10 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02
Die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser kommen mit einer Wärmepumpe von 4 bis 12 kW aus: In dieser Spanne lagen 134 von 156 Angeboten (86 %), die die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz 2026 ausgewertet hat. Wie viel es bei dir genau sind, bestimmt die Heizlast deines Hauses, also die Leistung, die es am kältesten Auslegungstag braucht. Grob schätzen kannst du sie selbst aus deinem bisherigen Verbrauch oder aus Wohnfläche und Baujahr; für Angebot und KfW-Förderung rechnet der Fachbetrieb sie raumweise nach DIN EN 12831.
Die gute Nachricht: Die Normaußentemperatur wird laut Bundesverband Wärmepumpe (BWP) meist nur an wenigen Stunden im Jahr erreicht, dann springt ein Heizstab ein. Ein passend kleines Gerät ist deshalb günstiger und effizienter als eines „mit Reserve".
Zur Orientierung das Standardbeispiel aus unserem Wärmepumpen-Rechner: Ein Einfamilienhaus mit 140 m², Baujahr 1970 bis 1990 und teilweise gedämmt, braucht rund 18.480 kWh Wärme im Jahr und hat eine Heizlast von rund 9 kW. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit der Jahresarbeitszahl 3,4 aus der Fraunhofer-Feldstudie braucht dafür rund 5.435 kWh Strom, bei 25 ct/kWh etwa 1.359 € im Jahr.
Du teilst die Wärme, die deine alte Heizung im Jahr für die Räume geliefert hat, durch die Vollbenutzungsstunden deines Standorts; heraus kommt die Heizlast in Kilowatt. Der kostenlose Heizlastrechner des BWP ↗ nutzt dieses Volllaststundenverfahren der DIN/TS 12831-1; so rechnest du selbst:
Rechenbeispiel: 20.000 kWh Gas im Brennwertkessel, vier Personen. 20.000 × 0,85 = 17.000 kWh Nutzwärme, minus 3.212 kWh Warmwasser bleiben 13.788 kWh für die Räume. Geteilt durch 1.494 Stunden ergibt das in Kassel 9,2 kW, in Hamburg mit 1.823 Stunden 7,6 kW. Der BWP-Rechner liefert dieselben Werte.
| Jahresverbrauch | Heizlast bei 1.500 h | Heizlast bei 1.800 h |
|---|---|---|
| 15.000 kWh Gas | 6,4 kW | 5,3 kW |
| 20.000 kWh Gas | 9,2 kW | 7,7 kW |
| 25.000 kWh Gas | 12,0 kW | 10,0 kW |
| 30.000 kWh Gas | 14,9 kW | 12,4 kW |
| 2.000 Liter Heizöl | 8,5 kW | 7,1 kW |
| 2.500 Liter Heizöl | 11,2 kW | 9,3 kW |
| 3.000 Liter Heizöl | 13,9 kW | 11,5 kW |
Annahmen: vier Personen mit Warmwasser über die Heizung (3.212 kWh), Nutzungsgrad Gas 85 % und Öl 80 %, 1 Liter Heizöl gleich 10 kWh. Der Vorteil dieser Methode: Sie zeigt, was dein Haus tatsächlich braucht. Das Fraunhofer ISE empfiehlt, jede Heizlastberechnung so mit dem Verbrauch zu plausibilisieren und auf ausgedachte Sicherheitszuschläge zu verzichten.
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Die Verbraucherzentrale fand bei 160 Angeboten für Luft-Wasser-Wärmepumpen Preise von 21.099 € bis 54.168 €. Wer mehrere Angebote vergleicht, zahlt nicht drauf. Unser Partner vermittelt dir kostenlos Angebote geprüfter Fachbetriebe aus deiner Region.
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Einen festen Wert gibt es nicht: Je nach Baujahr und Sanierungsstand liegt die Normheizlast eines Einfamilienhauses laut BWP-Heizlastrechner zwischen rund 30 und 150 Watt pro Quadratmeter. In Klammern steht, was das bei 150 m² Wohnfläche bedeutet.
| Baujahr | unsaniert | Dach, Fenster und Tür erneuert | umfassend saniert |
|---|---|---|---|
| bis 1918 | 148 W/m² (22,2 kW) | 126 W/m² (18,9 kW) | 46 W/m² (7,0 kW) |
| 1919–1948 | 112 W/m² (16,7 kW) | 82 W/m² (12,4 kW) | 38 W/m² (5,7 kW) |
| 1949–1968 | 132–140 W/m² (19,8–21,1 kW) | 98–105 W/m² (14,8–15,7 kW) | 53–56 W/m² (8,0–8,3 kW) |
| 1969–1978 | 95 W/m² (14,2 kW) | 75 W/m² (11,3 kW) | 39 W/m² (5,9 kW) |
| 1979–1994 | 60–72 W/m² (9,0–10,8 kW) | 47–61 W/m² (7,1–9,1 kW) | 29–46 W/m² (4,4–6,8 kW) |
| 1995–2009 | 42–54 W/m² (6,3–8,1 kW) | – | – |
| ab 2010 | 37–46 W/m² (5,6–6,8 kW) | – | – |
Annahmen: Baualtersklassenverfahren des BWP-Heizlastrechners (Referenzgebäude der Projekte TABULA und EPISCOPE), freistehendes Einfamilienhaus in Kassel (Normaußentemperatur −10,1 °C), ohne Warmwasser, Abfrage am 02.10.2026. „Umfassend saniert" heißt: Dach, Fenster, Tür, Außenwand und Boden auf üblichem Sanierungsniveau. Für andere Flächen multiplizierst du den Wert mit deiner Wohnfläche, etwa 120 m² × 75 W/m² = 9,0 kW. Auch der Standort zählt: Für dasselbe unsanierte Haus aus den 1960ern rechnet das Tool in Köln mit 118, in Berlin mit 136 und in Oberstdorf mit 161 W/m².
Das sind Normwerte für den kältesten Auslegungstag, ohne Wärme von Sonne, Personen und Geräten. In der Praxis liegt der Bedarf oft darunter: In der Feldstudie WP-QS des Fraunhofer ISE hatten die Luft-Wasser-Wärmepumpen bei −7 °C im Mittel rund 50 % mehr Leistung, als die aus dem Verbrauch ermittelte Heizlast verlangte.
Für 150 m² liegt die Normheizlast je nach Baujahr und Sanierungsstand zwischen rund 4 und 22 kW, und die Wärmepumpe selbst muss davon bei Normaußentemperatur nur 50 bis 80 % liefern. So empfiehlt es der BWP-Leitfaden zur Dimensionierung; die wenigen sehr kalten Stunden überbrückt der Heizstab.
Ein Beispiel: Ein Haus von 1975 mit 150 m² und erneuertem Dach, neuen Fenstern und neuer Haustür hat laut Tabelle rund 11,3 kW Normheizlast. Optimal ist dann eine Wärmepumpe, die bei Normaußentemperatur und deiner nötigen Vorlauftemperatur 5,7 bis 9,0 kW liefert. Kennst du nur die Herstellerangabe bei −7 °C, sollte sie laut BWP bei 70 bis 90 % der Normheizlast liegen, hier also bei 7,9 bis 10,2 kW.
Achtung: Die Zahl im Modellnamen beschreibt meist die Leistung bei milden Bedingungen, bei Frost und 55 °C Vorlauf liefert dasselbe Gerät deutlich weniger. Maßgeblich ist deshalb das Leistungsdiagramm des Herstellers. Ob deine Heizkörper mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommen, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe mit Heizkörpern.
Warmwasser ja, aber nur mit einem kleinen Zuschlag von rund 0,4 kW für vier Personen; Sperrzeiten musst du bei neuen Anlagen nicht mehr einrechnen. Der BWP rechnet den Zuschlag nach VDI 4645: Personenzahl mal 1,45 kWh plus 3 kWh, geteilt durch 24 Stunden, für zwei Personen also rund 0,25 kW, für sechs knapp 0,5 kW. Übernimmt eine separate Brauchwasser-Wärmepumpe das Warmwasser, entfällt er ganz.
Seit 2024 darf der Netzbetreiber neue steuerbare Wärmepumpen nach § 14a EnWG nur noch drosseln, mindestens 4,2 kW bleiben verfügbar. Deshalb berücksichtigt der BWP keine Abschaltzeiten mehr bei der Dimensionierung; hast du noch einen alten Tarif mit festen Sperrzeiten, sollte der Fachbetrieb sie einplanen.
Nein, die Nennleistung deines alten Kessels sagt fast nichts über die Heizlast deines Hauses. Laut BWP-Leitfaden sind Kessel im Bestand häufig überdimensioniert, weil früher mit großzügigen Zuschlägen geplant wurde oder spätere Dämmung den Bedarf gesenkt hat. Beim Gaskessel schadet das kaum, eine Wärmepumpe reagiert dagegen empfindlich.
Rechne deshalb mit dem Verbrauch: Bei 20.000 kWh Gas im Jahr (Brennwertkessel, vier Personen) kommt der BWP-Rechner in Hamburg auf 7,6 kW, in Berlin auf 8,6 kW und in Kassel auf 9,2 kW Heizlast. Eine kleinere Wärmepumpe ist günstiger, und mit der KfW-Förderung wird der Umstieg von der Gasheizung noch attraktiver.
Eine zu große Wärmepumpe kostet mehr in der Anschaffung, taktet häufiger und arbeitet weniger effizient; der BWP rät ausdrücklich davon ab. Das zeigt sein Rechenbeispiel für ein Einfamilienhaus von 1970 in Potsdam mit 10 kW Normheizlast und 55 °C Vorlauf:
| Auslegung | Leistung bei −12 °C | Heizstab-Anteil an der Wärme | Jahresarbeitszahl | Taktpunkt |
|---|---|---|---|---|
| zu klein | 4,2 kW | 7,5 % | 3,1 | 7,5 °C |
| optimiert | 6,5 kW | 1,2 % | 3,5 | 7,5 °C |
| zu groß | 8,8 kW | 1,0 % | 3,3 | −2 °C |
Der Taktpunkt ist die Außentemperatur, ab der die Wärmepumpe selbst auf kleinster Stufe zu viel Wärme liefert und deshalb ein- und ausschaltet. Das zu große Gerät taktet schon ab −2 °C, das optimierte erst ab 7,5 °C; der BWP empfiehlt mindestens +5 °C. Jeder Verdichterstart belastet die Bauteile, und sehr wenige Starts erreichten in der Fraunhofer-Feldstudie nur knapp dimensionierte Geräte.
Übertragen auf das Standardbeispiel aus unserem Rechner (18.480 kWh Wärme, 25 ct/kWh) kostet der Unterschied zwischen Jahresarbeitszahl 3,3 und 3,5 rund 320 kWh oder 80 € Strom pro Jahr. Dazu kommt der höhere Kaufpreis, denn laut BWP steigen die Anschaffungskosten im Regelfall mit der Leistungsgröße.
Vergleiche die Leistung deiner Wärmepumpe bei Normaußentemperatur mit der Normheizlast deines Hauses: Liegt sie über 80 % (bezogen auf die Herstellerangabe bei −7 °C über 90 %), empfiehlt der BWP zu prüfen, ob ein kleineres Gerät reicht. Im Betrieb zeigt sich das an sehr kurzen Laufzeiten und vielen Verdichterstarts schon bei milden Temperaturen. Zum Vergleich: In der Fraunhofer-Feldstudie hatten 90 % der Anlagen weniger als 5.500 Starts im Jahr, ein Drittel höchstens 2.000.
Die gute Nachricht: Häufiges Takten liegt selten nur an der Größe. Laut Fraunhofer ISE war bei keiner Anlage mit auffällig vielen Starts die Auslegung allein entscheidend; häufiger lagen die Ursachen in Regelung und Hydraulik, etwa einer kleinen Schalthysterese, einer ganzjährig freigegebenen Raumheizung oder einer hydraulischen Weiche. Vieles davon lässt sich über die Einstellungen verbessern.
Dann springt an kalten Tagen öfter der Heizstab an, und das kostet Strom; eine leicht knappe Auslegung mit Heizstab für die kältesten Stunden ist laut BWP aber sogar gewollt. Im BWP-Beispiel liefert selbst die deutlich zu kleine Wärmepumpe mit 42 % der Normheizlast noch 92,5 % der Jahreswärme, ihre Jahresarbeitszahl sinkt aber auf 3,1. Die optimierte Variante braucht den Heizstab nur für 1,2 % der Wärme.
Auch die Praxis gibt Entwarnung: Bei 28 von 36 monoenergetischen Luft-Wasser-Wärmepumpen der Fraunhofer-Feldstudie lag der Stromanteil des Heizstabs 2024 unter 2 %, bei der Hälfte praktisch bei null. Wann der Heizstab anspringt und was er kostet, erklärt der Ratgeber Heizstab der Wärmepumpe.
Für die erste Orientierung reicht die Faustformel, für Angebot und Förderung nicht: Die KfW verlangt, die Wärmepumpe anhand einer raumweisen Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 zu dimensionieren, um über- und unterdimensionierte Anlagen zu vermeiden. Dazu kommen ein hydraulischer Abgleich nach Verfahren B und eine Auslegung auf eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0. Ablauf, Kosten und Unterlagen erklärt der Ratgeber Heizlastberechnung für die Wärmepumpe.
Der Aufwand zahlt sich aus: Mit 30 % Grundförderung und 16 % Klimabonus für Selbstnutzer, die eine Öl- oder mindestens 20 Jahre alte Gasheizung tauschen, gibt es bis zu 12.880 € Zuschuss, wenn dein Antrag bis zum 31.01.2027 bei der KfW eingeht, danach höchstens 11.445 €; mit Einkommensbonus bis zu 22.400 €. Alle Bausteine stehen auf unserer Seite zur Förderung.
Am meisten sparst du, wenn du mehrere Angebote auf Basis derselben Heizlast vergleichst: Für vergleichbare Wärmepumpen fand die Verbraucherzentrale Preisabweichungen von bis zu 250 % und rät, besonders auf eine korrekte Heizlastberechnung zu achten. Worauf du sonst achtest, zeigt der Ratgeber Wärmepumpen-Angebot prüfen; über unseren Wärmepumpen-Check kannst du kostenlose Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region vergleichen.
Häufige Fragen
Das hängt vom Baujahr und Sanierungsstand ab: Laut BWP-Heizlastrechner liegt die Normheizlast für 120 m² meist zwischen rund 4,5 kW (Neubau ab 2016) und knapp 18 kW (unsanierter Altbau bis 1918). Ein Haus aus den 1970ern mit erneuertem Dach, neuen Fenstern und neuer Tür kommt auf rund 9 kW. Die Wärmepumpe muss davon bei Normaußentemperatur nur 50 bis 80 % schaffen, den Rest übernimmt an wenigen Stunden der Heizstab.
Ja, der Bundesverband Wärmepumpe bietet einen kostenlosen Heizlastrechner, der die Heizlast aus Baualter und Sanierungsstand oder aus dem Jahresverbrauch schätzt. Für eine erste Einordnung und zum Prüfen von Angeboten ist das hilfreich. Die ausführliche raumweise Berechnung, die die KfW für die Förderung verlangt, ersetzt er laut BWP aber nicht.
Nicht unbedingt: 10 bis 12 kW war in der Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz die häufigste angebotene Größe (60 von 156 Angeboten). Ob sie zu deinem Haus passt, zeigt der Vergleich mit der Normheizlast, denn bei Normaußentemperatur sollte die Wärmepumpe laut BWP 50 bis 80 % davon liefern. Hat dein Haus nur 5 bis 6 kW Normheizlast, frag nach, ob ein kleineres Modell reicht.
Nein. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen strebt der BWP bewusst keinen rein monovalenten Betrieb an: Ein kleiner Teil der Leistung an den kältesten Stunden kommt vom Heizstab, dafür taktet die Wärmepumpe seltener und arbeitet effizienter. Auch die KfW akzeptiert diese Betriebsweise, solange die Auslegung auf einer Heizlastberechnung beruht und die Jahresarbeitszahl einschließlich Heizstab mindestens 3,0 erreicht.
Eine große: Je höher die nötige Vorlauftemperatur, desto weniger Leistung liefert dieselbe Wärmepumpe und desto schlechter wird ihre Effizienz. Der BWP empfiehlt, die Heizflächen so auszulegen, dass höchstens 60 °C nötig sind, notfalls durch den Tausch einzelner Heizkörper. In der Fraunhofer-Feldstudie funktionierten Vorlauftemperaturen von 55 °C und deutlich weniger auch mit normalen Heizkörpern.
Ja, als Teil der Heizungsförderung: Bei der KfW zählen die Fachplanung durch Energieeffizienz-Experten und der hydraulische Abgleich zu den förderfähigen Kosten, einen eigenen Zuschuss gibt es dafür nicht. Der Fördersatz liegt je nach Situation zwischen 30 und 80 % der förderfähigen Kosten, die für die erste Wohneinheit auf 28.000 € begrenzt sind.