Infrarotheizung oder Wärmepumpe? Der Kostenvergleich 2026

Geprüft am 02. Oktober 2026

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7 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02

Infrarotheizung oder Wärmepumpe: Was ist besser?

Als Hauptheizung eines dauerhaft bewohnten Hauses ist die Wärmepumpe klar besser: Sie macht aus einer Kilowattstunde Strom im Schnitt 3,4 Kilowattstunden Wärme, die Infrarotheizung genau eine. Im typischen Einfamilienhaus heißt das rund 6.840 € Heizkosten im Jahr mit Infrarot gegenüber rund 1.360 € mit der Wärmepumpe. Infrarot spielt seine Stärken dort aus, wo selten oder sehr wenig geheizt wird.

Infrarotpaneele sind günstig in der Anschaffung, schnell montiert und brauchen keine Rohre. Diese Vorteile zahlen sich aber nur aus, solange wenig Strom durch sie fließt. Dieser Vergleich zeigt dir mit echten Zahlen, wo die Grenze liegt, was gefördert wird und wann Infrarot trotzdem die richtige Wahl ist.

Was kostet eine Infrarotheizung im Betrieb?

Genau so viel wie der Strom, den sie verbraucht: Jede Kilowattstunde Wärme kostet eine Kilowattstunde Haushaltsstrom, 2026 laut BDEW im Schnitt 37 Cent. Bei der Wärmepumpe sind es mit Jahresarbeitszahl 3,4 und 25 Cent Wärmepumpentarif rund 7,35 Cent je Kilowattstunde Wärme.

InfrarotheizungWärmepumpe
Aus 1 kWh Strom werden1 kWh Wärme3,4 kWh Wärme
Strompreis37 ct/kWh (Haushaltsstrom)25 ct/kWh (Wärmepumpentarif)
Kosten je kWh Wärme37 ct7,35 ct
Heizkosten im Beispielhaus (18.480 kWh)6.838 €1.359 €

Das Beispielhaus entspricht unserem Wärmepumpen-Rechner: 140 Quadratmeter, Baujahr 1970 bis 1990, teilweise gedämmt. Die Jahresarbeitszahl 3,4 ist der Mittelwert, den das Fraunhofer ISE für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Bestandsgebäuden gemessen hat. Der Unterschied von rund 5.480 € wiederholt sich jedes Jahr, und auch mit einem günstigen Neukundentarif von rund 31 Cent bleiben es über 4.300 €. Wie sich die Heizkosten aller Systeme im Winter entwickeln, zeigt der Ratgeber Heizkosten 2026/27.

Anbieter argumentieren oft mit der Strahlungswärme: Weil Wände und Möbel direkt erwärmt werden, fühle sich ein Raum schon bei etwas niedrigerer Lufttemperatur behaglich an. Das kann den Verbrauch etwas senken, ändert aber nichts am Grundverhältnis von 1 zu 3,4. Zudem strahlt nicht jedes Paneel so viel ab wie versprochen: Eine von co2online zitierte Forschungsarbeit fand je nach Hersteller Strahlungswirkungsgrade zwischen 40 und 70 %.

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Was kostet eine Infrarotheizung in der Anschaffung?

Deutlich weniger als eine Wärmepumpe: Laut co2online kostet ein Infrarotpaneel 100 bis 600 €, für eine Elektro-Direktheizung im ganzen Haus nennt die Verbraucherzentrale im Schnitt 11.000 € inklusive Anschluss. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Schnitt rund 36.400 €, wird aber mit mindestens 30 % gefördert.

Rechnest du Anschaffung und Betrieb zusammen, dreht sich das Bild schnell. Beispiel Einfamilienhaus im Bestand:

Infrarot oder andere Direktheizung im ganzen HausWärmepumpe mit 30 % FörderungWärmepumpe mit 46 % Förderung
Investition nach Förderungrund 11.000 €28.000 €23.520 €
Heizkosten pro Jahr6.838 €1.359 €1.359 €
Mehrkosten der Wärmepumpe zurück nachentfälltgut 3 Jahrengut 2 Jahren
Gesamtkosten nach 10 Jahrenrund 79.400 €rund 41.600 €rund 37.100 €

Die Rechnung geht von einem Haus mit vorhandenen Heizkörpern aus, etwa wenn eine alte Öl- oder Gasheizung ersetzt wird. Die 46 % gibt es, wenn die Wärmepumpe eine Öl- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung ersetzt und du selbst im Haus wohnst. Strompreise, Wartung und einzelne neue Heizkörper verschieben die Zahlen etwas, am Ergebnis ändern sie wenig: Über zehn Jahre spart die Wärmepumpe im Beispiel mehr als 35.000 €.

Wird eine Infrarotheizung gefördert?

Nein, in Wohngebäuden nicht. Die KfW zählt Infrarotheizungen zu den Elektro-Direktheizungen, die in der Heizungsförderung ausdrücklich nicht förderfähig sind. Ausgenommen sind nur Strahlungsheizungen in Nichtwohngebäuden mit mehr als vier Metern Raumhöhe, etwa in Hallen.

Die Wärmepumpe bekommt dagegen mindestens 30 % Grundförderung auf bis zu 28.000 € förderfähige Kosten. Ersetzt du eine Öl- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung, kommen 16 % Klimabonus dazu, mit Einkommensbonus sind bis zu 80 % möglich, also bis zu 22.400 €. Wichtig ist der Zeitpunkt: Wer bis zum 31. Januar 2027 beantragt, sichert sich die heutigen Sätze, danach sinken Klimabonus und Höchstkosten schrittweise. Alle Details findest du auf unserer Seite zur Förderung und im Ratgeber Einkommensbonus Wärmepumpe.

Darf ich eine Infrarotheizung als Hauptheizung einbauen?

Im selbstgenutzten Ein- oder Zweifamilienhaus ja, in anderen Wohngebäuden nur bei sehr gutem Wärmeschutz. Nach § 46 des Gebäudemodernisierungsgesetzes darf eine Stromdirektheizung in ein bestehendes Gebäude mit Wohnungen nur eingebaut werden, wenn es die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz nach §§ 16 und 19 um mindestens 30 % unterschreitet.

Diese Vorgabe gilt nicht für Gebäude mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt, und nicht für den Austausch einer bestehenden Einzelraum-Stromdirektheizung. In vermieteten Mehrfamilienhäusern ist Infrarot als Hauptheizung damit nur in sehr gut gedämmten Gebäuden eine Option. Erlaubt heißt aber nicht wirtschaftlich: Die Betriebskosten laufen in jedem Fall zum vollen Strompreis.

Wann ist eine Infrarotheizung sinnvoll?

Überall dort, wo nur wenig Wärme gebraucht wird, sodass die hohen Betriebskosten kaum ins Gewicht fallen. Typische Fälle sind:

Für ein Altbau-Einfamilienhaus mit normalem Wärmebedarf ist Infrarot als Hauptheizung dagegen fast immer ein teurer Fehlgriff. Auch co2online empfiehlt Infrarot im Altbau höchstens als Zusatzheizung. Als grobe Größenordnung für die Planung nennt co2online 60 bis 100 Watt Heizleistung je Quadratmeter.

Rechnet sich Infrarot mit einer eigenen Photovoltaikanlage?

Nur eingeschränkt, weil Heizbedarf und Solarertrag zu verschiedenen Jahreszeiten anfallen. Geheizt wird vor allem von Oktober bis April, die Photovoltaikanlage liefert den Großteil ihres Stroms im Sommerhalbjahr.

Im Winter, wenn die Heizung am meisten braucht, kommt der Strom deshalb überwiegend aus dem Netz, zum vollen Preis. Dieselbe Solaranlage bringt mit einer Wärmepumpe mehr: Jede selbst erzeugte Kilowattstunde wird dort zu rund 3,4 Kilowattstunden Wärme statt zu einer. Wer Solarstrom fürs Heizen nutzen will, kombiniert ihn deshalb sinnvollerweise mit einer Wärmepumpe. Wie das funktioniert, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe und Photovoltaik. Anders kann es in sehr effizienten Neubauten aussehen, wie das Konstanzer Forschungsprojekt zeigt.

Was tun, wenn im Haus schon Infrarotheizungen hängen?

Dann lohnt sich in einem dauerhaft bewohnten Haus der Wechsel zur Wärmepumpe, oft schon nach wenigen Jahren. Weil Infrarotpaneele als Elektro-Direktheizung gelten, gibt es beim Austausch keinen Klimabonus, aber 30 % Grundförderung und gegebenenfalls den Einkommensbonus.

Häuser mit Infrarot als Hauptheizung haben meist keine Heizungsrohre. Dann brauchst du entweder eine neue Wärmeverteilung, die als Umfeldmaßnahme förderfähig ist, oder eine Luft-Luft-Wärmepumpe, die laut Verbraucherzentrale im Schnitt rund 13.000 € kostet. Einzelne Paneele, etwa im Bad, kannst du als Zusatzheizung behalten. Die vollständige Rechnung mit allen Förderstufen steht im Ratgeber Elektroheizung ersetzen.

Wie findest du heraus, was für dein Haus günstiger ist?

Mit deinem tatsächlichen Wärmebedarf. Liegt er im Bereich unseres Beispielhauses mit rund 18.500 Kilowattstunden, führt an der Wärmepumpe wirtschaftlich kaum ein Weg vorbei.

Rechne dein Haus mit unserem Rechner durch und hol dir anschließend kostenlose Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region. Laut Verbraucherzentrale weichen Angebote für vergleichbare Wärmepumpen um bis zu 250 % voneinander ab, der Vergleich lohnt sich also. Für einzelne Räume mit wenig Bedarf kannst du Infrarot weiterhin gezielt einsetzen: Die Wärmepumpe heizt das Haus, ein Paneel bei Bedarf den Hobbyraum. Weitere verbreitete Irrtümer rund ums Heizen mit Strom klärt der Faktencheck zu Wärmepumpen-Mythen.

Quellen und weiterführende Links

Häufige Fragen

Ist eine Infrarotheizung sparsamer als eine Wärmepumpe?

Nein. Eine Infrarotheizung wandelt eine Kilowattstunde Strom in eine Kilowattstunde Wärme um, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe erreicht im Bestand im Schnitt das 3,4-Fache. Im Beispielhaus mit 18.480 Kilowattstunden Wärmebedarf kostet Infrarot rund 6.840 € im Jahr, die Wärmepumpe rund 1.360 €.

Wie viel Strom verbraucht eine Infrarotheizung?

Genau so viel, wie das Haus an Wärme braucht, denn aus einer Kilowattstunde Strom wird eine Kilowattstunde Wärme. Ein Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern und 18.480 Kilowattstunden Wärmebedarf braucht also auch 18.480 Kilowattstunden Strom. Für die Planung nennt co2online 60 bis 100 Watt Heizleistung je Quadratmeter.

Was kostet ein Infrarot-Heizpaneel?

Laut co2online kostet ein Gerät im Schnitt 100 bis 600 €, je nach Leistung und Ausführung. Für eine Elektro-Direktheizung im ganzen Haus nennt die Verbraucherzentrale im Schnitt 11.000 €. Teuer wird Infrarot im Betrieb, weil jede Kilowattstunde Wärme den vollen Strompreis kostet.

Kann ich Infrarotheizung und Wärmepumpe kombinieren?

Ja, das ist oft eine gute Lösung: Die Wärmepumpe heizt das Haus, ein Infrarotpaneel ergänzt im Bad oder in selten genutzten Räumen. Ein 1-Kilowatt-Paneel, das an 200 Tagen jeweils eine halbe Stunde läuft, kostet bei 37 Cent rund 37 € im Jahr. Für die Hauptlast bleibt die Wärmepumpe mit rund 7,35 Cent je Kilowattstunde Wärme deutlich günstiger.

Gibt es eine Förderung für Infrarotheizungen?

In Wohngebäuden nicht, die KfW schließt Infrarotheizungen als Elektro-Direktheizungen ausdrücklich aus. Eine Wärmepumpe wird dagegen mit mindestens 30 % gefördert, beim Ersatz einer Öl- oder Nachtspeicherheizung mit 46 % und mit Einkommensbonus bis 80 %.

Lohnt sich eine Infrarotheizung im Passivhaus?

Sie kann sich lohnen, weil der Wärmebedarf dort sehr klein ist und die Anschaffung günstig. Das Forschungsprojekt IR-BAU der Hochschule Konstanz sah Infrarot mit Photovoltaik in hocheffizienten Wohngebäuden über 50 Jahre im Vorteil, allerdings nur mit Strom aus erneuerbaren Quellen. Im normalen Bestandsgebäude gilt das nicht.

Andreas Mali

Gründer & Redaktion WärmepumpenGenie

Andreas Mali ist Gründer von WärmepumpenGenie und recherchiert Förderprogramme, Heizkosten und Technikdaten fortlaufend aus Primärquellen (KfW, BAFA, Verbraucherzentralen, Fraunhofer ISE). Mehr über uns und unsere Methodik

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