9 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02
Ja, eine Luft-Luft-Wärmepumpe ist technisch eine Split-Klimaanlage mit Heizfunktion, die im Winter effizient heizt und im Sommer kühlt. Als alleinige Heizung passt sie vor allem in gut gedämmte Häuser und Wohnungen mit wenigen Räumen, denn jeder Raum braucht ein eigenes Innengerät und Warmwasser bereitet sie nicht. Komplett kostet sie laut Verbraucherzentrale im Schnitt rund 13.000 €, deutlich weniger als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit rund 36.400 €.
Das Prinzip ist simpel: Das Außengerät entzieht der Außenluft Wärme, die Innengeräte geben sie direkt an die Raumluft ab, ganz ohne Heizkörper und Wasserrohre. In Europa ist das die verbreitetste Wärmepumpenart: Laut dem vom baden-württembergischen Umweltministerium geförderten Programm Zukunft Altbau waren 2023 rund zehn von 22 Millionen Wärmepumpen Luft-Luft-Geräte (Zahlen des Branchenverbands EHPA), die meisten in Südeuropa.
Ja, eine fest installierte Split-Klimaanlage mit Heizfunktion ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe: Laut Verbraucherzentrale sind Luft-Luft-Wärmepumpen „technisch nichts anderes als reversible Split-Klimaanlagen“. Auch die KfW zählt Split-Klimaanlagen mit Heizfunktion ausdrücklich zu den Wärmeerzeugern, wenn sie das Gebäude beheizen, selbst wenn sie zu einer bestehenden Heizung nachgerüstet werden.
Es gibt zwei Bauarten:
Mobile Monoblock-Klimageräte mit Abluftschlauch gehören nicht dazu, sie gelten laut Verbraucherzentrale als wenig effizient. Feste Split-Geräte darf nur ein Fachbetrieb montieren, weil dabei ein Kältemittelkreis verbunden wird, wofür ein Sachkundenachweis vorgeschrieben ist (Verbraucherzentrale: Klimaanlage installieren ↗).
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Die Verbraucherzentrale fand bei 160 Angeboten für Luft-Wasser-Wärmepumpen Preise von 21.099 € bis 54.168 €. Wer mehrere Angebote vergleicht, zahlt nicht drauf. Unser Partner vermittelt dir kostenlos Angebote geprüfter Fachbetriebe aus deiner Region.
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Die Geräte im Klimageräte-Test der Stiftung Warentest kosten rund 870 bis 1.960 € ohne Montage, eine Multi-Split-Anlage für drei Räume 3.930 €. Als Heizungsersatz mit Einbau, Entsorgung der Altanlage und betriebsfertigem Anschluss liegt eine Luft-Luft-Wärmepumpe laut Verbraucherzentrale im Schnitt bei rund 13.000 € (Preise 06/2026), das sind 8 % mehr als im Vorjahr.
| Variante | Kosten | Quelle |
|---|---|---|
| Single-Split-Gerät, ohne Montage | rund 870–1.960 € | Stiftung Warentest, 27.05.2026 |
| Multi-Split für bis zu 3 Räume, ohne Montage | 3.930 € | Stiftung Warentest, 27.05.2026 |
| Wohnung mit 70 m² und 3 Innengeräten, mit Montage | 7.500–10.500 € | co2online |
| Einfamilienhaus mit 130 m² und 5 Innengeräten, mit Montage | 12.000–17.500 € | co2online |
| Heizungsersatz komplett, Durchschnitt | rund 13.000 € | Verbraucherzentrale, Preise 06/2026 |
| Zum Vergleich: Luft-Wasser-Wärmepumpe | Ø rund 36.400 € | VZ Rheinland-Pfalz |
| Warmwasser extra: Brauchwasser-Wärmepumpe | Ø 2.775 € plus rund 500 € Einbau | Stiftung Warentest, 7/2026 |
Die Testpreise sind mittlere Preise für Außen- und Innengerät ohne Installation; Kältemittelleitungen, Wanddurchbrüche, Kondensatablauf und Elektroanschluss kommen dazu. Je mehr Räume, desto teurer: Jeder Raum braucht ein eigenes Innengerät, und Multi-Split-Anlagen brauchen laut co2online meist einen Drehstromanschluss. Für das Warmwasser rechnest du eine eigene Lösung ein, etwa eine Brauchwasserwärmepumpe.
Eine Luft-Luft-Wärmepumpe macht laut co2online aus einer Kilowattstunde Strom meist 2,5 bis 3,5 kWh Wärme, eine Elektro- oder Nachtspeicherheizung nur eine. Für 5.000 kWh Heizwärme brauchst du damit rund 1.430 bis 2.000 kWh Strom statt 5.000 kWh.
Annahmen: gut gedämmte Wohnung mit 70 m² und 5.000 kWh Wärmebedarf im Jahr, Haushaltsstrom 37 ct/kWh (BDEW, Mittel 2026), Nachtstrom für Nachtspeicher rund 20 ct/kWh (co2online, 2025/26); die Klimaanlage läuft im Beispiel über den normalen Haushaltszähler.
| Heizung | Stromverbrauch | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|
| Nachtspeicher (Nachtstrom 20 ct) | 5.000 kWh | 1.000 € |
| Elektro-Direktheizung | 5.000 kWh | 1.850 € |
| Luft-Luft, Jahresarbeitszahl 2,5 | 2.000 kWh | 740 € |
| Luft-Luft, Jahresarbeitszahl 3,0 | 1.667 kWh | 617 € |
| Luft-Luft, Jahresarbeitszahl 3,5 | 1.429 kWh | 529 € |
Gegenüber einer Elektro-Direktheizung sparst du so rund 1.100 bis 1.300 € im Jahr. Gegenüber Nachtspeicheröfen mit günstigem Nachtstrom sind es rund 260 bis 470 €, mit einem Wärmepumpentarif (25 ct) rund 500 bis 640 €. Auf das Gerät kommt es an: Wer mit einer sparsamen Klimaanlage heizt, kann laut Stiftung Warentest auf 15 Jahre über 2.000 € sparen. Bei sehr niedrigen Außentemperaturen arbeiten Luft-Luft-Wärmepumpen allerdings weniger effizient als Luft-Wasser-Systeme (Verbraucherzentrale), die im Fraunhofer-Feldtest im Bestand im Schnitt eine Jahresarbeitszahl von 3,4 erreichten.
Ja, die KfW fördert Luft-Luft-Wärmepumpen über das Programm 458 mit denselben Sätzen wie andere Wärmepumpen, also 30 bis 80 %, wenn die Anlage die technischen Mindestanforderungen erfüllt. Nicht gefördert werden Wärmepumpen, die Raumluft aus beheizten Räumen oder ausschließlich die Abluft einer Lüftungsanlage als Wärmequelle nutzen.
Das verlangen Förderrichtlinie, KfW-Infoblatt und die technischen FAQ der KfW:
Wie das aussieht, rechnet die KfW auf ihrer Programmseite zum Zuschuss 458 ↗ selbst vor: Eine Eigentümerin ersetzt in ihrer Dachgeschosswohnung (Haus mit fünf Wohnungen) die Nachtspeicherheizung vollständig durch eine Klima-Split-Anlage. Als Selbstnutzerin bekommt sie 30 % Grundförderung plus 16 % Klimageschwindigkeitsbonus, auf 17.600 € anrechenbare Kosten also 8.096 € Zuschuss. Für die 70-m²-Wohnung aus dem Rechenbeispiel oben (7.500 bis 10.500 € laut co2online) wären das 3.450 bis 4.830 €. Der Eigenanteil von 4.050 bis 5.670 € ist bei rund 1.130 € Ersparnis im Jahr (Jahresarbeitszahl 3,0) nach rund vier bis fünf Jahren wieder drin, mit Einkommensbonus noch schneller. Die 16 % gelten für Anträge, die bis zum 31.01.2027 bei der KfW eingehen, danach sinkt der Bonus auf 12 %. Läuft danach noch eine fossile Heizung weiter, etwa bei der Luft-Luft-Wärmepumpe als Ergänzung zur Gasheizung, gibt es keinen Klimabonus. Wie der Antrag abläuft (Vertrag mit Förderbedingung, Antrag vor Baubeginn), steht im Ratgeber Förderung beantragen, weitere Programme deines Landes findest du in der Förderübersicht.
Ab dem 01.01.2029 dürfen Luft-Luft-Splitgeräte bis 12 kW mit Kältemitteln ab einem Treibhauspotenzial (GWP) von 150 nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden, das betrifft das heute verbreitete R32 mit einem GWP von 675. Bereits installierte Geräte dürfen weiterlaufen, gewartet und mit R32 nachgefüllt werden.
Die Stufen der EU-F-Gase-Verordnung für Splitgeräte bis 12 kW:
Die Stiftung Warentest hat 2026 bereits erste Modelle mit Propan (R290) getestet. Wenn du jetzt kaufst, nimm am besten ein solches Gerät: Es ist von den Verboten nicht betroffen und erfüllt auch die Kältemittel-Vorgabe der KfW ab 2028. Geräte, die nachweislich vor dem Stichtag in Verkehr gebracht wurden, dürfen auch danach noch in Betrieb gehen; den Nachweis muss der Betreiber führen. Mehr zu den Kältemitteln steht im Ratgeber R290 oder R32.
Sinnvoll ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe überall dort, wo wenige Räume effizient beheizt und im Sommer gekühlt werden sollen und kein wassergeführtes Heizsystem vorhanden ist. Typische Fälle:
Rechne mit etwas weniger Heizkomfort als bei Heizkörpern: Die Geräte heizen rein über warme Luft, manche empfinden den Luftzug als unangenehm, und an kalten Fenstern kann Zugluft entstehen (Zukunft Altbau). Geräte mit Personensensoren blasen nicht direkt auf Menschen.
Für ein ganzes Einfamilienhaus mit Heizkörpern oder Fußbodenheizung ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe meist die bessere Wahl, weil sie alle Räume und das Warmwasser mit einem Gerät versorgt. Die Verbraucherzentrale sieht Luft-Luft-Wärmepumpen als Vollheizung für deutsche Winter nur begrenzt geeignet.
| Kriterium | Luft-Luft | Luft-Wasser |
|---|---|---|
| Kosten komplett | rund 13.000 € | Ø rund 36.400 € |
| Warmwasser | separate Lösung nötig | inklusive |
| Wärmeverteilung | warme Luft, ein Innengerät je Raum | Heizkörper oder Fußbodenheizung |
| Jahresarbeitszahl | meist 2,5–3,5 (co2online) | Ø 3,4 im Bestand (Fraunhofer ISE) |
| Kühlen | aktiv, sehr wirksam | begrenzt möglich |
| Förderung | 30–80 % | 30–80 % |
Die höheren Kosten der Luft-Wasser-Wärmepumpe fängt die Förderung zu einem großen Teil auf: Mit 46 % bekommst du 12.880 €, mit Einkommensbonus bis zu 22.400 €, dein Eigenanteil sinkt dann auf 14.000 bis 23.520 €. Ob dein Haus besser zu Luft-Luft oder Luft-Wasser passt, klärt ein Fachbetrieb vor Ort: Vergleiche kostenlose Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region und rechne deine Ersparnis vorab im Wärmepumpen-Rechner durch.
Häufige Fragen
In der Regel eins pro Raum, den du direkt beheizen willst, denn für eine gleichmäßige Beheizung mehrerer Räume sind laut Verbraucherzentrale mehrere Innengeräte nötig. co2online rechnet für ein Einfamilienhaus mit 130 m² und fünf Räumen mit einer Multi-Split-Anlage aus einem Außen- und fünf Innengeräten. Das kostet mit Montage 12.000 bis 17.500 € vor Förderung.
Nur über eine separate Lösung, etwa einen Durchlauferhitzer, einen elektrischen Boiler oder eine Brauchwasser-Wärmepumpe. Brauchwasser-Wärmepumpen kosten laut Stiftung Warentest im Schnitt 2.775 € plus rund 500 € Einbau. Zusammen mit einer geförderten Wärmepumpe sind sie mitförderfähig, wenn sie keine Raumluft aus beheizten Räumen als Wärmequelle nutzen.
In der Mietwohnung brauchst du die Erlaubnis deines Vermieters, weil die Außenwand durchbohrt und das Außengerät an der Fassade befestigt wird. In der Eigentumswohnung betreffen Wanddurchbruch und Außengerät das Gemeinschaftseigentum: Das ist eine bauliche Veränderung, die die Eigentümergemeinschaft beschließen oder dir per Beschluss gestatten muss (§ 20 WEG). Die Förderung beantragst du für eine Anlage in deiner Wohnung selbst, die KfW zählt die Luft-Luft-Wärmepumpe dort zum Sondereigentum.
Die Innengeräte sind leise, Zukunft Altbau nannte 2024 Betriebsgeräusche von meist rund 29 Dezibel. Lauter ist das Außengerät: Am Fenster des Nachbarn gelten nach TA Lärm nachts zum Beispiel 40 dB(A) im allgemeinen Wohngebiet. Vergleiche vor dem Kauf den Schallleistungspegel von Innen- und Außengerät auf dem Energielabel.
Nein, fest installierte Split-Geräte darf nur ein Fachbetrieb montieren, weil dabei ein Kältemittelkreis verbunden wird, wofür ein Sachkundenachweis vorgeschrieben ist. Geräte mit R32 darf der Handel laut Stiftung Warentest nur an Personen mit Sachkundebescheinigung verkaufen. Für die KfW-Förderung brauchst du ohnehin die Erklärung eines Fachunternehmens.
In einem gut gedämmten Altbau mit wenigen Räumen ja, vor allem als Ersatz für eine Elektro-Direktheizung, wo sie in einer 70-m²-Wohnung rund 1.100 bis 1.300 € Stromkosten im Jahr sparen kann, gegenüber Nachtspeichern mit günstigem Nachtstrom einige Hundert Euro. In unsanierten Häusern mit vielen Räumen stößt sie an Grenzen, die Verbraucherzentrale hält sie als Vollheizung für deutsche Winter nur begrenzt geeignet. Dort ist meist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Heizkörpern die bessere Lösung.