Wärmepumpe im Winter: Effizienz, Abtauen & Vereisung

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9 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02

Funktioniert eine Wärmepumpe auch bei minus 10 oder minus 15 Grad?

Ja, eine richtig ausgelegte Luft-Wasser-Wärmepumpe heizt auch bei minus 10 oder minus 15 Grad zuverlässig, denn sie wird für die tiefste Auslegungstemperatur deines Wohnorts geplant. Die Stiftung Warentest hat 2025 fünf Geräte bei Außentemperaturen bis minus 15 Grad gemessen, und in der Feldmessung des Fraunhofer ISE lieferten Luft-Wasser-Wärmepumpen selbst im schwächsten Monat noch 2,7 kWh Wärme je kWh Strom. Für die wenigen sehr kalten Stunden hat die Anlage zudem eine Reserve.

Die Wärmepumpe ist längst Alltag: Ende 2025 waren in Deutschland rund 1,9 Millionen in Betrieb, und 2025 war sie erstmals das meistverkaufte Heizsystem. Im Warentest mussten alle Geräte bei minus 10 Grad eine Vorlauftemperatur von 55 Grad erreichen. Das reicht für die meisten Heizkörper-Anlagen: Im Fraunhofer-Feld lagen deren Vorlauftemperaturen bei −10 °C meist darunter. Erst bei klirrender Kälte muss laut Stiftung Warentest der eingebaute Heizstab nachhelfen.

Was bedeutet die Normaußentemperatur für meine Wärmepumpe?

Die Normaußentemperatur ist die tiefe Außentemperatur, für die dein Fachbetrieb die Heizlast deines Hauses berechnet und die Wärmepumpe auslegt. Je nach Postleitzahl liegt sie zwischen etwa −7 und −19 °C, in rund 90 % der Gebiete zwischen −9 und −15 °C (eigene Auswertung der BWP-Klimakarte, Werte nach DIN/TS 12831-1).

Ort (Beispiele)Normaußentemperatur
Köln, Düsseldorfrund −8 °C
Hamburg, Frankfurt am Mainrund −9 °C
Stuttgart, Hannoverrund −11 °C
Berlin, München, Nürnbergrund −12 bis −13 °C
Dresden, Erfurtrund −13 °C
Hofrund −15 °C
Oberstdorfrund −17 °C

Deinen eigenen Wert findest du per Postleitzahl in der Klimakarte des Bundesverbands Wärmepumpe ↗. Diese Temperatur ist der Planungsfall, kein Ausnahmezustand. Und solche Tage sind selten: Im Fraunhofer-Messzeitraum von Juli 2021 bis Dezember 2024 lag das Deutschland-Mittel nur in wenigen kurzen Kälteperioden unter −5 °C, der größte Teil der Heizenergie fiel bei Außentemperaturen zwischen 0 und 5 °C an.

Die meisten vermessenen Wärmepumpen hatten bei −7 °C sogar deutliche Leistungsreserven, nur wenige konnten die Last ihres Hauses bei dieser Temperatur nicht allein decken. Wie die Heizlast richtig bestimmt wird, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe Größe berechnen.

Öl und Gas werden teurer: Was spart eine Wärmepumpe in deinem Haus?

Laut Heizspiegel 2026 heizt die Wärmepumpe am günstigsten, und die KfW übernimmt bis zu 70 % der förderfähigen Kosten (bei geringem Einkommen bis zu 80 %). Lass dir von Fachbetrieben aus deiner Region kostenlos ausrechnen, was der Umstieg bei dir kostet.

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Wie effizient arbeitet eine Wärmepumpe im Winter?

Im Winter sinkt die Effizienz, bleibt aber weit über der einer Elektroheizung: Bei 22 Luft-Wasser-Wärmepumpen, die das Fraunhofer ISE drei Jahre lang gemessen hat, lag die Monatsarbeitszahl im Januar im Mittel bei 2,9 und im schwächsten Monat (Dezember 2022, im Mittel 2 °C) bei 2,7. Im Oktober waren es 3,7.

Herstellerdaten zeigen dasselbe Bild. Die Vaillant aroTHERM plus ↗ der 10-kW-Klasse liefert laut Datenblatt bei −7 °C Außenluft und 35 °C Vorlauf 10,58 kW Wärme aus 3,52 kW Strom, das ist ein COP von 3,01. Bei 55 °C Vorlauf sind es 2,03. Bei einer einzelnen Fraunhofer-Messanlage lag die Tagesarbeitszahl der Wärmepumpe selbst (ohne Heizstab) an Tagen um −9 °C noch bei rund 2,5.

Für deine Heizkosten heißt das: Bei 25 ct/kWh kostet eine Kilowattstunde Wärme mit der Arbeitszahl des schwächsten Messmonats (2,7) rund 9,3 ct. Aus der Gasheizung kostet sie rund 14,6 ct (12,45 ct/kWh, Nutzungsgrad 0,85), aus der Ölheizung rund 21,6 ct (172,6 ct/l, Nutzungsgrad 0,80). Gas wäre erst günstiger, wenn die Arbeitszahl unter etwa 1,7 fiele, und selbst die Datenblattwerte bei −7 °C und 55 °C Vorlauf liegen darüber.

Erdwärmepumpen spüren den Frost kaum, weil sie ihre Wärme aus dem Untergrund holen. Im Feld kamen sie auf eine JAZ von 4,3 und brauchten den Heizstab praktisch nie.

Warum dampft oder vereist das Außengerät im Winter?

Das ist normal: Die Wärmepumpe kühlt die angesaugte Außenluft ab, dabei kondensiert Feuchtigkeit an den Lamellen und gefriert bei Frost zu Reif. Den entfernt das Gerät regelmäßig durch Abtauen, und dabei steigt sichtbarer Dampf auf.

Alle Luft-Wasser-Wärmepumpen der Fraunhofer-Studie tauen per Prozessumkehr ab: Der Kältekreis läuft kurz rückwärts und schickt warmes Kältemittel durch den Wärmetauscher im Außengerät. Die Wärme dafür kommt aus dem Heizungswasser oder dem Pufferspeicher, danach läuft Tauwasser ab. Bosch ↗ nennt Dampf und Kondenswasser ausdrücklich normale Begleiterscheinungen des Winterbetriebs und keinen Hinweis auf einen Defekt.

Normal ist:

Prüfen lassen solltest du:

Wie oft taut eine Wärmepumpe ab, und kostet das viel Strom?

Wie oft eine Wärmepumpe abtaut, hängt vor allem von Temperatur und Luftfeuchte ab: Am meisten Reif bildet sich bei feuchtem Wetter um den Gefrierpunkt, sehr kalte Luft enthält dagegen wenig Feuchtigkeit. Die Energie fürs Abtauen ist in den gemessenen Jahresarbeitszahlen bereits enthalten.

Das Fraunhofer ISE hat die Wärme, die beim Abtauen aus dem Heizsystem entnommen wird, gemessen und von der erzeugten Wärme abgezogen. Die mittlere JAZ von 3,4 gilt also einschließlich Abtauen. Damit es nicht öfter als nötig passiert, braucht das Außengerät einen Platz mit freier Luftzirkulation, an dem die ausgeblasene kalte Luft nicht gleich wieder angesaugt wird.

Wann springt im Winter der Heizstab an?

Der Heizstab springt nur an den kältesten Tagen ein, wenn die Wärmepumpe allein nicht mehr genug Leistung hat, oder als Notheizung bei einer Störung. In der Fraunhofer-Messung schaltete er bei den knapp ausgelegten Anlagen erst ab einem Tagesmittel von etwa −2 bis −4 °C zu, während die Wärmepumpe schon fast den ganzen Tag unter Volllast lief.

Über das ganze Jahr entfielen auf die Heizstäbe bei den Luft-Wasser-Wärmepumpen nur 1,3 % des Stromverbrauchs, bei Erdwärmepumpen nahezu nichts. Fraunhofer weist darauf hin, dass die Messjahre eher mild waren; in einem kalten Winter liegt der Anteil höher. Teuer wird es erst, wenn der Heizstab dauerhaft läuft, etwa wegen eines Defekts oder einer falschen Einstellung. Was eine Stunde Heizstab kostet und woran du Fehlbetrieb erkennst, steht im Ratgeber Heizstab der Wärmepumpe.

Muss ich das Außengerät vor Schnee, Laub und Eis schützen?

Du musst es nicht einpacken, aber frei halten: Die Wärmepumpe braucht einen ungehinderten Luftstrom, deshalb dürfen Schnee, Laub oder Planen weder die Ansaug- noch die Ausblasseite verdecken.

Was passiert bei einem Stromausfall im Winter?

Bei einem Stromausfall steht die Wärmepumpe still, genau wie eine Gas- oder Ölheizung, deren Brenner, Pumpen und Regelung ebenfalls Strom brauchen. Kurze Unterbrechungen sind unkritisch und zudem selten: Laut Bundesnetzagentur war 2024 jeder Stromkunde in Deutschland im Schnitt nur rund 12 Minuten ungeplant ohne Strom.

Das Haus kühlt nicht schlagartig aus, weil Wände, Böden und das Heizungswasser Wärme speichern. Kommt der Strom zurück, prüfe kurz das Display auf Fehlermeldungen und ob Uhrzeit und Zeitprogramme noch stimmen.

Einfrieren ist vor allem bei Monoblock-Geräten ein Thema, weil dort Heizungswasser durch Leitungen ins Außengerät fließt. Viessmann ↗ schreibt, ein Einfrieren der Leitungen sei nur bei extremen Temperaturen zu befürchten; gut gedämmte, kurze Leitungen senken das Risiko. Bei Split-Geräten fließt nur Kältemittel nach draußen, laut Vaillant ↗ besteht dort kein Einfrierrisiko. Frag bei der Planung, wie der Frostschutz deiner Anlage gelöst ist. Die Bauarten im Vergleich zeigt der Ratgeber Monoblock oder Split.

Wie stelle ich die Wärmepumpe im Winter richtig ein?

Stell die Heizkurve so niedrig ein, dass alle Räume gerade warm werden, und dreh sie bei Kälte nicht vorsorglich hoch. In der Fraunhofer-Messung erreichten Anlagen mit Heizkreistemperaturen unter 35 °C im Median eine JAZ von 3,7, Anlagen darüber nur 3,0.

Kommt dir der Verbrauch hoch vor, lass die Anlage vor dem Winter prüfen. Bei einer Fraunhofer-Messanlage stieg die Tagesarbeitszahl nach einer Wartung um 1,0 und mehr. Weitere Tipps findest du im Ratgeber Stromverbrauch senken.

Wird die Wärmepumpe im Winter teuer?

Im Winter verbraucht die Wärmepumpe mehr Strom, über das Jahr bleibt sie aber die günstigste Heizung: Der Heizspiegel 2026 erwartet für ein Einfamilienhaus mit 130 m² Heizkosten von 1.300 € mit Wärmepumpe, 1.930 € mit Gas und 2.745 € mit Heizöl.

Auch der teuerste Monat ist günstiger als mit Gas oder Öl. Im Januar kostet unser 140-m²-Beispielhaus rund 250 € Strom (25 ct/kWh), dieselbe Wärme aus der Gasheizung rund 450 € und aus der Ölheizung rund 660 €. Wie sich der Verbrauch über alle Monate verteilt, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe Stromverbrauch.

Wenn du jetzt planst, sicherst du dir noch den höheren Fördersatz. Eine Wärmepumpe lässt sich auch im Winter einbauen, und wer den KfW-Antrag bis 31.01.2027 stellt, bekommt beim Tausch einer Öl- oder mindestens 20 Jahre alten Gasheizung bis zu 12.880 € Zuschuss (mit Einkommensbonus mehr); ab 01.02.2027 sind es höchstens 11.445 €. Über unseren Wärmepumpen-Check kannst du kostenlose Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region vergleichen, was sich für dein Haus rechnet, zeigt der Rechner. Alle Bedingungen stehen auf unserer Seite zur Förderung.

Quellen und weiterführende Links

Häufige Fragen

Ab welcher Temperatur ist eine Wärmepumpe ineffizient?

Eine feste Grenze gibt es nicht, die Effizienz sinkt mit fallender Außentemperatur nach und nach. Bei −7 °C und 35 °C Vorlauf liefert eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe laut Herstellerdaten rund 3 kWh Wärme je kWh Strom, über den ganzen Januar gemessen waren es im Fraunhofer-Feld im Mittel 2,9. Gegenüber Gas bleibt sie bei 25 ct Strom günstiger, solange die Arbeitszahl über etwa 1,7 liegt.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Tag im Winter?

Im 140-m²-Beispielhaus mit 5.435 kWh Jahresverbrauch sind es an einem durchschnittlichen Januartag rund 32 kWh, also etwa 8 € bei 25 ct. An sehr kalten Tagen um −10 °C können es nach unserer Schätzung 65–90 kWh werden. Im Sommer sinkt der Verbrauch auf rund 3 kWh pro Tag.

Ist eine Wärmepumpe im Winter lauter?

Etwas, weil sie bei Kälte mit höherer Leistung arbeitet. In einer Langzeitmessung des Fraunhofer ISE lag der Unterschied am Nachbarhaus an einem Standort in einem Wintermonat tagsüber im Mittel bei 2 dB(A) zwischen laufender und ausgeschalteter Wärmepumpe. Die Stiftung Warentest misst das Betriebsgeräusch übrigens bei −7 °C, also im Winterbetrieb.

Braucht die Wärmepumpe im Winter eine Abdeckung?

Nein, eine Abdeckung oder Plane im Betrieb behindert den Luftstrom, den das Gerät zum Heizen braucht. Sinnvoll sind ein Sockel oder eine Konsole über der Schneehöhe und ein Platz ohne Dachlawinen. Ein Schutzdach geht nur, wenn die Luft weiter frei strömen kann und der Hersteller es freigibt.

Was tun, wenn es mit der Wärmepumpe im Winter zu kalt bleibt?

Ist nur ein Raum kalt, prüfe Thermostatventil, Entlüftung und Heizkörper. Sind alle Räume zu kalt, hebe die Heizkurve in kleinen Schritten an und gib jeder Änderung einen Tag Zeit. Zeigt das Display eine Störung oder läuft der Heizstab dauernd, ruf den Fachbetrieb, denn dann arbeitet die Wärmepumpe nicht richtig.

Kann man eine Wärmepumpe im Winter einbauen lassen?

Ja, der Einbau ist das ganze Jahr möglich. Fällt die alte Heizung aus, fördert die KfW sogar eine provisorische Heizung für bis zu ein Jahr. Wichtig ist die Reihenfolge: erst Vertrag mit Förderbedingung, dann Antrag bei der KfW, dann Baubeginn; bis 31.01.2027 gelten noch die höheren Sätze.

Friert eine Erdwärmepumpe im Winter ein?

Nein, die Erdwärmesonde holt Wärme aus dem Untergrund, und ihr Kreislauf ist mit frostsicherer Sole gefüllt. In der Fraunhofer-Messung erreichten Erdwärmepumpen eine JAZ von 4,3 und brauchten den Heizstab praktisch nie. Dafür ist die Anschaffung mit Bohrung teurer als bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe.

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