Wärmepumpe finanzieren 2026: KfW-Kredit, Raten oder Miete?

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10 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02

Wie kann ich eine Wärmepumpe finanzieren?

Du finanzierst eine Wärmepumpe am besten in zwei Schritten: Zuerst holst du dir den KfW-Zuschuss von 30 bis 80 %, den Rest deckst du mit Eigenkapital oder dem KfW-Ergänzungskredit, dessen Plus-Variante 358 am 29.09.2026 ab 1,48 % Sollzins (1,49 % effektiv) kostete. Daneben stehen dir der Modernisierungskredit der Hausbank, der Ratenkauf beim Anbieter, Miete oder Contracting und Förderdarlehen einzelner Länder offen. Entscheidend ist die Reihenfolge: erst der Vertrag mit Förderbedingung und der Zuschussantrag, danach binnen zwölf Monaten der Kredit.

WegKostenPasst, wenn …
Eigenkapital plus KfW-Zuschusskeine Zinsendu Rücklagen hast
KfW-Ergänzungskredit Plus (358)ab 1,48 % Sollzins (Stand 29.09.2026)du selbst im Haus wohnst und dein Haushaltseinkommen höchstens 90.000 € beträgt
KfW-Ergänzungskredit (359)ab 4,40 % Sollzins (Stand 29.09.2026)du vermietest oder mehr verdienst
Modernisierungskredit der Bankje nach Bonitätdu ohne KfW-Zuschuss planst, etwa mit dem Steuerbonus
Ratenkauf beim Anbieterje nach Anbieterdu Gerät, Einbau und Finanzierung aus einer Hand willst
Miete oder ContractingMonatsrate inklusive Servicedu kein Kapital binden willst
Landesdarlehenje nach Programmdein Bundesland ein passendes Programm hat

Ein Modernisierungskredit deiner Hausbank kommt vor allem infrage, wenn du ohne KfW-Zuschuss planst, etwa mit dem Steuerbonus, oder Kosten außerhalb der Förderung finanzierst. Der Zins richtet sich nach deiner Bonität; vergleiche immer den effektiven Jahreszins mit dem KfW-Kredit.

Was ist der KfW-Ergänzungskredit 358/359 und wer bekommt den günstigen Zins?

Der Ergänzungskredit ist ein Förderkredit der KfW über bis zu 120.000 € je Wohneinheit, den du nur zusätzlich zu einer Zuschusszusage bekommst. Den Plus-Kredit 358 mit zusätzlichem Zinsvorteil erhalten Selbstnutzer eines Einfamilienhauses oder einer Eigentumswohnung (bei Maßnahmen am Sondereigentum), deren Haushaltsjahreseinkommen 90.000 € nicht übersteigt. Alle anderen, auch Vermieter und Eigentümergemeinschaften, nutzen den 359.

Als Haushaltsjahreseinkommen zählt der Durchschnitt der zu versteuernden Einkommen aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag, und zwar von allen im Haus gemeldeten Eigentümern und ihren Partnern. Finanzieren kannst du bis zu 100 % der förderfähigen Kosten laut Zuschusszusage, also auch den Teil über dem Zuschuss-Höchstbetrag von 28.000 €. Die Zinsen laut KfW-Konditionenanzeiger ↗ (Stand 29.09.2026, abgerufen am 02.10.2026):

Laufzeit / tilgungsfreie Jahre / Zinsbindung358 Plus: Sollzins (effektiv)359: Sollzins (effektiv)
10 / 2 / 10 Jahre1,48 % (1,49 %)4,53 % (4,63 %)
25 / 3 / 10 Jahre2,53 % (2,56 %)4,62 % (4,72 %)
35 / 5 / 10 Jahre2,68 % (2,71 %)4,63 % (4,73 %)
10 Jahre, endfällig2,77 % (2,81 %)4,64 % (4,74 %)

Außerdem wichtig:

Bis 31.01.2027 beantragen: 12.880 € statt 11.445 € Zuschuss

Danach sinkt der Klimabonus von 16 % auf 12 % und die förderfähigen Kosten fallen auf 27.250 €. Es zählt der Tag des Antrags, nicht der Einbau. Für den Antrag brauchst du ein Angebot. Hol es dir jetzt kostenlos von Fachbetrieben aus deiner Region.

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Wie hoch ist die monatliche Rate für eine Wärmepumpe nach Förderung?

Finanzierst du den Eigenanteil von 23.520 € mit dem 358 über 25 Jahre, zahlst du ab dem vierten Jahr rund 116 € im Monat, mit 40-%-Einkommensbonus (14.000 € Eigenanteil) rund 69 €. Beim Umstieg von einer alten Ölheizung sparst du zugleich rund 219 € Heizkosten im Monat: Die Ersparnis ist größer als die Rate.

Annahmen (Stand 02.10.2026): Einfamilienhaus mit 140 m², Baujahr 1970 bis 1990, 18.480 kWh Wärmebedarf im Jahr. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe (Jahresarbeitszahl 3,4) braucht 5.435 kWh Strom zu 25 ct, also 1.359 € im Jahr. Anlagenkosten 36.400 € (Mittelwert der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ↗), Zuschuss 46 % auf 28.000 € = 12.880 €, mit 40-%-Einkommensbonus 80 % = 22.400 €. Die Raten sind gleichbleibende Monatsraten mit den Zinsen vom 29.09.2026, ohne Bankgebühren.

Kredit 358Eigenanteil 23.520 €Eigenanteil 14.000 € (mit Einkommensbonus)
10 Jahre (1,48 %), Jahr 1 bis 2 nur Zinsen29 € im Monat17 € im Monat
10 Jahre (1,48 %), Jahr 3 bis 10260 € im Monat155 € im Monat
10 Jahre: Zinsen insgesamt2.131 €1.268 €
25 Jahre (2,53 %), Jahr 1 bis 3 nur Zinsen50 € im Monat30 € im Monat
25 Jahre (2,53 %), ab Jahr 4116 € im Monat69 € im Monat

Dem stehen die gesparten Heizkosten gegenüber. Eine alte Ölheizung kostet im Beispiel bei 172,6 ct/l (TECSON, 02.10.2026) 3.987 € im Jahr, die Wärmepumpe spart also 2.628 € oder 219 € im Monat. Gegenüber einer mindestens 20 Jahre alten Gasheizung (12,45 ct/kWh laut BDEW) sind es 1.348 € im Jahr oder 112 € im Monat.

Beim 25-Jahres-Kredit endet die Zinsbindung nach zehn Jahren. Für die Restschuld von dann rund 17.400 € macht die KfW ein Anschlussangebot, der Zins kann sich ändern. Steigende Öl-, Gas- und CO2-Preise sind nicht eingerechnet, sie würden die Ersparnis erhöhen. Deine eigenen Zahlen rechnest du mit unserem Wärmepumpen-Rechner durch.

In welcher Reihenfolge beantrage ich Zuschuss und Kredit?

Erst kommt der KfW-Zuschuss, dann der Kredit: Den Ergänzungskredit kannst du nur mit einer Zuschusszusage beantragen, die höchstens zwölf Monate alt ist und deren Zuschuss noch nicht ausgezahlt wurde. So gehst du vor:

  1. Angebote vergleichen: Hol mehrere Angebote ein, am einfachsten über unseren Wärmepumpen-Check: kostenlose Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region vergleichen.
  2. Vertrag mit Förderbedingung: Unterschreibe den Liefer- und Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung der Förderzusage und einem voraussichtlichen Umsetzungsdatum. Ein Vertrag ohne diese Bedingung gilt als Vorhabenbeginn und kostet den Zuschuss.
  3. Bestätigung zum Antrag (BzA): Die stellt dein Fachbetrieb oder ein Energieeffizienz-Experte aus.
  4. Zuschuss beantragen: Den Antrag stellst du selbst im Portal „Meine KfW“, bevor die Arbeiten beginnen. Das Ergebnis siehst du laut KfW sofort.
  5. Kredit beantragen: Binnen zwölf Monaten nach der Zusage bei einem Finanzierungspartner deiner Wahl, etwa Hausbank, Sparkasse oder Genossenschaftsbank. Mit dem Bau darfst du nach der Zusage schon vorher beginnen.
  6. Einbau und Nachweis: Für die Umsetzung hast du 36 Monate, die Nachweise lädst du binnen sechs Monaten nach der letzten Rechnung hoch. Die Auszahlungsbestätigung der KfW reichst du binnen drei Monaten bei deiner Bank ein.

Tempo lohnt sich: Geht dein Antrag bis zum 31.01.2027 bei der KfW ein, bekommst du noch 46 % (30 % Grundförderung plus 16 % Klimabonus) auf bis zu 28.000 €, also bis zu 12.880 € statt 11.445 € bei Antrag ab Februar. Details stehen im Ratgeber Förderung sinkt ab 2027, den Antrag Schritt für Schritt erklärt Wärmepumpen-Förderung beantragen.

Kann der Ergänzungskredit den Zuschuss zwischenfinanzieren?

Ja: Der Ergänzungskredit kann bis zu 100 % der Kosten der bezuschussten Maßnahme vorfinanzieren, denn die KfW zahlt den Zuschuss erst nach Abschluss und Prüfung der Nachweise aus. Kommt das Geld, zahlst du es als Sondertilgung zurück, ab 5.000 € in der ersten Zinsbindung ohne Vorfälligkeitsentschädigung.

Dadurch verkürzt sich die Laufzeit; eine niedrigere Rate kannst du laut KfW im Einzelfall über deine Bank beantragen. Kannst du die Rechnungen bis zur Auszahlung aus Rücklagen zahlen, finanzierst du besser nur den Eigenanteil.

Lohnt sich ein Ratenkauf beim Wärmepumpen-Anbieter?

Ein Ratenkauf ist bequem, weil Gerät, Einbau und Finanzierung aus einer Hand kommen; ob er günstig ist, zeigt der effektive Jahreszins im Vergleich zum KfW-Kredit. Ein Beispiel: Für den Ratenkauf „thermondo flex“ nennt der Anbieter 6,99 % effektiven Jahreszins bei 15 Jahren Laufzeit (Abruf 02.10.2026 ↗). Der KfW-Ergänzungskredit 358 lag am 29.09.2026 bei 1,49 % effektiv (10 Jahre), der 359 je nach Variante bei 4,49 bis 4,74 %.

Darauf achtest du beim Ratenkauf:

Welche Anbietertypen es gibt, zeigt unser Anbieter-Vergleich.

Ist Miete oder Contracting eine Alternative zum Kredit?

Ja, wenn du kein Kapital binden willst: Laut KfW-Merkblatt 458 ↗ ist die Nutzung von Heizungstechnik auch bei Mietkauf, Miete, Leasing und Contracting förderfähig, und die vertraglich vereinbarten Raten für bis zu zehn Jahre zählen als förderfähige Kosten. Betrieb, Instandhaltung und Energie zählen nicht mit; statt der Rechnung reichst du den Vertrag ein.

Ein Beispiel aus unserem Mietratgeber: Bei 175 € im Monat sind in zehn Jahren 21.000 € förderfähig, mit 46 % sind das 9.660 € Zuschuss. Die vollen Boni gibt es nur, wenn du den Antrag als Selbstnutzer selbst stellst. Über 20 Jahre ist der Kauf im Vergleich trotzdem günstiger; die Rechnung findest du im Ratgeber Wärmepumpe mieten.

Welche Landesdarlehen gibt es für Wärmepumpen?

Einige Länder vergeben eigene Förderdarlehen; interessant sind sie vor allem, wenn du den 358 nicht bekommst oder mehr finanzieren willst. Drei Beispiele (Stand 02.10.2026):

Kombinierst du mehrere öffentliche Mittel, gilt laut KfW eine Obergrenze von 60 % der geförderten Kosten. Alle Programme findest du in unserer Förderübersicht.

Welche Tipps machen die Finanzierung günstiger?

Die größten Hebel:

Quellen und weiterführende Links

Häufige Fragen

Bei welcher Bank beantrage ich den KfW-Kredit für die Wärmepumpe?

Nicht direkt bei der KfW, sondern bei einem Finanzierungspartner deiner Wahl: Hausbank, Sparkasse, Genossenschaftsbank, Bausparkasse, Versicherung oder ein Finanzvermittler. Die Bank prüft deine Bonität, vereinbart die Sicherheiten und reicht den Antrag an die KfW weiter. Voraussetzung ist eine KfW-Zuschusszusage, die höchstens zwölf Monate alt ist.

Zählt für die 90.000-€-Grenze beim KfW-Kredit 358 das Bruttoeinkommen?

Nein, es zählt das zu versteuernde Einkommen, im Durchschnitt des zweiten und dritten Jahres vor dem Antrag. Zusammengerechnet werden alle im Haus gemeldeten Eigentümer und ihre Ehe- oder Lebenspartner, Minderjährige zählen nicht mit. Den Nachweis führst du mit den Einkommensteuerbescheiden.

Verliere ich die Förderung, wenn ich zu früh unterschreibe?

Kritisch ist nicht der Kreditvertrag, sondern der Vertrag mit dem Fachbetrieb: Unterschreibst du ihn ohne aufschiebende oder auflösende Förderbedingung, gilt das als Vorhabenbeginn und der Zuschuss ist weg. Bei 46 % Förderung wären das bis zu 12.880 €. Den Ergänzungskredit kannst du ohnehin erst nach der Zuschusszusage beantragen.

Kann ich den KfW-Ergänzungskredit vorzeitig zurückzahlen?

Ja. In der ersten Zinsbindung kannst du jederzeit Beträge ab 5.000 € ohne Vorfälligkeitsentschädigung tilgen, etwa mit dem ausgezahlten Zuschuss. Nach Ablauf der ersten Zinsbindung ist eine außerplanmäßige Tilgung nur noch vollständig und gegen Vorfälligkeitsentschädigung möglich.

Bekomme ich den Ergänzungskredit auch ohne KfW-Zuschuss?

Nein. Der Kredit setzt eine Zuschusszusage der KfW oder einen BEG-Zuwendungsbescheid voraus, die höchstens zwölf Monate alt ist und deren Zuschuss noch nicht ausgezahlt wurde. Willst du ohne Zuschuss bauen, etwa weil du den Steuerbonus nutzt, brauchst du einen normalen Bankkredit.

Kann ich eine Wärmepumpe ganz ohne Eigenkapital finanzieren?

Ja. Der Ergänzungskredit deckt bis zu 100 % der förderfähigen Kosten laut Zuschusszusage und kann sogar den Zuschuss zwischenfinanzieren. Auch Ratenkäufe ohne Anzahlung und Mietmodelle kommen ohne Eigenkapital aus. Eine Bonitätsprüfung durch die Bank gehört aber bei jedem Kredit dazu.

Kann ich die Wärmepumpe über meine bestehende Baufinanzierung mitfinanzieren?

Sprich mit deiner Bank über eine Aufstockung oder ein Zusatzdarlehen und vergleiche den Zins mit dem KfW-Ergänzungskredit, den du mit Zuschusszusage zusätzlich nutzen kannst. Umschuldungen bestehender Kredite und Nachfinanzierungen bereits begonnener oder abgeschlossener Vorhaben schließt die KfW beim Ergänzungskredit aus.

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