10 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe verbraucht in einem typischen Einfamilienhaus mit 140 m² (Baujahr 1970–1990, teilweise gedämmt) etwa 5.400 kWh Strom im Jahr; bei 25 ct/kWh kostet das rund 1.360 € oder 113 € im Monat. Ein kleiner Neubau kommt mit rund 1.200 kWh aus, ein großer unsanierter Altbau braucht über 11.000 kWh. Die Faustformel dahinter lautet: Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl (JAZ).
Das klingt nach viel Strom, ist aber wenig Energie: Aus jeder Kilowattstunde Strom macht eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Schnitt 3,4 kWh Wärme, deshalb kauft das Beispielhaus 5.435 kWh Strom statt rund 21.700 kWh Gas ein. Alle Werte hier beruhen auf denselben Annahmen wie unser Wärmepumpen-Rechner, in dem du dein eigenes Haus durchrechnen kannst.
Du teilst den jährlichen Wärmebedarf deines Hauses durch die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe. Beim Beispielhaus sind das 18.480 kWh Wärme ÷ 3,4 = 5.435 kWh Strom.
Den Wärmebedarf leitest du am einfachsten aus deiner bisherigen Heizkostenabrechnung ab:
Die zweite Größe ist die JAZ. Das Fraunhofer ISE hat an 49 Luft-Wasser-Wärmepumpen in Bestandshäusern im Mittel 3,4 gemessen (Spanne 2,6–4,9), an Erdwärmepumpen 4,3 (3,6–5,4). Abtauen und Heizstab sind darin schon enthalten. Wie du die JAZ deiner eigenen Anlage ermittelst, erklärt der Ratgeber Jahresarbeitszahl.
Öl und Gas werden teurer: Was spart eine Wärmepumpe in deinem Haus?
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Bei 140 m² liegt der Jahresverbrauch je nach Baujahr und Dämmung zwischen rund 1.650 kWh im Neubau und 8.000 kWh im unsanierten Altbau, bei 100 m² zwischen 1.180 und 5.740 kWh und bei 200 m² zwischen 2.350 und 11.470 kWh. Entscheidend ist der Wärmebedarf je Quadratmeter, nicht die Fläche allein.
| Strom pro Jahr | Neubau ab 2021 | Baujahr 2010–2020 | Baujahr 1990–2010 | 1970–1990, teilweise gedämmt | vor 1970, ungedämmt |
|---|---|---|---|---|---|
| Wärmebedarf je m² | 40 kWh | 55 kWh | 80 kWh | 132 kWh | 195 kWh |
| 100 m² | 1.180 kWh | 1.620 kWh | 2.350 kWh | 3.880 kWh | 5.740 kWh |
| 120 m² | 1.410 kWh | 1.940 kWh | 2.820 kWh | 4.660 kWh | 6.880 kWh |
| 140 m² | 1.650 kWh | 2.260 kWh | 3.290 kWh | 5.440 kWh | 8.030 kWh |
| 160 m² | 1.880 kWh | 2.590 kWh | 3.760 kWh | 6.210 kWh | 9.180 kWh |
| 200 m² | 2.350 kWh | 3.240 kWh | 4.710 kWh | 7.760 kWh | 11.470 kWh |
Annahmen: Luft-Wasser-Wärmepumpe mit JAZ 3,4, Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser nach den Kennwerten unseres Rechners, Werte gerundet. Je Quadratmeter Wohnfläche sind das rund 12 kWh Strom im Neubau, 24 kWh bei Baujahr 1990–2010 und 39 kWh im teilweise gedämmten Haus der 1970er- und 1980er-Jahre. Eine Erdwärmepumpe mit JAZ 4,3 braucht rund 21 % weniger Strom.
Für Altbau-Besitzer wichtig: Das ältere Haus braucht nur deshalb mehr Strom, weil es mehr Wärme braucht. Die Effizienz hing in der Fraunhofer-Messung nicht vom Baujahr ab, die mittlere JAZ lag in allen Baualtersgruppen zwischen 3,3 und 3,5; entscheidend war die Heizungstemperatur.
Im 140-m²-Beispielhaus kostet der Wärmepumpenstrom bei 25 ct/kWh rund 113 € im Monat, mit einem günstigen Wärmepumpentarif ab rund 20,7 ct/kWh etwa 94 €. Mit normalem Haushaltsstrom zu 37 ct/kWh (BDEW, Mittel 2026) wären es 168 €, deshalb lohnt sich ein eigener Wärmepumpentarif.
| Wohnfläche (1970–1990, teilweise gedämmt) | Strom Luft-Wasser | pro Jahr (25 ct) | pro Monat (25 ct) | pro Monat (ab 20,7 ct) | Erdwärme pro Monat (25 ct) |
|---|---|---|---|---|---|
| 100 m² | 3.882 kWh | 971 € | 81 € | 67 € | 64 € |
| 120 m² | 4.659 kWh | 1.165 € | 97 € | 80 € | 77 € |
| 140 m² | 5.435 kWh | 1.359 € | 113 € | 94 € | 90 € |
| 160 m² | 6.212 kWh | 1.553 € | 129 € | 107 € | 102 € |
| 200 m² | 7.765 kWh | 1.941 € | 162 € | 134 € | 128 € |
Dazu kommt beim separaten Wärmepumpenzähler ein Grundpreis. Die Verbraucherzentrale NRW hat für Wärmepumpentarife mit reduziertem Netzentgelt (Modul 2) im Schnitt 24 ct/kWh plus rund 140 € Grundpreis im Jahr ermittelt, der Rechenwert von 25 ct ist also realistisch. Wie du über § 14a EnWG zusätzlich beim Netzentgelt sparst, steht im Ratgeber Wärmepumpentarif und § 14a.
Im Jahresschnitt verbraucht das Beispielhaus knapp 15 kWh pro Tag, an einem durchschnittlichen Januartag rund 32 kWh und an einem Sommertag nur etwa 3 kWh, weil die Wärmepumpe dann fast nur Warmwasser bereitet. Rund drei Viertel des Jahresstroms fallen zwischen November und März an.
Die folgende Beispielverteilung haben wir selbst berechnet: Die Heizwärme ist nach den mittleren Heizgradtagen von acht Großstädten verteilt (Deutscher Wetterdienst 2006–2023, aus der Klimakarte des Bundesverbands Wärmepumpe), das Warmwasser mit 19 % der Wärme gleichmäßig übers Jahr und die Effizienz nach den Monatsarbeitszahlen der Fraunhofer-Messung.
| Monat | Anteil | Strom | pro Tag | Kosten (25 ct) |
|---|---|---|---|---|
| Januar | 18 % | 990 kWh | 32 kWh | 246 € |
| Februar | 14 % | 780 kWh | 28 kWh | 196 € |
| März | 13 % | 710 kWh | 23 kWh | 177 € |
| April | 8 % | 440 kWh | 15 kWh | 111 € |
| Mai | 3 % | 170 kWh | 5 kWh | 42 € |
| Juni | 2 % | 80 kWh | 3 kWh | 21 € |
| Juli | 2 % | 90 kWh | 3 kWh | 23 € |
| August | 2 % | 90 kWh | 3 kWh | 22 € |
| September | 2 % | 120 kWh | 4 kWh | 31 € |
| Oktober | 7 % | 390 kWh | 13 kWh | 97 € |
| November | 12 % | 660 kWh | 22 kWh | 166 € |
| Dezember | 17 % | 910 kWh | 29 kWh | 228 € |
An sehr kalten Tagen liegt der Verbrauch höher. Bei −10 °C im Tagesmittel braucht das Beispielhaus grob 160–220 kWh Wärme. Bei einer Tagesarbeitszahl um 2,5, wie sie das Fraunhofer ISE bei einer Messanlage an Tagen um −9 °C für die Wärmepumpe selbst ermittelt hat, sind das 65–90 kWh Strom oder 16–22 € (Schätzung). Wie die Wärmepumpe mit Frost umgeht, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe im Winter.
Für das Warmwasser eines Haushalts mit drei bis fünf Personen braucht die Wärmepumpe rund 1.250 bis 1.500 kWh Strom im Jahr, also 3,5 bis 4 kWh am Tag oder 310 bis 380 € im Jahr bei 25 ct. Im Beispielhaus ist das knapp ein Viertel des Gesamtverbrauchs.
In der Fraunhofer-Messung entfielen 19 % der erzeugten Wärme auf Warmwasser. Weil die Wärmepumpe dafür höhere Temperaturen erzeugt, arbeitet sie dabei weniger effizient: Die Arbeitszahl im Warmwasserbetrieb lag im Mittel bei 2,8, im Heizbetrieb bei 3,9. Für das Beispielhaus ergibt das 3.511 kWh Wärme und 1.254 kWh Strom. Die Stiftung Warentest ↗ rechnet für drei bis fünf Personen mit 11,66 kWh Warmwasser-Energie pro Tag; mit derselben Arbeitszahl wären das rund 1.520 kWh Strom im Jahr.
Sparsam bleibt es mit einer moderaten Speichertemperatur: Im Fraunhofer-Feld lag sie bei der Warmwasserbereitung im Mittel bei rund 48 °C. Wann der Heizstab für den Legionellenschutz einspringt und was das kostet, steht im Ratgeber Heizstab der Wärmepumpe.
Ja, deutlich: Der Heizspiegel 2026 erwartet für ein Einfamilienhaus mit 130 m² in diesem Jahr Heizkosten von 1.300 € mit Wärmepumpe, 1.930 € mit Gas und 2.745 € mit Heizöl. Die Wärmepumpe ist damit die günstigste Heizung im Vergleich.
| Beispielhaus 140 m² | Energie pro Jahr | Kosten pro Jahr | pro Monat |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe (25 ct/kWh) | 5.435 kWh Strom | 1.359 € | 113 € |
| Gasheizung (12,45 ct/kWh) | 21.741 kWh Gas | 2.707 € | 226 € |
| Ölheizung (172,6 ct/l) | 2.310 Liter Heizöl | 3.987 € | 332 € |
Die Wärmepumpe spart im Beispiel also 1.348 € pro Jahr gegenüber Gas und 2.628 € gegenüber Öl, gerechnet mit Nutzungsgraden von 0,85 für den Gas- und 0,80 für den Ölkessel. Einen Vollkostenvergleich mit Anschaffung und Förderung findest du im Ratgeber Gasheizung oder Wärmepumpe.
Den größten Einfluss haben der Wärmebedarf des Hauses und die Vorlauftemperatur: Je wärmer das Heizungswasser sein muss, desto weniger effizient arbeitet die Wärmepumpe.
Liegt dein Verbrauch deutlich über dem Tabellenwert, rechne deine JAZ nach: erzeugte Wärme laut Wärmemengenzähler oder Anzeige der Wärmepumpe geteilt durch den Strom laut Zähler. Liegt sie bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe unter 3,0, gehört deine Anlage zum schwächsten Viertel der Fraunhofer-Messung, und eine Überprüfung durch den Fachbetrieb lohnt sich.
Am schnellsten mit dem passenden Tarif: Statt 37 ct für Haushaltsstrom zahlst du mit einem Wärmepumpentarif im Schnitt rund 25 ct, die günstigsten Neukundentarife beginnen bei rund 20,7 ct. Im Beispielhaus macht das bis zu 886 € im Jahr aus, vor dem Grundpreis für den eigenen Zähler.
Weitere Hebel sind eine niedrigere Heizkurve, der hydraulische Abgleich und eigener Solarstrom: Mit PV-Strom zu 10 ct/kWh sanken die Stromkosten der Wärmepumpen in der Fraunhofer-Auswertung um 8–21 %. Alle Spartipps im Detail findest du im Ratgeber Wärmepumpe Stromverbrauch senken.
Der größte Hebel liegt vor dem Kauf: Eine passend ausgelegte Anlage mit niedriger Vorlauftemperatur spart über 20 Jahre mehr als 20.000 kWh Strom. Achte deshalb im Angebot auf Heizlast, Vorlauftemperatur und erwartete JAZ. Über unseren Wärmepumpen-Check kannst du kostenlose Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region vergleichen. Beim Tausch einer Öl- oder mindestens 20 Jahre alten Gasheizung zahlt die KfW selbstnutzenden Eigentümern bis zu 12.880 € Zuschuss, mit Einkommensbonus bis zu 22.400 €, wenn der Antrag bis 31.01.2027 eingeht. Ab 01.02.2027 sinkt der Klimabonus, aus 12.880 € werden dann höchstens 11.445 €. Alle Bedingungen findest du unter Förderung.
Häufige Fragen
Das hängt von Außentemperatur und Last ab, nicht von der Nennleistung allein. Unter Volllast bei −7 °C und 35 °C Vorlauf nimmt zum Beispiel die Vaillant aroTHERM plus der 10-kW-Klasse 3,52 kW Strom für 10,58 kW Wärme auf, also rund 3,5 kWh pro Stunde oder knapp 0,90 € bei 25 ct. Im Jahresschnitt sind es im 140-m²-Beispielhaus nur gut 0,6 kWh pro Stunde, weil die Anlage meist in Teillast läuft.
Ja. In unserer Beispielverteilung entfallen auf Dezember und Januar zusammen rund 35 % des Jahresstroms, auf die drei Sommermonate nur rund 5 %. Im 140-m²-Haus sind das im Januar rund 990 kWh oder 246 €, im Juli nur rund 90 kWh oder 23 €.
Rund ein Fünftel: Mit der im Feld gemessenen JAZ von 4,3 statt 3,4 braucht das 140-m²-Beispielhaus 4.298 statt 5.435 kWh im Jahr. Das spart rund 1.140 kWh oder 284 € pro Jahr bei 25 ct. Dafür kostet eine Erdwärmepumpe mit Bohrung in der Anschaffung deutlich mehr, laut co2online und Verbraucherzentrale 38.500–56.000 €.
Teile die erwarteten Jahreskosten durch zwölf und rechne den Grundpreis des Wärmepumpenzählers dazu. Im 140-m²-Beispielhaus sind das 113 € im Monat bei 25 ct plus Grundpreis. Notiere im ersten Jahr monatlich den Zählerstand und passe den Abschlag nach der ersten Heizperiode an.
Nein, die Werte gelten nur für Heizung und Warmwasser per Wärmepumpe. Licht, Kochen und Geräte kommen dazu und laufen meist über einen eigenen Zähler mit Haushaltstarif. Mit einem separaten Wärmepumpenzähler siehst du beide Verbräuche getrennt.
Ja. Mit dem Strommix 2025 (344 g CO2 je kWh laut Umweltbundesamt) verursacht die Wärmepumpe im 140-m²-Beispielhaus rund 1,9 t CO2 im Jahr, eine Gasheizung für dieselbe Wärme rund 4,4 t. Das Fraunhofer ISE kam in seiner Feldmessung für 2024 auf 64 % weniger CO2 als bei Gaskesseln.