9 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-09-24
Bei den Brennstoffkosten liegen beide fast gleichauf: Wärme aus Pellets kostet rund 7,54 Cent je Kilowattstunde, Wärme aus einer Wärmepumpe bei einer Jahresarbeitszahl von 3,4 und 25 Cent Stromtarif rund 7,35 Cent. Den Ausschlag geben deshalb andere Faktoren: Die Wärmepumpe braucht keinen Lagerraum und keine Beschickung, die Pelletheizung kommt mit hohen Vorlauftemperaturen zurecht und ist damit die bessere Wahl für unsanierte Altbauten mit kleinen Heizkörpern. Gefördert werden beide mit 30 % Grundförderung, Pellets zusätzlich mit einem Emissionsminderungszuschlag von 2.500 €.
Die Brennstoffpreise haben sich angenähert:
| Preis je kWh Wärme | |
|---|---|
| Pellets | 7,54 ct |
| Wärmepumpe (JAZ 3,4, Tarif 25 ct) | 7,35 ct |
| Gas (11,93 ct/kWh, Nutzungsgrad 85 %) | 14,04 ct |
| Heizöl (17,4 ct/kWh, Nutzungsgrad 80 %) | 21,75 ct |
Pellets haben dabei steuerliche Vorteile, die oft übersehen werden: Sie sind von der Energiesteuer befreit, unterliegen nicht dem CO₂-Preis und werden mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 % besteuert. Weil der CO₂-Preis in den kommenden Jahren weiter steigt, während Pellets davon ausgenommen bleiben, bleibt dieser Vorteil bestehen.
Der Preis schwankt allerdings saisonal deutlich – im Sommer ist er am niedrigsten, mit Beginn der Heizsaison zieht er an. Wer Lagerplatz hat, kauft im Sommer.
Beide Systeme bekommen die 30 % Grundförderung der KfW und können auf bis zu 70 % steigen, mit dem 40-%-Einkommensbonus auf 80 %. Zwei Unterschiede gibt es:
Pluspunkt Pellets: Für Biomasseheizungen gibt es einen pauschalen Emissionsminderungszuschlag von 2.500 €, wenn ein Staubemissionsgrenzwert von 2,5 mg/m³ eingehalten wird. Dieser Betrag kommt zusätzlich zur prozentualen Förderung.
Pluspunkt Wärmepumpe: Wird eine alte Biomasseheizung ersetzt, gilt der Klimageschwindigkeits-Bonus nur, wenn sie mindestens 20 Jahre alt ist. Beim Ersatz einer Öl- oder Nachtspeicherheizung greift er dagegen ohne Altersgrenze – unabhängig davon, welches neue System eingebaut wird.
Es gibt Fälle, in denen wir klar zur Pelletheizung raten würden:
Unsanierter Altbau mit hoher Vorlauftemperatur. Braucht das Haus im Winter 65 bis 70 Grad Vorlauf, arbeitet eine Wärmepumpe ineffizient. Die Pelletheizung liefert diese Temperaturen ohne Effizienzverlust. Wer die Heizkörper nicht tauschen will oder kann – etwa im Denkmalschutz – fährt damit besser.
Kein Platz für ein Außengerät. In dichter Bebauung, bei strengen Abstandsauflagen oder Lärmschutzkonflikten mit Nachbarn ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe manchmal nicht genehmigungsfähig. Mehr dazu im Ratgeber Lautstärke und Abstand zum Nachbarn.
Vorhandener Lagerraum und günstige Beschaffung. Wer ohnehin einen trockenen Kellerraum frei hat und in einer waldreichen Region mit kurzen Lieferwegen wohnt, kauft Pellets oft unter dem Bundesschnitt.
Schwacher Netzanschluss. Eine Wärmepumpe braucht Leistung. Wo der Hausanschluss ohnehin am Limit ist und der Netzbetreiber eine Verstärkung verlangt, kommen Zusatzkosten dazu.
Kein Lagerraum, keine Arbeit. Pellets brauchen vier bis acht Kubikmeter trockenen Lagerraum, eine jährliche Anlieferung per Silowagen und regelmäßiges Entleeren des Aschebehälters. Die Wärmepumpe braucht nichts davon.
Wartung und Schornsteinfeger. Die Pelletheizung ist eine Feuerungsanlage: Schornsteinfeger, Abgasmessung, jährliche Wartung mit Reinigung des Wärmetauschers. Die Wärmepumpe hat keinen Schornstein und deutlich weniger Wartungsaufwand.
Eigener Solarstrom. Wer eine Photovoltaikanlage hat oder plant, senkt die Heizkosten der Wärmepumpe weiter. Bei Pellets bringt Solarstrom nichts. Wie gut das zusammenspielt, steht im Ratgeber Wärmepumpe und Photovoltaik.
Feinstaub. Pelletheizungen emittieren Feinstaub, moderne Anlagen mit Filter deutlich weniger. In Gebieten mit Luftreinhalteplänen kann das ein Thema sein.
Dann hilft nur die konkrete Rechnung für das eigene Haus: Wärmebedarf, nötige Vorlauftemperatur, verfügbarer Platz, Netzanschluss. Unser Wärmepumpen-Rechner liefert die Zahlen für die Wärmepumpenseite in einer Minute. Für die Gegenrechnung lohnt sich ein Angebot für beide Systeme – über unseren Angebotsvergleich bekommst du Fachbetriebe, die auch Pellet- und Hybridlösungen anbieten.
Fazit: Bei den Brennstoffkosten nehmen sich Pellet und Wärmepumpe 2026 praktisch nichts. Entscheidend sind Vorlauftemperatur, Platz und wie viel Arbeit du mit deiner Heizung haben möchtest. Im unsanierten Altbau mit kleinen Heizkörpern ist die Pelletheizung oft der pragmatischere Weg, in allen anderen Fällen spricht mehr für die Wärmepumpe.
Häufige Fragen
Nein, beide liegen 2026 praktisch gleichauf. Wärme aus Pellets kostet rund 7,54 Cent je Kilowattstunde, Wärme aus einer Wärmepumpe bei Jahresarbeitszahl 3,4 und 25 Cent Stromtarif rund 7,35 Cent. Der Unterschied ist kleiner als die Schwankung der Brennstoffpreise im Jahresverlauf.
Die 30 Prozent Grundförderung und die Boni bis 70 beziehungsweise 80 Prozent gelten für beide. Biomasseheizungen erhalten zusätzlich einen pauschalen Emissionsminderungszuschlag von 2.500 Euro, wenn der Staubemissionsgrenzwert von 2,5 Milligramm je Kubikmeter eingehalten wird.
Im unsanierten Altbau, der im Winter 65 bis 70 Grad Vorlauftemperatur braucht, weil die Wärmepumpe dort ineffizient arbeitet. Außerdem bei fehlendem Platz für ein Außengerät, bei Lärmschutzkonflikten mit Nachbarn, bei vorhandenem Lagerraum und wenn der Hausanschluss für eine Wärmepumpe verstärkt werden müsste.
Für ein Einfamilienhaus rechnet man mit vier bis acht Kubikmetern trockenem Lagerraum, je nach Wärmebedarf. Dazu kommen eine jährliche Anlieferung per Silowagen und das regelmäßige Entleeren des Aschebehälters. Eine Wärmepumpe braucht weder Lager noch Beschickung.
Nein. Pellets sind von der Energiesteuer befreit, unterliegen nicht der CO₂-Bepreisung und werden mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent besteuert. Weil der CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe in den nächsten Jahren weiter steigt, bleibt dieser Vorteil bestehen.