8 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02
Den einen besten Anbieter gibt es nicht: Entscheidend ist, welches Angebot für dein Haus sauber geplant ist und was es nach Förderung kostet. Online-Komplettanbieter wie Enpal oder Thermondo, Netzwerke wie 1KOMMA5°, Energieversorger wie Octopus Energy und der Heizungsbauer vor Ort arbeiten mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen. Weil Angebote für vergleichbare Wärmepumpen laut Verbraucherzentrale um bis zu 250 % voneinander abweichen, lohnt sich der Vergleich mehrerer Angebote in jedem Fall.
Hier findest du die Anbietertypen mit ihren typischen Vor- und Nachteilen, die Angaben von vier überregionalen Anbietern laut deren Websites und eine Checkliste, mit der du jedes Angebot prüfst. Hinweis in eigener Sache: Wir bewerten keine Unternehmen. Unser Portal finanziert sich über die kostenlose Vermittlung von Angebotsanfragen an Fachbetriebe aus deiner Region.
Grob gibt es sechs Wege zur Wärmepumpe: Online-Komplettanbieter, Netzwerke regionaler Betriebe, den Heizungsbauer vor Ort, Partnerbetriebe der Hersteller, Energieversorger sowie Miet- und Contracting-Anbieter. Die Typen unterscheiden sich vor allem darin, wer plant und einbaut, wie frei die Geräteauswahl ist und wer sich später um Service und Wartung kümmert.
| Anbietertyp | So arbeitet er | Typische Vorteile | Darauf achtest du |
|---|---|---|---|
| Online-Komplettanbieter | bundesweit, Festpreisangebot, Einbau durch eigene Teams oder Partner, oft mit Finanzierung | ein Ansprechpartner von der Planung bis zur Inbetriebnahme, Förderservice | begrenzte Geräteauswahl, Finanzierungskonditionen, Service in deiner Region |
| Netzwerk regionaler Betriebe | Dachmarke mit eigenen Meisterbetrieben vor Ort | lokale Ansprechpartner plus zentrale Technik wie Energiemanagement | Bindung an eigene Software oder Stromtarife |
| Heizungsbauer vor Ort | SHK-Fachbetrieb plant und baut selbst ein | freie Herstellerwahl, kurze Wege bei Störungen, Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten | Terminlage, vollständige Posten, Erfahrung mit Wärmepumpen im Bestand |
| Partnerbetrieb eines Herstellers | Fachbetrieb mit Schulung und Partnerprogramm eines Herstellers | eingespielt auf ein Fabrikat | Vergleichsangebot mit einem zweiten Fabrikat |
| Energieversorger | Wärmepumpe mit Einbau, teils kombiniert mit Strom | Gerät und Energie aus einer Hand | Gerätepreis und Stromtarif getrennt vergleichen |
| Miete und Contracting | Anbieter bleibt Eigentümer, du zahlst eine Monatsrate | kein Startkapital, Service inklusive | höhere Gesamtkosten, lange Laufzeit, wer die Förderung beantragt |
Daneben gibt es Vermittlungsportale wie unseres, die deine Anfrage kostenlos an Fachbetriebe aus deiner Region weiterleiten; den Vertrag schließt du direkt mit dem Betrieb.
Angebote vergleichen lohnt sich: Die Preise liegen weit auseinander
Die Verbraucherzentrale fand bei 160 Angeboten für Luft-Wasser-Wärmepumpen Preise von 21.099 € bis 54.168 €. Wer mehrere Angebote vergleicht, zahlt nicht drauf. Unser Partner vermittelt dir kostenlos Angebote geprüfter Fachbetriebe aus deiner Region.
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Die vier Anbieter unterscheiden sich vor allem im Geschäftsmodell, in der Geräteauswahl und in der Finanzierung. Die Übersicht gibt wieder, was die Unternehmen auf ihren Websites angeben (abgerufen am 02.10.2026); wir haben die Angaben nicht geprüft und bewerten sie nicht.
| Anbieter | Geschäftsmodell laut Website | Wärmepumpen laut Website | Finanzierung laut Website |
|---|---|---|---|
| Enpal | Komplettanbieter, Einbau durch eigene Handwerkerteams in der Region, Wartung durch Enpal | eigene „Enpal Wärmepumpe“ (Datenblatt: Kältemittel R290, fünf Leistungsklassen bis 16 kW) | Kauf oder Ratenkauf „EasyFlex“ ohne Anzahlung, Laufzeit bis 25 Jahre, nach eigener Aussage statt klassischer Miete |
| Thermondo | Komplettanbieter mit über 600 festangestellten Handwerkern, Festpreisangebot und Förderservice | Buderus Logatherm WLW186i AR und LG Therma V R290, beide mit R290 | Ratenkauf „thermondo flex“ über 15 Jahre mit 6,99 % effektivem Jahreszins |
| 1KOMMA5° | Netzwerk eigener Meisterbetriebe in der Region, Energiemanager „Heartbeat AI“ mit dynamischem Stromtarif | Stiebel Eltron und Daikin, auch mit R290 | verweist für den Eigenanteil auf den KfW-Ergänzungskredit |
| Octopus Energy | Energieversorger, Beratung, Förderung, Planung und Installation aus einer Hand | Vaillant aroTHERM plus und pro, Wolf CHA Monoblock | Fördermittelvorschuss: Octopus streckt die Förderung vor |
Quellen der Tabelle: Enpal Wärmepumpe ↗, Enpal Datenblatt ↗, Enpal EasyFlex ↗, Enpal zur Miete ↗, Thermondo ↗, Thermondo Geräte ↗, thermondo flex ↗, 1KOMMA5° ↗, Octopus Energy ↗. Sortiment und Konditionen können sich jederzeit ändern.
Alle vier übernehmen Planung und Einbau. Den KfW-Antrag stellst du aber immer selbst: Laut KfW-Merkblatt 458 ↗ ist eine Antragstellung durch Bevollmächtigte nur bei Eigentümergemeinschaften zugelassen. Vom Anbieter brauchst du dafür die Bestätigung zum Antrag und einen Vertrag mit Förderbedingung.
Pauschal lässt sich das nicht sagen: Uns ist kein unabhängiger Preisvergleich zwischen Anbietertypen bekannt, wohl aber sind die Unterschiede zwischen einzelnen Angeboten groß. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ↗ fand bei 160 Angeboten für Luft-Wasser-Wärmepumpen Gesamtkosten von 21.099 bis 54.168 €, im Schnitt rund 36.400 €; die Energieberatung der Verbraucherzentrale ↗ sieht bei über 2.000 Angeboten Abweichungen von bis zu 250 % für vergleichbare Wärmepumpen.
Achte bei Werbepreisen auf den Fördersatz: Enpal nennt „ab 7.999 €“ und Thermondo „ab 8.700 € nach Förderung“, beide legen laut eigener Website 80 % Förderung zugrunde. Die 80 % bekommen nur Selbstnutzer mit höchstens 30.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen (mit Kind 40.000 €). Ohne Einkommensbonus bekommen Selbstnutzer beim Tausch einer alten Öl- oder Gasheizung 46 % (30 % Grundförderung plus 16 % Klimabonus); bei einem Angebot über 36.400 € bleiben dann rund 23.520 € Eigenanteil.
Vergleichbar werden Angebote erst, wenn sie auf derselben Heizlast beruhen, eine ähnliche Geräteklasse vorsehen und denselben Leistungsumfang haben. Genau das prüft die folgende Checkliste.
Lege die Angebote nebeneinander und prüfe für jedes dieselben acht Punkte. Fehlt etwas, fragst du nach, bevor du unterschreibst.
| Prüfpunkt | Darauf achtest du |
|---|---|
| Heizlast | Raumweise Berechnung nach DIN EN 12831 statt Faustformel; sie ist auch Voraussetzung für die KfW-Förderung |
| Gerät | Hersteller, Modell, Leistung bei deiner Normaußentemperatur, Auslegung auf eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 |
| Kältemittel | Natürliches Kältemittel wie R290; ab 01.01.2028 fördert die KfW nur noch Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel |
| Einzelposten | Montage, Elektro, Zählerschrank, Fundament, Warmwasser, Pufferspeicher, hydraulischer Abgleich, Heizkörper, Demontage der Altanlage |
| Förderabwicklung | Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Förderbedingung, Bestätigung zum Antrag, Hilfe bei den Nachweisen |
| Wartung | Kosten pro Jahr, Intervall, Laufzeit eines Wartungsvertrags |
| Garantie | Dauer, Umfang (Gerät und Arbeit) und Bedingungen, etwa eine Pflichtwartung |
| Zahlungsplan | keine hohe Anzahlung, Schlusszahlung nach Inbetriebnahme |
Wie wichtig der Blick auf die Posten ist, zeigt die Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Rund 80 % der Angebote enthielten Elektroarbeiten, den Umbau des Zählerschranks aber nur etwa ein Drittel. Das Zählerkonzept fehlte in rund 90 % der Angebote, den Heizkörpertausch enthielten nur 23 %. Ein Zählerschrank-Umbau kostete im Median 2.966 € (350 bis 7.765 €), eine Wartung im Schnitt 356 €, die aber selten im Angebot stand. Fehlt ein solcher Posten, ist ein Angebot nur scheinbar günstiger.
Mehr zu den einzelnen Punkten liest du in den Ratgebern Heizlastberechnung, Kältemittel R290 oder R32 und Wärmepumpen-Angebot prüfen.
Hol mindestens drei vergleichbare Angebote ein; die Verbraucherzentrale empfiehlt ausdrücklich, mehrere Angebote einzuholen und sorgfältig zu vergleichen. Bei Abweichungen von bis zu 250 % für vergleichbare Anlagen ist das der größte Sparhebel beim Heizungstausch.
Am schnellsten geht es über unseren Wärmepumpen-Check: Du gibst die Eckdaten deines Hauses ein und kannst kostenlose Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region vergleichen. Die Betriebe rechnen die Förderung ein und liefern die Bestätigung für deinen KfW-Antrag. Was nach Förderung für dich übrig bleibt, zeigt vorab unser Wärmepumpen-Rechner.
Bist du unsicher, kannst du bis zu drei Angebote zusätzlich kostenlos vom Wärmepumpen-Angebotsvergleich der Verbraucherzentrale ↗ prüfen lassen; die Rückmeldung kommt laut Verbraucherzentrale in zwei bis drei Wochen. Plane die Zeit ein: Für die volle Förderung von bis zu 12.880 € statt 11.445 € muss dein KfW-Antrag bis zum 31.01.2027 eingehen, und vorher brauchst du den unterschriebenen Vertrag mit Förderbedingung. Alle Programme findest du in unserer Förderübersicht.
Ein guter Betrieb kommt vor dem Angebot zu dir, berechnet die Heizlast raumweise und erklärt dir Gerät, Vorlauftemperatur und Aufstellort nachvollziehbar. Diese Punkte helfen bei der Auswahl:
Der Vertrag muss die Förderbedingung enthalten, einen Festpreis mit allen Posten nennen und Zahlungen nach Baufortschritt vorsehen. Prüfe außerdem:
Häufige Fragen
Ja, und das solltest du: Fordere von jedem Anbieter dieselben Angaben an, also Heizlast, Gerät mit Leistung bei deiner Normaußentemperatur, Einzelposten, Förderabwicklung und Wartungskosten. Vergleiche dann den Preis nach Förderung. Bei Abweichungen von bis zu 250 % für vergleichbare Anlagen lohnt sich der Aufwand.
Laut den Websites (Stand 02.10.2026) bietet Enpal eine eigene „Enpal Wärmepumpe“ mit dem Kältemittel R290 in fünf Leistungsklassen bis 16 kW an. Thermondo nennt Geräte von Buderus und LG, 1KOMMA5° von Stiebel Eltron und Daikin, Octopus Energy von Vaillant und Wolf. Frag in jedem Angebot nach Hersteller und genauem Modell.
Du selbst. Eine Antragstellung durch Bevollmächtigte lässt die KfW nur bei Eigentümergemeinschaften zu. Der Anbieter liefert die Bestätigung zum Antrag und den Vertrag mit Förderbedingung, den du vor dem Antrag unterschreibst; den Antrag stellst du dann im Portal „Meine KfW“.
Grundsätzlich ja, aber kläre das vorher mit dem Betrieb. Für die KfW-Förderung muss ein Fachunternehmen oder Energieeffizienz-Experte die Bestätigungen vor und nach der Durchführung ausstellen, und Heizlast, hydraulischer Abgleich und Inbetriebnahme müssen dokumentiert sein. Frag auch, wer bei einem selbst gekauften Gerät für Mängel einsteht.
Du bekommst Gerät und Einbau von einem Unternehmen, das du vielleicht schon als Stromlieferanten kennst. Prüfe das Angebot wie jedes andere und vergleiche den Stromtarif getrennt: Wir rechnen für Wärmepumpenstrom mit 25 ct/kWh, günstige Neukundentarife lagen laut Verivox im Juli 2026 bei rund 20,7 ct.
Eine feste Regel gibt es nicht. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz beobachtet, dass teils hohe Anzahlungen verlangt werden, die deine Verhandlungsposition schwächen können. Vereinbare Zahlungen nach Baufortschritt und die Schlusszahlung erst nach Inbetriebnahme und Übergabe aller Unterlagen für die Förderung.