit kleinerem Einkommen im Ratgeber Einkommensbonus Wärmepumpe.
Wenn die Wärmepumpe in deinem Haus an ihre Grenzen stößt. Das betrifft vor allem drei Situationen.
Sehr hohe Vorlauftemperaturen, die sich nicht senken lassen. Braucht dein Haus im Winter dauerhaft 65 Grad und mehr, und lassen sich die Heizkörper nicht vergrößern, etwa im Baudenkmal, arbeitet eine Wärmepumpe weniger effizient. Ein Pelletkessel liefert hohe Temperaturen ohne Effizienzverlust. Prüfe aber vorher, ob der Tausch einzelner Heizkörper reicht: Oft liegt die nötige Temperatur niedriger als gedacht.
Kein geeigneter Platz für das Außengerät. In sehr dichter Bebauung kann es schwierig sein, die Lärmrichtwerte am Fenster des Nachbarn einzuhalten, nachts zum Beispiel 40 dB(A) im allgemeinen und 35 dB(A) im reinen Wohngebiet. Ein anderer Aufstellort oder eine Erdwärmepumpe lösen das oft, aber nicht immer. Mehr dazu im Ratgeber Lautstärke und Abstand zum Nachbarn.
Vorhandener Lagerraum und günstige Versorgung. Wer einen trockenen Raum für den Jahresvorrat ohnehin frei hat und Pellets aus der Nähe beziehen kann, nutzt diesen Vorteil. Neue Lagerräume für Pellets sind übrigens als Umfeldmaßnahme förderfähig.
In den meisten Fällen, weil sie in Anschaffung und Betrieb günstiger ist und kaum Arbeit macht. Dazu kommen Vorteile, die in keiner Kostentabelle stehen.
Mit einer Rechnung für dein eigenes Haus und echten Angeboten. Entscheidend sind Wärmebedarf, nötige Vorlauftemperatur, Platz für Lager oder Außengerät und der Zustand von Zählerschrank und Heizkörpern.
Mach zuerst den Vorlauftest: Bleiben alle Räume an einem kalten Tag mit 55 Grad Vorlauftemperatur warm, spricht fast alles für die Wärmepumpe. Danach rechnest du die Wärmepumpenseite mit unserem Rechner durch und holst dir kostenlose Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region. Liegt dir bereits ein Pellet-Angebot vor, legst du beide nebeneinander: Investition nach Förderung, Heizkosten, Wartung und Platzbedarf. In den meisten Häusern gewinnt dabei die Wärmepumpe. Wie sie in älteren Gebäuden abschneidet, steht im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.
Häufige Fragen
Ja. Pellets kosten im September 2026 9,1 Cent je Kilowattstunde, Heizöl rund 17,3 Cent und Erdgas 12,45 Cent. Der Heizspiegel 2026 erwartet für ein 130-Quadratmeter-Haus 1.740 € mit Pellets, 1.930 € mit Gas und 2.745 € mit Öl. Am günstigsten ist dort aber die Wärmepumpe mit 1.300 €.
Nein, der Zuschlag von 2.500 € für besonders staubarme Biomasseheizungen ist seit dem 21.07.2026 entfallen. Pelletheizungen bekommen dieselben Fördersätze wie Wärmepumpen, also 30 % Grundförderung plus mögliche Boni. Ab dem 1. Oktober 2027 müssen alle geförderten Biomasseanlagen einen Staubwert von höchstens 2,5 Milligramm je Kubikmeter einhalten.
Nein. Holzpellets fallen nicht unter den nationalen CO2-Preis für Brennstoffe und werden mit 7 % Mehrwertsteuer besteuert. Heizöl trägt dagegen bei 65 € je Tonne rund 20,7 Cent CO2-Kosten je Liter, Erdgas rund 1,4 Cent je Kilowattstunde.
Im Beispielhaus mit 140 Quadratmetern und 18.480 Kilowattstunden Wärmebedarf rund 4 Tonnen, wenn der Kessel 90 % der Energie in Wärme umsetzt. Bei 454,21 € je Tonne kostet das knapp 1.870 € im Jahr. Dafür brauchst du einen trockenen Lagerraum und eine jährliche Lieferung.
Nur wenn die Pelletheizung bei Antragstellung mindestens 20 Jahre in Betrieb ist. Dann gibt es bis zum 31. Januar 2027 zusätzlich 16 % zur Grundförderung von 30 %. Bei jüngeren Biomasseheizungen bleiben die Grundförderung und gegebenenfalls der Einkommensbonus.
Im Sommer 2026 sah es so aus, weil Pellets damals 7,54 Cent je Kilowattstunde kosteten. Dieser Preis bezieht sich aber auf den Brennstoff, je Kilowattstunde Wärme waren es rund 8,4 Cent gegenüber 7,35 Cent mit der Wärmepumpe. Seit September kosten Pellets 9,1 Cent, Wärme daraus rund 10,1 Cent.
Andreas Mali
Gründer & Redaktion WärmepumpenGenie
Andreas Mali ist Gründer von WärmepumpenGenie und recherchiert Förderprogramme, Heizkosten und Technikdaten fortlaufend aus Primärquellen (KfW, BAFA, Verbraucherzentralen, Fraunhofer ISE). Mehr über uns und unsere Methodik
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