Elektroheizung ersetzen: Kosten, Förderung, Ersparnis 2026

Geprüft am 02. Oktober 2026

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8 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02

Lohnt es sich, eine Elektroheizung durch eine Wärmepumpe zu ersetzen?

Ja, in fast jedem dauerhaft bewohnten Haus mit normalem Wärmebedarf: Eine Elektro-Direktheizung macht aus einer Kilowattstunde Strom genau eine Kilowattstunde Wärme, eine Wärmepumpe im Schnitt 3,4. Im typischen Einfamilienhaus sinken die Heizkosten dadurch von rund 6.840 € auf rund 1.360 € im Jahr. Weil es für Direktheizungen keinen Klimabonus gibt, beträgt die Förderung 30 %, mit Einkommensbonus bis 70 %, und die Investition ist trotzdem meist nach vier bis sechs Jahren wieder drin.

Gemeint sind alle Heizungen, die Strom direkt in Wärme umwandeln: Elektroheizkörper und Konvektoren, Heizlüfter, elektrische Fußbodenheizungen und Infrarotpaneele. Ob Infrarot als Ergänzung in einzelnen Räumen sinnvoll bleibt, zeigt der Vergleich Infrarotheizung oder Wärmepumpe. Für Nachtspeicheröfen gelten bei der Förderung andere Regeln, sie haben einen eigenen Ratgeber: Nachtspeicherheizung ersetzen.

Was kostet eine Elektroheizung im Jahr?

Im typischen Einfamilienhaus mit 18.480 Kilowattstunden Wärmebedarf rund 6.840 € bei 37 Cent je Kilowattstunde, dem Durchschnittspreis für Haushaltsstrom 2026 laut BDEW. Elektro-Direktheizungen laufen meist über den normalen Haushaltszähler, also zum vollen Strompreis.

StrompreisHeizkosten ElektroheizungHeizkosten WärmepumpeErsparnis pro Jahr
31 ct (Neukundentarif, Verivox 02.10.2026)5.729 €1.359 €4.370 €
37 ct (Durchschnitt 2026, BDEW)6.838 €1.359 €5.479 €
39,9 ct (Grundversorgung)7.374 €1.359 €6.015 €

Die Annahmen entsprechen unserem Wärmepumpen-Rechner: Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern, Baujahr 1970 bis 1990, teilweise gedämmt, Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3,4 und 25 Cent Wärmepumpentarif. Die Jahresarbeitszahl ist der Mittelwert, den das Fraunhofer ISE in seiner Feldstudie für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Bestandsgebäuden gemessen hat. Selbst mit einem günstigen Neukundentarif bleibt die Ersparnis also über 4.000 € im Jahr.

Öl und Gas werden teurer: Was spart eine Wärmepumpe in deinem Haus?

Laut Heizspiegel 2026 heizt die Wärmepumpe am günstigsten, und die KfW übernimmt bis zu 70 % der förderfähigen Kosten (bei geringem Einkommen bis zu 80 %). Lass dir von Fachbetrieben aus deiner Region kostenlos ausrechnen, was der Umstieg bei dir kostet.

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Warum gibt es beim Austausch einer Elektroheizung keinen Klimabonus?

Weil die KfW den Bonus nur für bestimmte Altanlagen zahlt, und Elektro-Direktheizungen gehören nicht dazu. Den Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % bekommst du beim Austausch funktionstüchtiger Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- und Nachtspeicherheizungen sowie mindestens 20 Jahre alter Gas- und Biomasseheizungen.

Für Elektroheizkörper, Heizlüfter oder Infrarotpaneele gilt das nicht. Bei 28.000 € förderfähigen Kosten sind das 4.480 € weniger Zuschuss als beim Nachtspeicher. Prüfe aber genau, was in deinem Haus verbaut ist: Manche Häuser heizen die Wohnräume mit Nachtspeicheröfen und nur Bad oder Anbau mit Direktheizkörpern. Dann ersetzt du im Kern eine Nachtstromspeicherheizung, und der Klimabonus kommt infrage. Lass dir die Einstufung der Altanlage vor dem Antrag vom Fachbetrieb bestätigen.

Wie viel Förderung bekomme ich beim Umstieg von der Elektroheizung?

30 % Grundförderung, als selbstnutzender Eigentümer mit geringerem Einkommen bis zu 70 %. Die Höchstgrenze liegt bei 28.000 € förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit.

FördersatzZuschussEigenanteil bei 36.400 €
30 % Grundförderung8.400 €28.000 €
40 % (plus 10 % Einkommensbonus, bis 50.000 € Einkommen)11.200 €25.200 €
60 % (plus 30 % Einkommensbonus, bis 40.000 € Einkommen)16.800 €19.600 €
70 % (plus 40 % Einkommensbonus, bis 30.000 € Einkommen)19.600 €16.800 €

Gemeint ist das zu versteuernde Haushaltseinkommen im Durchschnitt des zweiten und dritten Jahres vor dem Antrag, für Anträge 2026 also 2023 und 2024. Mit mindestens einem minderjährigen, kindergeldberechtigten Kind steigen alle Grenzen um 10.000 €. Wer den Bonus bekommt und wie der Nachweis läuft, erklärt der Ratgeber Einkommensbonus Wärmepumpe, alle Programme findest du auf unserer Seite zur Förderung.

Auch ohne Klimabonus lohnt es sich, nicht zu lange zu warten. Im ersten Quartal 2027 soll der Wertschöpfungsbonus starten: Dann sinkt die Grundförderung für Wärmepumpen auf 15 %, nur Geräte mit Ursprung in der EU erhalten 15 Prozentpunkte zurück. Bei einem Gerät ohne EU-Ursprung wären das 4.200 € weniger Zuschuss. Außerdem sinken die förderfähigen Höchstkosten ab dem 1. Februar 2027 auf 27.250 €. Was der neue Bonus bedeutet, steht im Ratgeber Wertschöpfungsbonus.

Was kostet der Umstieg und wann rechnet er sich?

Bei 37 Cent Strompreis ist der Eigenanteil von 28.000 € nach rund fünf Jahren wieder eingespielt, mit Einkommensbonus nach drei bis fünf Jahren. Grundlage ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für durchschnittlich 36.400 € (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, 160 Angebote).

EigenanteilAmortisation bei 31 ct (4.370 € Ersparnis)Amortisation bei 37 ct (5.479 € Ersparnis)
28.000 € (30 % Förderung)rund 6,4 Jahrerund 5,1 Jahre
25.200 € (40 % Förderung)rund 5,8 Jahrerund 4,6 Jahre
19.600 € (60 % Förderung)rund 4,5 Jahrerund 3,6 Jahre
16.800 € (70 % Förderung)rund 3,8 Jahrerund 3,1 Jahre

Noch besser fällt die Rechnung aus, wenn deine alten Heizgeräte ohnehin ersetzt werden müssten. Eine neue Elektro-Direktheizung kostet laut Verbraucherzentrale im Schnitt 11.000 €, einschließlich Entsorgung der Altgeräte und betriebsfertigem Anschluss. Gegenüber dieser Ersatzinvestition beträgt der Aufpreis der Wärmepumpe nach 30 % Förderung 17.000 €, und den holt sie bei 37 Cent in gut drei Jahren herein.

Wie beim Nachtspeicher gilt: Elektro-Direktheizungen haben keinen Wasserkreislauf. Rohre und Heizflächen kommen meist zusätzlich hinzu, auch die Durchschnittspreise der Verbraucherzentrale verstehen sich ohne neue Heizleitungen und Heizflächen. Als Faustregel bei 37 Cent: Je 5.000 € für die Wärmeverteilung verlängert sich die Amortisation um knapp ein Jahr. Weil Angebote für vergleichbare Anlagen laut Verbraucherzentrale um bis zu 250 % auseinanderliegen, ist der Preisvergleich dein größter Hebel: Hol dir kostenlose Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region.

Was tun, wenn im Haus keine Heizungsrohre liegen?

Dann gibt es zwei Wege: Rohre und Heizflächen nachrüsten oder eine Luft-Luft-Wärmepumpe einbauen, die ganz ohne Wasserkreislauf heizt.

In kleinen Häusern oder wenn du Böden und Wände nicht öffnen willst, ist die Luft-Luft-Lösung oft der pragmatische Weg. Welche Variante bei dir passt, sieht ein Fachbetrieb am Grundriss.

Darf ich überhaupt noch eine neue Elektroheizung einbauen?

Im selbstgenutzten Ein- oder Zweifamilienhaus ja, in anderen Wohngebäuden nur unter Bedingungen. Nach § 46 des Gebäudemodernisierungsgesetzes darf eine Stromdirektheizung in ein bestehendes Gebäude mit Wohnungen nur eingebaut werden, wenn es die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz nach §§ 16 und 19 um mindestens 30 % unterschreitet, also sehr gut gedämmt ist.

Ausgenommen sind Gebäude mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt, und der Austausch einer bestehenden Einzelraum-Stromdirektheizung. Gefördert wird eine neue Elektro-Direktheizung in keinem Fall: Die KfW schließt Elektro-Direktheizungen wie Speicherheizungen, Heizstrahler und Infrarotheizungen in Wohngebäuden ausdrücklich aus. Wer ohnehin neue Geräte kaufen müsste, sollte deshalb die geförderte Wärmepumpe danebenlegen.

Wann lohnt sich der Wechsel von der Elektroheizung nicht?

Wenn kaum geheizt wird. Je kleiner der Wärmebedarf, desto länger dauert es, bis die Investition zurück ist.

Umgekehrt gilt: Schon ab rund 8.000 Kilowattstunden Wärmebedarf spart die Wärmepumpe bei 37 Cent über 2.300 € im Jahr, im typischen Einfamilienhaus knapp 5.500 €. Für sehr kleine Bedarfe kann eine Luft-Luft-Wärmepumpe die wirtschaftlichere Lösung sein.

Wie läuft der Umstieg von der Elektroheizung zur Wärmepumpe ab?

In fünf Schritten, und der Förderantrag muss vor dem Baustart stehen. Wer ohne Förderbedingung beauftragt oder mit den Arbeiten beginnt, bevor der Antrag bei der KfW eingegangen ist, verliert den Zuschuss.

  1. Bedarf klären: Stromabrechnungen der letzten Jahre heraussuchen und den Anteil fürs Heizen abschätzen.
  2. Konzept und Angebote: raumweise Heizlast, Wärmeverteilung oder Luft-Luft-Lösung, dazu Elektroarbeiten und Zählerschrank. Vergleiche mindestens drei Angebote.
  3. Vertrag mit Förderbedingung: Liefer- und Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung der KfW-Zusage und voraussichtlichem Umsetzungsdatum.
  4. Antrag bei der KfW: mit der Bestätigung zum Antrag vom Fachbetrieb im Portal „Meine KfW“. Für Anträge seit dem 21.07.2026 gehört die Bestellung eines intelligenten Messsystems dazu.
  5. Umbau und Nachweise: Umsetzung binnen 36 Monaten nach der Zusage, Nachweise innerhalb von sechs Monaten nach der letzten Rechnung.

Mit der Zusage im Rücken kannst du in Ruhe planen. Gerade wenn Rohre verlegt werden, lohnt es sich, den Umbau in die heizfreie Zeit zu legen und bis dahin mit den alten Geräten weiterzuheizen.

Quellen und weiterführende Links

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Häufige Fragen

Bekomme ich beim Austausch von Elektroheizkörpern den Klimabonus?

Nein. Die KfW zahlt den Klimageschwindigkeitsbonus nur beim Austausch von Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- und Nachtspeicherheizungen sowie mindestens 20 Jahre alter Gas- und Biomasseheizungen. Für Elektro-Direktheizungen bleiben 30 % Grundförderung und gegebenenfalls bis zu 40 % Einkommensbonus, zusammen höchstens 70 %.

Wie viel spare ich, wenn ich meine Elektroheizung gegen eine Wärmepumpe tausche?

Im typischen Einfamilienhaus mit 18.480 Kilowattstunden Wärmebedarf rund 5.480 € im Jahr bei 37 Cent Strompreis. Mit einem günstigen Neukundentarif von 31 Cent sind es immer noch rund 4.370 €. Die Wärmepumpe kostet in beiden Fällen rund 1.360 € im Jahr.

Zählt eine Infrarotheizung als Elektroheizung?

Ja, Infrarotpaneele sind Elektro-Direktheizungen. Sie werden in Wohngebäuden nicht gefördert, und wer sie durch eine Wärmepumpe ersetzt, bekommt keinen Klimabonus. Die 30 % Grundförderung und der Einkommensbonus gelten aber auch hier.

Brauche ich für die Wärmepumpe einen neuen Stromzähler?

Für die Förderung musst du ein intelligentes Messsystem bestellen, bei steuerbaren Wärmepumpen kostet es höchstens 50 € im Jahr plus 50 € für die Steuerung. Willst du den reduzierten Arbeitspreis beim Netzentgelt nach § 14a EnWG (Modul 2) nutzen, brauchst du einen separaten Zähler für die Wärmepumpe. Die Pauschale nach Modul 1 gibt es ohne eigenen Zähler.

Kann ich den Eigenanteil über einen Kredit finanzieren?

Ja, über den Ergänzungskredit der KfW mit bis zu 120.000 € je Wohneinheit. Selbstnutzer mit bis zu 90.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen bekommen im Programm 358 einen zinsverbilligten Kredit, am 29.09.2026 ab 1,48 % bei zehn Jahren Laufzeit. Beantragt wird er über die Hausbank innerhalb von zwölf Monaten nach der Zuschusszusage.

Lohnt sich eine Wärmepumpe in einer kleinen Wohnung mit Elektroheizung?

Oft eher nicht als eigene Luft-Wasser-Anlage, weil der Wärmebedarf klein ist und die Eigentümergemeinschaft zustimmen muss. Bei 4.000 Kilowattstunden spart eine Wärmepumpe rund 1.190 € im Jahr. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe für im Schnitt rund 13.000 € oder eine gemeinsame Anlage für das ganze Haus kann die bessere Lösung sein.

Andreas Mali

Gründer & Redaktion WärmepumpenGenie

Andreas Mali ist Gründer von WärmepumpenGenie und recherchiert Förderprogramme, Heizkosten und Technikdaten fortlaufend aus Primärquellen (KfW, BAFA, Verbraucherzentralen, Fraunhofer ISE). Mehr über uns und unsere Methodik

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