Geprüft am 02. Oktober 2026
10 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02
Eine Mietwärmepumpe lohnt sich vor allem, wenn du kein Eigenkapital einsetzen willst und dir Vollservice mit festen Raten wichtiger ist als der niedrigste Gesamtpreis. Mietangebote starten bei rund 150 bis 210 € im Monat. Über 20 Jahre ist der Kauf mit KfW-Förderung im Rechenbeispiel rund 3.000 bis 16.800 € günstiger. Die Förderung von bis zu 70 %, mit dem 40-%-Einkommensbonus bis 80 %, gibt es auch bei Miete, in voller Höhe aber nur mit eigenem Antrag.
Der Markt hat sich verändert: thermondo hat seine Miete wegen einer Änderung der Bundesförderung ausgesetzt, Enpal setzt auf Ratenkauf statt Miete. Für die meisten Eigentümer ist ohnehin der Kauf mit Förderung der günstigere Weg, und mit dem zinsgünstigen KfW-Ergänzungskredit geht das auch ohne Erspartes.
Bei der Miete zahlst du keine Anschaffungskosten, sondern eine feste Monatsrate über eine lange Laufzeit, üblich sind 10 bis 20 Jahre. Der Anbieter bleibt Eigentümer, kümmert sich um Installation, Wartung und Reparaturen und trägt in der Regel das Ausfallrisiko, am Ende kannst du die Anlage je nach Vertrag übernehmen, verlängern oder abbauen lassen.
Wichtig ist die Unterscheidung zweier Modelle, die im Alltag beide „Miete“ heißen:
Angebote vergleichen lohnt sich: Die Preise liegen weit auseinander
Die Verbraucherzentrale fand bei 160 Angeboten für Luft-Wasser-Wärmepumpen Preise von 21.099 € bis 54.168 €. Wer mehrere Angebote vergleicht, zahlt nicht drauf. Unser Partner vermittelt dir kostenlos Angebote geprüfter Fachbetriebe aus deiner Region.
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Klassische Mietmodelle sind 2026 selten: Viessmann bietet mit „Viessmann Wärme+Strom“ weiterhin eine Miete über bis zu 15 Jahre an, thermondo hat seine Miete ausgesetzt, und Enpal setzt auf Ratenkauf statt Miete. Grund für den Rückzug ist laut thermondo eine Änderung der Bundesförderung beim Heizungstausch.
| Anbieter | Modell | Konditionen laut Anbieterseite (Stand 02.10.2026) |
|---|---|---|
| Viessmann Wärme+Strom | Miete | bis zu 15 Jahre Rundum-Service und Garantie. Wartungen, Ersatzteile, Reparaturen, Schornsteinfegerleistungen und 24/7-Notfallnummer inklusive, 0 € Anschaffungskosten. Rate individuell über den Fachpartner, kostengünstige Übernahme nach Mietende möglich |
| thermondo | Miete „thermondo easy“ ausgesetzt | zuletzt ab 209 € im Monat bei bis zu 15 Jahren, als Alternative Ratenkauf „thermondo flex“ mit 15 Jahren Laufzeit und 6,99 % effektivem Jahreszins |
| Enpal | Ratenkauf „EasyFlex“ statt Miete | 0 € Anzahlung, 5,99 % gebundener Zinssatz, auf der Mietseite nennt Enpal Raten von 66 bis 200 € im Monat bei bis zu 15 Jahren und beziffert klassische Mietangebote am Markt mit 149 bis 200 € im Monat bei 10 bis 20 Jahren |
| 1KOMMA5° | Kauf | auf der Website kein Mietangebot gefunden |
Als Faustregel kannst du für Vollservice-Mieten mit Einstiegspreisen von rund 150 bis 210 € im Monat rechnen, für größere Anlagen liegt die Rate entsprechend höher. Frag immer nach der Gesamtsumme über die Laufzeit, nicht nur nach der Monatsrate, und vergleich sie mit dem Kaufpreis nach Förderung. Kaufangebote bekommst du über unseren Wärmepumpen-Check: kostenlose Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region vergleichen. Woran du ein gutes Angebot erkennst, zeigt unsere Checkliste zum Wärmepumpen-Angebot.
Ja, laut KfW-Merkblatt 458 ist die Wärmepumpe auch bei Mietkauf, Miete, Leasing und Contracting förderfähig, als Kosten zählen die vertraglich vereinbarten Raten der ersten zehn Jahre, höchstens 28.000 € für die erste Wohneinheit. Nicht mit zählen Kosten für Betrieb, Instandhaltung und Energie, und statt einer Rechnung reichst du den Vertrag ein, auf den mindestens eine Zahlung unbar geleistet sein muss.
Entscheidend ist, wer den Antrag stellt:
Ein Beispiel: Bei 210 € im Monat sind höchstens 25.200 € Raten aus zehn Jahren förderfähig, und nur, soweit sie nicht auf Wartung und Reparaturen entfallen. Mit 46 % Förderung ergibt das bis zu 11.592 € Zuschuss, vorausgesetzt, du stellst den Antrag selbst und der Anbieter hat für die Anlage nicht schon Förderung beantragt. Wie sich der Klimabonus ab Februar 2027 verringert, zeigt der Degressions-Fahrplan, den Antrag erklärt die Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Förderung.
Über 20 Jahre ist der Kauf günstiger: Für dieselbe Durchschnittsanlage zahlst du beim Kauf mit Förderung rund 33.640 € (bar) beziehungsweise 35.770 € (mit KfW-Kredit), bei Miete mit eigenem Förderantrag rund 38.810 € und bei Miete ohne Förderung 50.400 €. Die Stromkosten sind in allen Varianten gleich und bleiben deshalb außen vor.
Annahmen: Komplettkosten 36.400 € (Durchschnitt laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz), förderfähig 28.000 €, Fördersatz 46 %, Wartung 356 € im Jahr (durchschnittlicher Preis je Wartung laut Verbraucherzentrale), Reparaturrücklage 3.000 € über 20 Jahre, Mietrate 210 € im Monat über 20 Jahre (zum Vergleich: thermondo verlangte zuletzt ab 209 €). Kredit: Eigenanteil 23.520 € über den KfW-Kredit 358 zu 1,48 % Sollzins, 10 Jahre Laufzeit mit zwei tilgungsfreien Jahren (Stand 29.09.2026).
| Position | Kauf (bar) | Kauf (KfW-Kredit 358) | Miete mit eigenem Antrag | Miete ohne Förderung |
|---|---|---|---|---|
| Anschaffung oder Raten | 36.400 € | 36.400 € | 50.400 € | 50.400 € |
| KfW-Zuschuss | −12.880 € | −12.880 € | bis −11.592 € | 0 € |
| Zinsen | 0 € | rund 2.130 € | in der Rate | in der Rate |
| Wartung und Reparaturen | 10.120 € | 10.120 € | in der Rate | in der Rate |
| Summe über 20 Jahre | 33.640 € | rund 35.770 € | rund 38.810 € | 50.400 € |
Der Kauf liegt im Beispiel also rund 3.000 bis 16.800 € vorn, bei höheren Mietraten wächst der Abstand. Läuft der Mietvertrag kürzer, kommen nach dem Ende noch ein Übernahmepreis und eigene Wartungskosten hinzu. Mit Einkommensbonus wird der Kauf noch attraktiver: Mit 40 % Bonus kostet die Anlage im Kauf über 20 Jahre nur 24.120 € (14.000 € Eigenanteil plus Wartung und Reparaturen). Selbst wenn du auch bei der Miete 80 % Förderung bekommst, liegt der Kauf noch rund 6.100 € vorn. Was eine Wärmepumpe im Kauf genau kostet, zeigt der Ratgeber Was kostet eine Wärmepumpe?.
Am günstigsten mit dem KfW-Ergänzungskredit: Selbstnutzer mit bis zu 90.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen bekommen im Kredit 358 laut KfW ab 1,48 % Sollzins (Stand 29.09.2026), finanzierbar sind bis zu 120.000 € je Wohneinheit. Ratenkäufe beim Anbieter sind deutlich teurer, etwa mit 5,99 % Zins bei Enpal oder 6,99 % effektivem Jahreszins bei thermondo.
Mit Einkommensbonus wird es noch leichter: Bei 40 % Bonus bleiben von einer Durchschnittsanlage nur 14.000 € zu finanzieren, weniger als eine neue Gasheizung im Schnitt kostet (16.000 €). Ob du den Bonus bekommst, klärt der Ratgeber Einkommensbonus für die Wärmepumpe, alle Finanzierungswege vergleicht der Ratgeber Wärmepumpe finanzieren.
Die wichtigsten Vertragsfallen sind lange Laufzeiten ohne ordentliche Kündigung, Preisanpassungsklauseln, eine Kaufpflicht statt Kaufoption, ein ungeregelter Hausverkauf, Grunddienstbarkeiten im Grundbuch und fehlende Reaktionszeiten bei Störungen. Die Verbraucherzentrale nennt diese Punkte für Contracting-Verträge, sie gelten aber genauso für die Gerätemiete.
Miete passt, wenn du kein Eigenkapital einsetzen willst oder keinen Kredit bekommst und dir planbare Fixkosten mit Vollservice wichtiger sind als der niedrigste Gesamtpreis. Für alle anderen ist der Kauf mit Förderung der bessere Weg, besonders mit Einkommensbonus.
Miete kann passen, wenn
Kaufen lohnt sich, wenn
Ob Kauf oder Miete für dein Haus günstiger ist, rechnest du mit unserem Wärmepumpen-Rechner nach: Er zeigt Kosten, Förderung und Ersparnis für deine Angaben. Bist du Vermieter, findest du die Besonderheiten bei Förderung und Umlage im Ratgeber Wärmepumpe für Vermieter.
Häufige Fragen
Ja. Laut KfW-Merkblatt 458 sind Miete, Mietkauf, Leasing und Contracting förderfähig, als Kosten gelten die Raten der ersten zehn Jahre bis zur Höchstgrenze von 28.000 €, ohne Anteile für Betrieb, Instandhaltung und Energie. Die vollen Boni erhältst du aber nur, wenn du als selbstnutzender Eigentümer den Antrag selbst stellst, beantragt der Anbieter, bleibt es bei der Grundförderung von 30 %.
Mietangebote starten bei rund 150 bis 210 € im Monat: Enpal beziffert klassische Mietangebote am Markt mit 149 bis 200 €, thermondo verlangte zuletzt ab 209 €. Bei der Gerätemiete kommt der Strom dazu, im Beispielhaus mit 140 m² rund 1.359 € im Jahr mit Wärmepumpentarif. Für größere Anlagen liegt die Rate höher.
Das regelt allein der Vertrag. Manche Anbieter übertragen die Anlage nach 15 oder 20 Jahren für einen symbolischen Betrag, andere verlangen einen Restwert oder bauen das Gerät ab. Viessmann etwa bietet eine kostengünstige Übernahme nach Mietende an. Achte auf eine echte Kaufoption, bei der du am Ende frei entscheiden kannst.
In der Regel nicht ordentlich. Ein Ausstieg ist meist nur über den kostenpflichtigen Herauskauf der Anlage möglich, dessen Berechnung im Vertrag stehen sollte. Bei Wärmeliefer-Contracting gilt eine Höchstlaufzeit von zehn Jahren, danach verlängert sich der Vertrag um fünf Jahre, wenn du nicht neun Monate vor Ablauf kündigst.
Über 15 bis 20 Jahre fast immer, weil die Raten Finanzierung, Service und Marge enthalten. In unserem Beispiel liegt die Miete über 20 Jahre rund 3.000 bis 16.800 € über dem Kauf mit Förderung. Dafür entfallen Startkapital, Reparaturrisiko und Organisationsaufwand, das ist der eigentliche Preis der Bequemlichkeit.
Das regelt allein der Vertrag. Die Verbraucherzentrale rät, die Übernahme durch den Käufer nur als Option zu vereinbaren, nicht als Pflicht, oder eine angemessene Entschädigung für die vorzeitige Beendigung festzulegen. Eine Grunddienstbarkeit im Grundbuch solltest du möglichst nicht bestellen, weil sie den Verkauf erschweren kann.
Viessmann nennt für sein Mietmodell Wärme+Strom keinen festen Preis, die Rate legt der Fachpartner individuell fest. Enthalten sind laut Anbieterseite (Stand 02.10.2026) bis zu 15 Jahre Rundum-Service mit Wartung, Ersatzteilen, Reparaturen, Schornsteinfegerleistungen und einer 24/7-Notfallnummer bei 0 € Anschaffungskosten, nach Mietende ist eine kostengünstige Übernahme möglich. Als Orientierung für Vollservice-Mieten gelten am Markt rund 150 bis 210 € im Monat. Lass dir immer die Gesamtsumme über die Laufzeit ausrechnen und vergleich sie mit dem Kaufpreis nach Förderung, denn der Kauf liegt in unserem Rechenbeispiel über 20 Jahre rund 3.000 bis 16.800 € vorn.
Nein, Enpal setzt inzwischen auf den Ratenkauf EasyFlex statt auf Miete: 0 € Anzahlung, 5,99 % gebundener Zinssatz und bis zu 15 Jahre Laufzeit, die Raten nennt Enpal mit 66 bis 200 € im Monat (Stand 02.10.2026). Klassische Mietangebote am Markt beziffert Enpal selbst mit 149 bis 200 € im Monat bei 10 bis 20 Jahren Laufzeit. Der Unterschied zählt: Beim Ratenkauf gehört dir die Anlage, du kannst die KfW-Förderung selbst beantragen und zahlst nach der letzten Rate nichts mehr. Bei der Miete bleibt der Anbieter Eigentümer, dafür trägt er das Ausfallrisiko.
Andreas Mali
Gründer & Redaktion WärmepumpenGenie
Andreas Mali ist Gründer von WärmepumpenGenie und recherchiert Förderprogramme, Heizkosten und Technikdaten fortlaufend aus Primärquellen (KfW, BAFA, Verbraucherzentralen, Fraunhofer ISE). Mehr über uns und unsere Methodik
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