10 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02
Eine durchschnittliche 70-m²-Wohnung kostet 2026 laut Heizspiegel-Prognose zwischen 735 € (Wärmepumpe) und 1.310 € (Fernwärme) im Jahr, ein Einfamilienhaus mit 130 m² zwischen 1.300 € (Wärmepumpe) und 2.745 € (Heizöl). Heizöl und Pellets werden deutlich teurer, Gas im Jahresschnitt etwas günstiger. Für den Winter 2026/27 sprechen hohe Großhandelspreise und niedrige Gasspeicher aber wieder für steigende Gaspreise.
Die Zahlen stammen aus dem Heizspiegel 2026 ↗, den co2online, der Deutsche Mieterbund und der Bauherren-Schutzbund am 22.09.2026 veröffentlicht haben. Grundlage sind zehntausende echte Heizkostenabrechnungen.
Der Heizspiegel 2026 zeigt: Die Wärmepumpe ist in der Wohnung und im Einfamilienhaus die günstigste Heizung, in der Abrechnung 2025 ebenso wie in der Prognose für 2026. Am stärksten steigen 2026 die Kosten für Heizöl und Holzpellets.
| Heizung | Wohnung 70 m², 2025 | Wohnung, 2026 (Prognose) | Haus 130 m², 2025 | Haus, 2026 (Prognose) |
|---|---|---|---|---|
| Wärmepumpe | 715 € | 735 € | 1.260 € | 1.300 € |
| Holzpellets | 735 € | 860 € | 1.415 € | 1.740 € |
| Erdgas | 1.170 € | 1.120 € | 2.040 € | 1.930 € |
| Fernwärme | 1.295 € | 1.310 € | 2.040 € | 2.055 € |
| Heizöl | 1.030 € | 1.275 € | 2.145 € | 2.745 € |
Heizkosten pro Jahr, Quelle: Heizspiegel 2026 von co2online, Deutschem Mieterbund und Bauherren-Schutzbund.
Bis 2045 können sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen laut co2online mehr als verdoppeln, durch steigende CO2-Kosten, höhere Netzentgelte und die Bio-Treppe. Die Wärmepumpe dürfte dauerhaft am günstigsten bleiben.
Öl und Gas werden teurer: Was spart eine Wärmepumpe in deinem Haus?
Laut Heizspiegel 2026 heizt die Wärmepumpe am günstigsten, und die KfW übernimmt bis zu 70 % der förderfähigen Kosten (bei geringem Einkommen bis zu 80 %). Lass dir von Fachbetrieben aus deiner Region kostenlos ausrechnen, was der Umstieg bei dir kostet.
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Am günstigsten heizt 2026 die Wärmepumpe: Im Einfamilienhaus kostet sie laut Heizspiegel-Prognose 630 € weniger als Gas, 755 € weniger als Fernwärme und 1.445 € weniger als Heizöl. In der Wohnung liegt ihr Vorsprung gegenüber Gas bei 385 € im Jahr.
Der Grund ist die Effizienz. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe macht im Bestand aus 1 kWh Strom im Schnitt 3,4 kWh Wärme, eine erdgekoppelte sogar 4,3 kWh (Fraunhofer ISE ↗, 77 vermessene Anlagen). Rechnest du die Energiepreise auf die erzeugte Wärme um, kostet eine Kilowattstunde Wärme mit der Wärmepumpe rund 7,4 ct (25 ct Strom geteilt durch 3,4). Mit einem Gaskessel sind es rund 14,6 ct (12,45 ct bei 85 % Nutzungsgrad), mit einem Ölkessel rund 21,6 ct (17,3 ct bei 80 %).
Auch beim CO2 liegt sie vor Gas und Öl: Für eine 70-m²-Wohnung nennt der Heizspiegel 0,9 t im Jahr, bei Gas 2,1 t und bei Öl 2,8 t. Den ausführlichen Vergleich mit allen Kosten findest du im Ratgeber Gasheizung oder Wärmepumpe.
Gas kostet Haushalte derzeit rund 12 bis 12,5 ct/kWh, Heizöl 172,6 ct pro Liter, Pellets 9,1 ct/kWh und Fernwärme im Mittel 17,3 ct/kWh. Strom für Wärmepumpen liegt mit rund 25 ct/kWh deutlich unter normalem Haushaltsstrom mit 37 ct.
| Energie | Preis | Stand und Quelle |
|---|---|---|
| Erdgas, Durchschnitt Haushalte | 12,45 ct/kWh | BDEW, Monatswert August 2026 |
| Erdgas, Neukunden | rund 12 ct/kWh | Verivox, 02.10.2026 (Anfang 2026: rund 8 ct) |
| Heizöl | 172,6 ct/l (rund 17,3 ct/kWh) | TECSON, 02.10.2026, +83 % zum Vorjahr |
| Holzpellets | 9,1 ct/kWh (454,21 €/t) | DEPI, September 2026, +35,6 % zum Vorjahr |
| Fernwärme | 17,3 ct/kWh (Median) | waermepreise.info, 695 Netze, 01.09.2026 |
| Haushaltsstrom | 37,0 ct/kWh | BDEW, Durchschnitt 2026 |
| Wärmepumpenstrom | rund 25 ct/kWh | Verivox, Heizperiode 2025/26: 25,67 ct |
Bei Gas und Fernwärme sind die festen Preisbestandteile anteilig eingerechnet. Für Wärmepumpenstrom bekommen Neukunden die günstigsten Tarife ab rund 20,7 ct/kWh (Verivox ↗, Juli 2026). Aktuelle Pelletpreise veröffentlicht der DEPI ↗, Fernwärmepreise stehen auf waermepreise.info ↗.
Ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Gasverbrauch zahlt beim aktuellen Durchschnittspreis von 12,45 ct/kWh rund 2.490 € im Jahr, also etwa 208 € im Monat. Eine 70-m²-Wohnung liegt laut Heizspiegel-Prognose bei 1.120 € im Jahr oder rund 93 € im Monat.
So rechnest du deine eigenen Kosten aus:
Ein Beispiel: 15.000 kWh × 12 ct ergeben 1.800 € im Jahr, also 150 € im Monat. Gibt dein Versorger den gestiegenen Großhandelspreis so weiter, wie Verivox es für Bestandskunden erwartet (10 bis 20 %), werden daraus 165 bis 180 € im Monat.
In einem typischen Einfamilienhaus kostet der Strom für die Wärmepumpe rund 1.300 bis 1.400 € im Jahr, also gut 110 € im Monat. Der Heizspiegel nennt für das 130-m²-Haus 1.300 € (Prognose 2026).
Die Rechnung ist einfach: Wärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl ergibt den Stromverbrauch, mal Strompreis ergibt die Kosten.
| Beispiel: Haus mit 140 m², Baujahr 1970–1990, teilweise gedämmt | Wert |
|---|---|
| Wärmebedarf | 18.480 kWh im Jahr |
| Jahresarbeitszahl Luft-Wasser-Wärmepumpe | 3,4 |
| Stromverbrauch | 5.435 kWh im Jahr |
| Kosten mit Wärmepumpentarif (25 ct) | 1.359 € im Jahr, rund 113 € im Monat |
| Kosten mit günstigem Neukundentarif (20,7 ct) | rund 1.125 € im Jahr |
| Zum Vergleich: dasselbe Haus mit Gas (12,45 ct, 85 % Nutzungsgrad) | 2.707 € im Jahr |
Gegenüber Gas spart die Wärmepumpe in diesem Beispiel 1.348 € im Jahr. Je niedriger die Vorlauftemperatur in deinem Haus, desto höher die Jahresarbeitszahl und desto geringer der Stromverbrauch.
Für Gaskunden ist ein Anstieg wahrscheinlich, weil die Großhandelspreise seit dem Sommer stark gestiegen sind und erst mit Verzögerung bei Bestandskunden ankommen. Heizöl ist bereits teuer, Wärmepumpenstrom wurde zuletzt sogar günstiger.
Wie es beim Gaspreis weitergehen könnte, liest du in unserer Gaspreis-Prognose. Ob sich der Heizölkauf jetzt lohnt, klärt der Ratgeber Heizöl kaufen oder warten.
2027 soll der CO2-Preis im bisherigen Korridor von 55 bis 65 € pro Tonne bleiben, ab 2028 bildet er sich im europäischen Emissionshandel ETS2 am Markt. Für Gas und Öl kommt damit ab 2028 ein Preisrisiko hinzu, Strom wird 2027 nur leicht teurer.
Was der CO2-Preis für deine Heizung bedeutet, rechnet der Ratgeber CO2-Preis beim Heizen im Detail durch.
Am schnellsten sparst du mit einem günstigeren Tarif und einer niedrigeren Raumtemperatur, am meisten mit einer effizienteren Heizung. Laut Heizspiegel könnten rund 90 % der Haushalte sparen, im Schnitt 465 € in der Wohnung und 1.000 € im Haus. Schon einfache Verhaltensänderungen senken den Verbrauch um bis zu 10 %.
Wenn du Eigentümer bist und deine Heizung tauschen kannst, lohnt sich der Umstieg besonders: Laut Heizspiegel spart die Wärmepumpe von allen Heizungen am meisten. Mit Förderung holst du den Mehrpreis gegenüber einer neuen Gasheizung beim Umstieg von Öl in 2 bis 3 Jahren wieder herein, beim Umstieg von Gas in 5 bis 7 Jahren.
| Rechenbeispiel Haus mit 140 m² | bisher Gasheizung | bisher Ölheizung |
|---|---|---|
| Heizkosten bisher pro Jahr | 2.707 € | 3.987 € |
| Kosten mit Wärmepumpe pro Jahr | 1.359 € | 1.359 € |
| Ersparnis pro Jahr | 1.348 € | 2.628 € |
| Mehrpreis gegenüber neuer Gasheizung nach Förderung | 7.520 € | 7.520 € |
| Mehrpreis wieder drin nach | 5 bis 7 Jahren | 2 bis 3 Jahren |
Annahmen: Luft-Wasser-Wärmepumpe für 36.400 € (Durchschnitt aus 160 Angeboten, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz), Förderung 46 % auf 28.000 € = 12.880 € (30 % Grundförderung plus 16 % Klimageschwindigkeitsbonus für eine Ölheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung), neue Gasheizung im Schnitt 16.000 €, Öl 172,6 ct/l, Gas 12,45 ct/kWh.
Mit Einkommensbonus wird es noch günstiger: Bei 30 % Bonus beträgt der Mehrpreis nur noch rund 800 €, bei 40 % ist die Wärmepumpe nach Förderung mit 14.000 € sogar billiger als eine neue Gasheizung. Wichtig ist der Stichtag: Geht dein Antrag bis zum 31.01.2027 bei der KfW ein, bekommst du 12.880 € Zuschuss, ab dem 01.02.2027 nur noch 11.445 €. Alle Fördersätze findest du auf unserer Seite zur Wärmepumpen-Förderung, den Ablauf beim Umstieg von Öl im Ratgeber Ölheizung ersetzen.
So gehst du vor: Prüfe mit dem Wärmepumpen-Rechner, was eine Wärmepumpe in deinem Haus kostet und spart. Danach lohnt sich der Preisvergleich, denn Angebote für dieselbe Anlage weichen laut Verbraucherzentrale um bis zu 250 % voneinander ab. Im Wärmepumpen-Check kannst du kostenlose Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region vergleichen. Wohnst du zur Miete, zeig deinem Vermieter den Ratgeber Wärmepumpe für Vermieter: Für ihn wird eine neue Gasheizung ab 2028 deutlich teurer.
Häufige Fragen
Laut Heizspiegel-Prognose 2026 zahlst du mit Wärmepumpe rund 735 € im Jahr, mit Holzpellets 860 €, mit Erdgas 1.120 €, mit Heizöl 1.275 € und mit Fernwärme 1.310 €. Das sind Durchschnittswerte aus echten Abrechnungen. Gebäudezustand und Heizverhalten verschieben deinen Wert nach oben oder unten.
Für viele Haushalte wahrscheinlich ja. Der Großhandelspreis stieg im September erstmals seit 2022 über 80 €/MWh, und Verivox erwartet für Bestandskunden 10 bis 20 % höhere Preise, falls das Niveau anhält. Mit einem Tarif mit zwölf Monaten Preisgarantie sicherst du dir das aktuelle Niveau.
Im 130-m²-Einfamilienhaus laut Heizspiegel-Prognose 2026 rund 2.745 €, das sind 28 % mehr als 2025. Heizöl kostete am 02.10.2026 im Schnitt 172,6 ct pro Liter und damit 83 % mehr als ein Jahr zuvor (TECSON). Ein 130-m²-Haus mit Wärmepumpe liegt laut Heizspiegel bei rund 1.300 €.
Ja, weil sie im Bestand aus 1 kWh Strom im Schnitt 3,4 kWh Wärme macht (Fraunhofer ISE). Eine Kilowattstunde Wärme kostet damit rund 7,4 ct statt rund 14,6 ct mit einem Gaskessel. Der Heizspiegel 2026 bestätigt das: Im Einfamilienhaus heizt die Wärmepumpe rund 630 € im Jahr günstiger als Gas.
Geplant ist wie 2026 ein Korridor von 55 bis 65 € pro Tonne, das Gesetz ist aber noch nicht beschlossen (Stand 02.10.2026). Ab 2028 gilt der EU-Emissionshandel ETS2 ohne festen Höchstpreis. Bei 20.000 kWh Gas macht der CO2-Preis heute 260 bis 310 € im Jahr aus.
Die Speicher sind laut Bundesnetzagentur zu 58 % gefüllt (02.10.2026) und damit deutlich weniger als in den Vorjahren. Die Behörde hält die Gasversorgung trotzdem für gesichert und schätzt die Gefahr einer angespannten Lage als gering ein. Wegen der hohen Preise rät die Bundesnetzagentur aber zum sparsamen Umgang mit Gas.
Die KfW zahlt 30 % Grundförderung. Selbstnutzende Eigentümer bekommen beim Austausch einer Ölheizung oder einer mindestens 20 Jahre alten Gasheizung 16 % Klimabonus dazu, das sind bis zu 12.880 € auf 28.000 € förderfähige Kosten. Mit Einkommensbonus sind bis zu 22.400 € möglich, für Anträge ab dem 01.02.2027 sinkt der Klimabonus auf 12 %.