8 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-09-24
Ja. Elektro-Direktheizungen – Konvektoren, Heizlüfter, elektrische Fußbodenheizungen, Infrarotpaneele – wandeln eine Kilowattstunde Strom in genau eine Kilowattstunde Wärme um. Eine Wärmepumpe macht daraus drei bis vier. In einem 120-Quadratmeter-Haus sinken die Heizkosten dadurch von rund 5.200 € auf etwa 1.130 € im Jahr. Anders als beim Nachtspeicher gibt es hier allerdings keinen Klimageschwindigkeits-Bonus, sondern nur die 30 % Grundförderung plus einen möglichen Einkommensbonus. Die Amortisation dauert deshalb etwas länger, bleibt aber mit fünf bis sieben Jahren deutlich unter dem, was bei einer Gasheizung herauskommt.
Die Rechnung ist unangenehm einfach: Jede Kilowattstunde Wärme kostet eine Kilowattstunde Haushaltsstrom. Bei 36 Cent und einem Wärmebedarf von 14.400 Kilowattstunden – das entspricht 120 Quadratmetern in einem Haus der Baujahre 1970 bis 1990 – sind das rund 5.200 € im Jahr.
Eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,4 braucht für dieselbe Wärme nur etwa 4.240 Kilowattstunden. Zum Wärmepumpentarif von 25 Cent kostet das 1.060 bis 1.130 €. Die Ersparnis liegt bei gut 4.000 € jährlich, unser Rechner weist für diesen Fall rund 3.300 € aus, weil er konservativer kalkuliert.
Eine Anmerkung zu Infrarotheizungen: Sie werden oft mit dem Argument verkauft, Strahlungswärme sei effizienter als Konvektionswärme. Physikalisch bleibt es dabei, dass aus einer Kilowattstunde Strom eine Kilowattstunde Wärme wird. Der Wirkungsgrad liegt bei 100 %, die Wärmepumpe kommt auf 340 %. Infrarot hat seine Berechtigung in selten genutzten Räumen, im Bad als Zusatz oder im Passivhaus mit minimalem Bedarf – nicht als Hauptheizung eines Altbaus.
Das ist der Punkt, an dem sich Elektro- und Nachtspeicherheizung unterscheiden, und er kostet bares Geld. Die KfW zählt im Programm 458 genau auf, welche Altanlagen den 16-%-Bonus auslösen: Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- und Nachtstromspeicherheizungen sowie mindestens 20 Jahre alte Gas- und Biomasseheizungen.
Elektro-Direktheizungen und Infrarotpaneele stehen nicht auf dieser Liste. Wer sie ersetzt, bekommt:
Auf 28.000 € förderfähige Kosten sind das 8.400 € Grundförderung, mit Einkommensbonus bis zu 19.600 €. Gegenüber dem Nachtspeicherfall fehlen also 4.480 €.
Ein Blick lohnt trotzdem: Viele Häuser haben beides – Nachtspeicheröfen in den Haupträumen und Direktheizkörper im Bad oder im Anbau. Ist eine Nachtstromspeicherheizung Teil der Anlage, die ersetzt wird, greift der Bonus. Was in deinem Fall zählt, klärt die KfW anhand der Nachweise; der Fachbetrieb dokumentiert die Altanlage im Antrag.
Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe für im Schnitt 36.400 € und 30 % Förderung bleiben rund 25.500 € Eigenanteil. Bei gut 3.300 bis 4.000 € Ersparnis im Jahr ist das nach sechs bis acht Jahren ausgeglichen. Mit Einkommensbonus verkürzt sich die Zeit auf drei bis vier Jahre.
Wie beim Nachtspeicher gilt auch hier: Elektro-Direktheizungen haben keinen Wasserkreislauf. Rohre und Heizkörper müssen neu verlegt werden, was zusätzlich kostet und als Umfeldmaßnahme mitgefördert wird. Details dazu stehen im Ratgeber Nachtspeicherheizung ersetzen, die Lage ist technisch dieselbe.
Ehrlichkeitshalber: Es gibt Fälle, in denen sich der Aufwand nicht lohnt.
Sehr kleiner Wärmebedarf. In einer gut gedämmten 50-Quadratmeter-Wohnung mit 4.000 Kilowattstunden Bedarf spart die Wärmepumpe etwa 1.000 € im Jahr. Bei 25.000 € Eigenanteil dauert das 25 Jahre.
Ferienhäuser und selten genutzte Gebäude. Wer nur an wenigen Wochenenden heizt, holt die Investition nicht herein. Hier ist eine Direktheizung mit ihren niedrigen Anschaffungskosten oft die richtige Wahl.
Eigentumswohnungen ohne Zustimmung der Gemeinschaft. Der Einbau betrifft das Gemeinschaftseigentum und braucht einen Beschluss. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus.
In allen anderen Fällen – dauerhaft bewohntes Haus, Wärmebedarf über 8.000 Kilowattstunden – ist der Wechsel wirtschaftlich klar.
Fazit: Elektroheizungen sind nach den Nachtspeichern der zweitteuerste Weg zu heizen. Der Wechsel spart 3.300 bis 4.000 € im Jahr, die Förderung fällt mit 30 % aber geringer aus als beim Nachtspeicher, weil der Klimabonus hier nicht greift. Rechne deshalb mit sechs bis acht Jahren bis zur Amortisation – und prüfe, ob ein Einkommensbonus infrage kommt, der die Zeit halbiert.
Häufige Fragen
Nein. Die KfW nennt im Programm 458 ausschließlich Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- und Nachtstromspeicherheizungen sowie mindestens 20 Jahre alte Gas- und Biomasseheizungen. Elektro-Direktheizungen und Infrarotpaneele stehen nicht auf dieser Liste. Es bleiben die 30 Prozent Grundförderung und ein möglicher Einkommensbonus von bis zu 40 Prozent.
Nein. Eine Infrarotheizung wandelt eine Kilowattstunde Strom in eine Kilowattstunde Wärme um, der Wirkungsgrad liegt also bei 100 Prozent. Eine Wärmepumpe erreicht im Feld eine Jahresarbeitszahl von 3,4 und damit rechnerisch 340 Prozent. Infrarot ist sinnvoll in selten genutzten Räumen oder als Zusatz im Bad, nicht als Hauptheizung eines Altbaus.
In einem 120-Quadratmeter-Haus mit rund 14.400 Kilowattstunden Wärmebedarf kostet die Elektroheizung bei 36 Cent je Kilowattstunde etwa 5.200 Euro im Jahr. Die Wärmepumpe kommt auf 1.060 bis 1.130 Euro. Die Ersparnis liegt damit zwischen 3.300 und 4.000 Euro jährlich, je nach Tarif und Jahresarbeitszahl.
Bei sehr kleinem Wärmebedarf unter etwa 8.000 Kilowattstunden, in Ferienhäusern und selten genutzten Gebäuden sowie in Eigentumswohnungen ohne Beschluss der Eigentümergemeinschaft. In einer gut gedämmten 50-Quadratmeter-Wohnung dauert die Amortisation rechnerisch über 20 Jahre.
Ja, in den allermeisten Fällen. Elektro-Direktheizungen arbeiten ohne Wasserkreislauf, es gibt also weder Rohre noch Heizkörper. Beides muss neu verlegt werden. Diese Arbeiten sind als Umfeldmaßnahme förderfähig und zählen in die 28.000 Euro Höchstkosten hinein.