10 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-08-27
Bei der Miete zahlst du keine Anschaffungskosten, sondern eine feste Monatsrate über eine lange Laufzeit – üblich sind 10 bis 20 Jahre. Der Anbieter bleibt Eigentümer des Geräts, kümmert sich um Installation, Wartung und Reparaturen und trägt in der Regel das Ausfallrisiko. Am Ende der Laufzeit kannst du die Anlage je nach Vertrag übernehmen, verlängern oder abbauen lassen.
Wichtig ist die Unterscheidung zweier Modelle, die im Alltag beide „Miete" heißen:
Der Markt ist in Bewegung: Seit die BEG-Förderung bis zu 70 % (mit Einkommensbonus 80 %) der Kosten übernimmt, haben mehrere Anbieter ihre Mietmodelle zugunsten von Ratenkauf-Angeboten zurückgefahren. Stand August 2026 sieht das Bild so aus:
| Anbieter | Modell | Konditionen (Stand 8/2026) |
|---|---|---|
| Enpal | Klassische Miete | Laut Vergleichsportalen ca. 149–200 €/Monat, Laufzeit 10–20 Jahre, Wartung, Versicherung und Reparaturen inklusive; Enpal selbst beziffert die Miete öffentlich nicht mehr, im Vordergrund steht der Ratenkauf „EasyFlex" (ca. 66–200 €/Monat, max. 15 Jahre, 5,99 % Zins, 0 € Anzahlung) |
| Thermondo | „thermondo easy" (Miete) | Ab 209 €/Monat, bis 15 Jahre, inkl. Installation, Wartung, Reparaturen und Entsorgung der Altanlage – laut Anbieterseite derzeit ausgesetzt; Alternative ist der Ratenkauf „thermondo flex" ab 78 €/Monat (15 Jahre, 6,99 % effektiver Jahreszins) |
| 1KOMMA5° | Kein Mietmodell | Verkauft und finanziert Wärmepumpen und kritisiert Mietmodelle öffentlich wegen Gesamtkosten und Intransparenz bei der Förderung |
| Viessmann Wärme+Strom | Miete | Bis 15 Jahre, Rate individuell; Wartung, Ersatzteile, Reparaturen, Schornsteinfeger und 24/7-Notfallnummer inklusive; Übernahme nach Mietende möglich |
Als Faustregel für Vollservice-Mieten kannst du mit 150 bis 250 € pro Monat rechnen – abhängig von Gerät, Laufzeit und davon, ob der Anbieter die Förderung in die Rate einrechnet. Frag immer nach der Gesamtsumme über die Laufzeit, nicht nur nach der Monatsrate.
Ja – und das ist der Punkt, an dem die meisten Angebote intransparent werden. Das KfW-Merkblatt zum Zuschuss 458 stellt klar: Die Nutzung von Heizungstechnik ist auch bei Mietkauf, Miete, Leasing und Contracting förderfähig. Als förderfähige Kosten gelten die vertraglich vereinbarten Raten der ersten zehn Jahre – bis zur Höchstgrenze von 28.000 € für die erste Wohneinheit. Betriebs-, Wartungs- und Energiekosten zählen nicht mit. Statt der Rechnung reichst du den Vertrag ein, und mindestens eine Zahlung muss unbar geleistet sein.
Entscheidend ist, wer den Antrag stellt:
Ein Beispiel: Bei 175 €/Monat sind 21.000 € Raten in zehn Jahren förderfähig. Mit 46 % (Grundförderung plus Klimageschwindigkeitsbonus) ergibt das 9.660 € Zuschuss – vorausgesetzt, du stellst den Antrag vor Vertragsbeginn selbst und der Anbieter hat die Förderung nicht bereits kassiert.
Damit die Rechnung fair bleibt, gelten für beide Varianten dieselbe Luft-Wasser-Wärmepumpe und dieselben Stromkosten (die fallen bei Miete und Kauf gleich an und bleiben deshalb außen vor). Annahmen: Komplettkosten 30.000 € (marktüblich sind 20.000–35.000 €), förderfähig 28.000 €, Fördersatz 46 %, Wartung 200 €/Jahr, Reparaturrücklage 3.000 € über 20 Jahre, Mietrate 175 €/Monat.
| Position | Kauf (bar) | Kauf (KfW-Kredit, 3 %, 10 Jahre) | Miete mit eigenem Antrag | Miete ohne Förderung |
|---|---|---|---|---|
| Anschaffung / Raten | 30.000 € | 30.000 € | 42.000 € | 42.000 € |
| BEG-Zuschuss | −12.880 € | −12.880 € | −9.660 € | 0 € |
| Zinsen | 0 € | ca. 2.700 € | inkl. | inkl. |
| Wartung + Reparaturen | 7.000 € | 7.000 € | inkl. | inkl. |
| Summe 20 Jahre | ca. 24.100 € | ca. 26.800 € | ca. 32.300 € | ca. 42.000 € |
Selbst wenn du den Kauf komplett über den zinsverbilligten KfW-Ergänzungskredit (358/359, bis 120.000 € je Wohneinheit, Zinsvorteil bei Haushaltseinkommen bis 90.000 €) finanzierst, bleibt der Kauf in diesem Beispiel rund 5.500 bis 15.000 € günstiger. Bei Mietraten von 200 € und mehr wächst der Abstand weiter. Der Vorteil der Miete liegt nicht im Preis, sondern im Rundum-Service ohne Startkapital.
Die Verbraucherzentrale beschäftigt sich seit Jahren mit Heizungs-Contracting und nennt typische Stolpersteine, die auch für Gerätemiete gelten:
Miete ist die richtige Wahl, wenn du kein Eigenkapital einsetzen willst oder kannst, keinen Kredit bekommst und dir kalkulierbare Fixkosten mit Vollservice wichtiger sind als der niedrigste Gesamtpreis. Auch wer eine Immobilie nur noch wenige Jahre halten will, profitiert von der Flexibilität – sofern die Übergabe an einen Käufer sauber geregelt ist.
Kaufen solltest du dagegen, wenn du Rücklagen oder Zugang zum KfW-Ergänzungskredit hast – und vor allem, wenn du den Einkommensbonus erhältst: Mit bis zu 80 % Förderung kostet eine 30.000-€-Anlage im Eigenanteil nur noch rund 7.600 €. Gegen diesen Preis kommt kein Mietmodell an.
Die Wärmepumpen-Miete ist 2026 ein Nischenangebot mit Vollservice-Charme, aber deutlich höheren Gesamtkosten. Wenn Miete, dann mit fester Rate, eigenem KfW-Antrag, Kaufoption und klarer Verkaufsregelung. Ob Kauf oder Miete für dein Haus günstiger ist, zeigt dir in zwei Minuten unser Wärmepumpen-Rechner.