Nachtspeicherheizung ersetzen: Kosten und Förderung 2026

Geprüft am 02. Oktober 2026

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10 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02

Lohnt es sich, eine Nachtspeicherheizung durch eine Wärmepumpe zu ersetzen?

Ja, denn die Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom im Schnitt 3,4 Kilowattstunden Wärme: Im typischen Einfamilienhaus sinken die Heizkosten auf rund 1.360 € im Jahr, von rund 3.700 € mit günstigem Nachtstrom (20 Cent) und von rund 6.470 € mit teurerem Heizstrom (35 Cent). Für funktionstüchtige Nachtspeicheröfen gibt es den Klimabonus ohne Altersgrenze und damit mindestens 46 % Förderung. Selbst mit einem günstigen Nachtstromtarif sinken die Heizkosten um mehr als 60 %.

Nachtspeicheröfen stammen aus einer Zeit, in der Kraftwerke nachts billigen Überschussstrom abgaben. Die günstigen Tarife von damals sind weitgehend verschwunden, die Öfen sind geblieben. Weil jede Kilowattstunde Wärme eine Kilowattstunde Strom kostet, gehören sie heute zu den teuersten Heizungen überhaupt. Einen Haken hat der Umstieg allerdings, und er gehört von Anfang an in die Planung: Häuser mit Nachtspeicheröfen haben meist keine Heizungsrohre. Wie du das löst und was es kostet, liest du weiter unten. Heizt dein Haus mit Elektroheizkörpern statt Speicheröfen, gelten andere Förderregeln, siehe Elektroheizung ersetzen.

Wie teuer ist eine Nachtspeicherheizung im Jahr?

Das hängt fast nur an deinem Strompreis, denn ein Haus mit 18.480 Kilowattstunden Wärmebedarf braucht genauso viele Kilowattstunden Strom. Schau deshalb auf deine letzte Abrechnung und such den Arbeitspreis für den Heizstrom heraus, bei Zweitarifzählern den Niedertarif.

Laut co2online lag der Niedertarif für Nachtspeicher 2025/26 bei rund 20 Cent je Kilowattstunde. Wer keinen eigenen Heizstromtarif mehr hat, zahlt den normalen Haushaltsstrompreis, laut BDEW 2026 im Schnitt 37 Cent. Unser Wärmepumpen-Rechner rechnet vorsichtig mit diesen 20 Cent, zahlst du mehr, sparst du entsprechend mehr. So verändert der Tarif das Ergebnis, verglichen mit einer Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3,4 und 25 Cent Wärmepumpentarif (1.359 € im Jahr):

Strompreis NachtspeicherHeizkosten NachtspeicherErsparnis mit WärmepumpeKostensenkung
20 ct/kWh3.696 €2.337 €63 %
25 ct/kWh4.620 €3.261 €71 %
30 ct/kWh5.544 €4.185 €75 %
35 ct/kWh6.468 €5.109 €79 %

Annahmen: Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern, Baujahr 1970 bis 1990, teilweise gedämmt, Grundpreise nicht eingerechnet. Selbst im günstigsten Fall spart die Wärmepumpe also mehr als 2.300 € im Jahr.

Öl und Gas werden teurer: Was spart eine Wärmepumpe in deinem Haus?

Laut Heizspiegel 2026 heizt die Wärmepumpe am günstigsten, und die KfW übernimmt bis zu 70 % der förderfähigen Kosten (bei geringem Einkommen bis zu 80 %). Lass dir von Fachbetrieben aus deiner Region kostenlos ausrechnen, was der Umstieg bei dir kostet.

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Wie hoch ist die Förderung beim Austausch einer Nachtspeicherheizung?

Mindestens 46 %, mit Einkommensbonus bis zu 80 % der förderfähigen Kosten. Nachtstromspeicherheizungen stehen ausdrücklich auf der Liste der KfW, für die der Klimageschwindigkeitsbonus ohne Anforderung an das Alter der Anlage gezahlt wird.

FördersatzZuschussEigenanteil bei 36.400 €
46 % (Grundförderung plus Klimabonus)12.880 €23.520 €
56 % (plus 10 % Einkommensbonus)15.680 €20.720 €
70 % (plus 30 % Einkommensbonus)19.600 €16.800 €
80 % (plus 40 % Einkommensbonus)22.400 €14.000 €

Die 28.000 € decken nicht nur das Gerät ab. Förderfähig sind laut KfW auch die Leitungen zum Anschluss der Wärmepumpe, die Umstellung von Einzelheizungen auf eine Zentralheizung, neue Heizkörper oder Flächenheizungen samt Estrich und Bodenbelag sowie die Umstellung auf eine zentrale Warmwasserbereitung. Wichtig ist der Zeitpunkt: Bis zum 31. Januar 2027 gelten 16 % Klimabonus und 28.000 € Höchstkosten, danach 12 % auf 27.250 €. Im Beispiel sind das 12.880 € statt 11.445 €. Alle Programme findest du auf unserer Seite zur Förderung, wer den Einkommensbonus bekommt, erklärt der Ratgeber Einkommensbonus Wärmepumpe.

Was tun, wenn das Haus keine Heizungsrohre hat?

Dann wird die Wärmeverteilung neu gebaut, oder du wählst eine Luft-Luft-Wärmepumpe, die ohne Wasserkreislauf auskommt. Nachtspeicheröfen sind Einzelgeräte, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe braucht dagegen Rohre und Heizflächen.

Weg 1: Rohre und Heizflächen nachrüsten. Das ist die vollwertige Lösung, bei der die Wärmepumpe auch das Warmwasser bereitet. Die Leitungen verlaufen je nach Haus in Wänden, Schächten, Sockelleisten oder im Boden. Weil die Heizflächen ohnehin neu geplant werden, kann der Fachbetrieb sie von Anfang an für niedrige Vorlauftemperaturen auslegen: großzügige Heizkörper, Gebläsekonvektoren oder Fußbodenheizung. Am besten verbindest du den Umbau mit Renovierungen, die du ohnehin vorhast.

Weg 2: Luft-Luft-Wärmepumpe. Split- oder Multisplit-Geräte heizen über Innengeräte direkt in den Räumen und können im Sommer kühlen. Laut Verbraucherzentrale kosten sie im Schnitt rund 13.000 € (Preisstand Juni 2026), deutlich weniger als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit rund 36.000 €. Warmwasser bereiten sie nicht, dafür bleibt der Durchlauferhitzer oder es kommt eine Warmwasser-Wärmepumpe dazu. Gefördert werden Luft-Luft-Wärmepumpen, wenn das Außengerät auf der Förderliste steht und die Effizienzanforderungen erfüllt. Lass dir das vor der Bestellung schriftlich bestätigen.

Ein Punkt, den viele Angebote auslassen: In der Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz enthielten nur 23 % der Angebote einen Heizkörpertausch. Auch die Durchschnittspreise der Energieberatung der Verbraucherzentrale verstehen sich ohne neue Heizleitungen und Heizflächen. Achte deshalb darauf, dass die komplette Wärmeverteilung im Angebot steht. Weitere Prüfpunkte findest du im Ratgeber Wärmepumpen-Angebot prüfen.

Was kostet der Umstieg und wann hat er sich bezahlt gemacht?

Der Eigenanteil von 23.520 € ist je nach Heizstrompreis nach rund 10 Jahren (20 Cent Nachtstrom) bis vier bis fünf Jahren (35 Cent Heizstrom) wieder eingespielt, mit Einkommensbonus deutlich früher. Grundlage ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für durchschnittlich 36.400 € (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, 160 Angebote) mit 46 % Förderung.

Eigenanteilbei 20 ct Nachtstrom (2.337 € Ersparnis)bei 35 ct Heizstrom (5.109 € Ersparnis)
23.520 € (46 % Förderung)rund 10 Jahrerund 4,6 Jahre
16.800 € (70 % Förderung)rund 7 Jahrerund 3,3 Jahre
14.000 € (80 % Förderung)rund 6 Jahrerund 2,7 Jahre

Dazu kommt die Wärmeverteilung, die in diesen Zahlen nicht steckt, auch nicht in unserem Rechner. Die Höchstgrenze von 28.000 € gilt für Wärmepumpe und Umfeldmaßnahmen zusammen und ist bei einer durchschnittlichen Anlage schon mit der Wärmepumpe ausgeschöpft. Rohre und Heizflächen bezahlst du deshalb meist selbst. Als Faustregel bei 35 Cent Heizstrom: Je 5.000 € für die Wärmeverteilung verlängert sich die Amortisation um knapp ein Jahr. Selbst mit 15.000 € Zusatzkosten ist die Investition nach rund siebeneinhalb Jahren zurück.

Für die Finanzierung des Eigenanteils gibt es den Ergänzungskredit der KfW: Selbstnutzer mit bis zu 90.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen bekommen im Programm 358 einen zinsverbilligten Kredit, am 29.09.2026 ab 1,48 % Sollzins bei zehn Jahren Laufzeit. Den Kredit beantragst du über deine Hausbank, spätestens zwölf Monate nach der Zuschusszusage. Was die Anlage bei dir kostet, zeigen am Ende nur echte Angebote. Vergleiche kostenlose Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region, denn laut Verbraucherzentrale weichen Angebote für vergleichbare Anlagen um bis zu 250 % voneinander ab.

Funktioniert eine Wärmepumpe in einem schlecht gedämmten Nachtspeicherhaus?

Ja, wenn die neuen Heizflächen richtig ausgelegt sind. Nachtspeicherhäuser stammen oft aus den 1960er- bis 1980er-Jahren und sind entsprechend mäßig gedämmt, das schließt eine Wärmepumpe aber nicht aus.

In der Feldstudie des Fraunhofer ISE mit 77 Anlagen im Bestand erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen eine mittlere Jahresarbeitszahl von 3,4, ohne klaren Zusammenhang mit dem Baujahr. Entscheidend ist die Vorlauftemperatur, und die hängt an der Größe der Heizflächen. Weil du im Nachtspeicherhaus ohnehin neu planst, kannst du die Heizflächen von Anfang an großzügig auslegen. Das ist ein echter Vorteil gegenüber vielen Häusern mit alten, zu kleinen Heizkörpern.

Die Förderung verlangt ohnehin eine raumweise Heizlastberechnung, den hydraulischen Abgleich und eine Auslegung auf eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0. Wenn du Dach oder Fenster sowieso erneuern willst, lohnt es sich, das vor der Auslegung zu erledigen: Dann reicht eine kleinere Wärmepumpe. Mehr dazu im Ratgeber Jahresarbeitszahl im Altbau.

Was muss ich beim Ausbau der alten Nachtspeicheröfen beachten?

Vor allem Asbest: Nachtspeicheröfen mit Baujahr vor 1984 können asbesthaltige Bauteile enthalten, im Zweifel gilt jedes Gerät als belastet. Zerlegen darfst du die Geräte nicht selbst, das ist nur zugelassenen Fachfirmen nach den Regeln der TRGS 519 erlaubt.

Welcher Stromtarif lohnt sich nach dem Umstieg?

Ein Wärmepumpentarif, kombiniert mit den reduzierten Netzentgelten nach § 14a EnWG. Unsere Rechnungen setzen 25 Cent je Kilowattstunde an, das entspricht ungefähr dem Durchschnitt der Heizperiode 2025/26 laut Verivox (25,67 Cent), günstige Neukundentarife lagen im Juli 2026 bei rund 20,7 Cent.

Als steuerbares Gerät bekommt deine Wärmepumpe außerdem ein reduziertes Netzentgelt: entweder pauschal (Modul 1, laut Bundesnetzagentur rund 110 bis 190 € im Jahr) oder über einen eigenen Zähler mit einem auf 40 % gesenkten Arbeitspreis beim Netzentgelt (Modul 2). Für die Förderung musst du ein intelligentes Messsystem bestellen. Die Kosten dafür sind bei steuerbaren Geräten auf 50 € im Jahr plus 50 € für die Steuerung begrenzt. Was sich für dich lohnt, zeigt der Ratgeber Wärmepumpentarif und § 14a EnWG.

Wie läuft der Wechsel vom Nachtspeicher zur Wärmepumpe ab?

Wie bei jedem geförderten Heizungstausch gilt: erst planen und Angebote einholen, dann Vertrag mit Förderbedingung, dann Antrag, dann bauen. Beim Nachtspeicher kommt die Planung der Wärmeverteilung dazu.

  1. Heizlast und Konzept: Der Fachbetrieb berechnet die Heizlast raumweise und schlägt vor, wo Rohre und Heizflächen hinkommen oder ob eine Luft-Luft-Lösung passt.
  2. Angebote vergleichen: mindestens drei, jeweils mit Wärmeverteilung, Elektroarbeiten, Zählerschrank und Entsorgung der Öfen. Den Zählerschrank enthielten laut Verbraucherzentrale nur 31 % der Angebote.
  3. Vertrag mit Bedingung: Liefer- und Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung der Förderzusage und voraussichtlichem Umsetzungsdatum.
  4. Antrag bei der KfW: mit der Bestätigung zum Antrag vom Fachbetrieb, im Portal „Meine KfW“ und vor Beginn der Arbeiten.
  5. Umbau: zuerst Leitungen und Heizflächen, dann die Wärmepumpe, zum Schluss Ausbau und Entsorgung der Öfen. Für die Umsetzung hast du 36 Monate ab Zusage Zeit.
  6. Abschluss: Stromtarif umstellen und die Nachweise innerhalb von sechs Monaten nach der letzten Rechnung einreichen.

Für die Frist am 31. Januar 2027 zählt der Eingang des Antrags, nicht der fertige Einbau. Gerade bei einem größeren Umbau ist das ein Vorteil: Du sicherst dir die heutigen Fördersätze und hast danach genug Zeit für eine saubere Umsetzung.

Quellen und weiterführende Links

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Häufige Fragen

Bekomme ich den Klimabonus auch für neuere Nachtspeicheröfen?

Ja. Für Nachtstromspeicherheizungen verlangt die KfW kein Mindestalter, anders als bei Gasheizungen, die mindestens 20 Jahre alt sein müssen. Die Öfen müssen funktionstüchtig sein, fachgerecht ausgebaut werden, und du musst selbst im Haus wohnen. Bei einem Antrag bis zum 31. Januar 2027 beträgt der Bonus 16 %, danach 12 %.

Wie viel spare ich mit einer Wärmepumpe statt Nachtspeicher?

Im typischen Einfamilienhaus mit 18.480 Kilowattstunden Wärmebedarf zwischen rund 2.340 € und 5.110 € im Jahr. Die Spanne hängt am Strompreis der Nachtspeicherheizung: bei 20 Cent Niedertarif rund 3.700 € Heizkosten, bei 35 Cent rund 6.470 €. Die Wärmepumpe kommt mit Jahresarbeitszahl 3,4 und 25 Cent Wärmepumpentarif auf rund 1.360 €.

Sind alte Nachtspeicheröfen asbesthaltig?

Geräte mit Baujahr vor 1984 können Asbest enthalten, im Zweifel gilt jedes Gerät als belastet. Selbst zerlegen ist verboten, nur zugelassene Fachfirmen dürfen das nach TRGS 519. Für die fachgerechte Entsorgung nennt co2online 100 bis 230 € pro Gerät, die Kosten sind förderfähig.

Brauche ich eine Fußbodenheizung für die Wärmepumpe?

Nein. Ausreichend große Heizkörper oder Gebläsekonvektoren funktionieren ebenfalls, wenn sie auf eine niedrige Vorlauftemperatur ausgelegt sind. Weil im Nachtspeicherhaus ohnehin alles neu geplant wird, kann der Fachbetrieb die Heizflächen passend zur raumweisen Heizlast dimensionieren. Beides ist als Umfeldmaßnahme förderfähig.

Gibt es eine günstigere Lösung ohne neue Heizungsrohre?

Ja, eine Luft-Luft-Wärmepumpe mit Split- oder Multisplit-Geräten. Sie kostet laut Verbraucherzentrale im Schnitt rund 13.000 € (Preisstand Juni 2026) und heizt über Innengeräte direkt in den Räumen. Warmwasser bereitet sie nicht, gefördert wird sie, wenn das Außengerät auf der Förderliste steht.

Lohnt sich der Umstieg auch für Vermieter?

Ja, aber mit weniger Förderung: Vermieter erhalten nur die Grundförderung von 30 %, ab dem ersten Quartal 2027 für Wärmepumpen ohne EU-Ursprung nur 15 %. Die Modernisierungskosten dürfen anteilig auf die Miete umgelegt werden. Voll umlagefähig ist eine Wärmepumpe nur mit nachgewiesener Jahresarbeitszahl von mindestens 2,5 oder wenn eine gesetzliche Ausnahme greift, sonst nur zur Hälfte.

Andreas Mali

Gründer & Redaktion WärmepumpenGenie

Andreas Mali ist Gründer von WärmepumpenGenie und recherchiert Förderprogramme, Heizkosten und Technikdaten fortlaufend aus Primärquellen (KfW, BAFA, Verbraucherzentralen, Fraunhofer ISE). Mehr über uns und unsere Methodik

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