9 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02
Ja, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ersetzt deine Gasheizung in der Regel direkt und nutzt das vorhandene Heizsystem weiter. Im Feldtest des Fraunhofer ISE erreichten Luft-Wärmepumpen in bestehenden Einfamilienhäusern im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4, unabhängig vom Baualter. Die KfW bezuschusst den Tausch mit 30 bis 80 %, für eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung gibt es 46 %. Im Rechenbeispiel unten ist der Aufpreis gegenüber einer neuen Gasheizung nach 5–7 Jahren wieder drin.
Dieser Ratgeber zeigt das Wie: Ablauf, Kosten, Förderung und die typischen Hürden beim Umstieg. Ob Gas oder Wärmepumpe über 15 Jahre günstiger ist, rechnet der Vollkostenvergleich Gasheizung oder Wärmepumpe im Detail durch.
Der Wechsel läuft in sieben Schritten, und die Reihenfolge entscheidet über die Förderung: erst Angebote und Heizlast, dann Vertrag mit Förderbedingung und KfW-Antrag, danach der Einbau.
Öl und Gas werden teurer: Was spart eine Wärmepumpe in deinem Haus?
Laut Heizspiegel 2026 heizt die Wärmepumpe am günstigsten, und die KfW übernimmt bis zu 70 % der förderfähigen Kosten (bei geringem Einkommen bis zu 80 %). Lass dir von Fachbetrieben aus deiner Region kostenlos ausrechnen, was der Umstieg bei dir kostet.
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Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostete in 160 Angeboten, die die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ausgewertet hat, im Schnitt rund 36.400 € inklusive Einbau, bei einer Spanne von 21.099–54.168 €. Nach 46 % Förderung bleiben davon 23.520 € Eigenanteil, mit Einkommensbonus deutlich weniger.
Die meisten Geräte hatten 10–12 kW, der Median aller Angebote lag bei 34.898 €. Diese Posten machen typischerweise den Preis aus (Median der Angebote):
| Posten | Median |
|---|---|
| Montage | 6.650 € |
| Zählerschrank | 2.966 € |
| Elektroarbeiten | 2.687 € |
| Warmwasser | 2.106 € |
| Fundament | 1.399 € |
| Pufferspeicher | 1.237 € |
| Hydraulischer Abgleich | 1.071 € |
Prüfe genau, was „komplett“ bedeutet: Einen Heizkörpertausch enthielten nur 23 % der Angebote, einen Umbau des Zählerschranks nur 31 %. Fehlen diese Posten, frag nach, bevor du Preise vergleichst. Die gute Nachricht: Ausbau und Entsorgung der Gastherme, neue Heizkörper, Fundament, die Elektroarbeiten an der Anlage und die Fachplanung zählen zu den förderfähigen Kosten.
Die KfW zahlt 30 % Grundförderung auf bis zu 28.000 € förderfähige Kosten, also bis zu 8.400 €. Ist deine Gasheizung bei Antragstellung seit mindestens 20 Jahren in Betrieb, kommen 16 % Klimageschwindigkeitsbonus dazu, zusammen 46 % oder bis zu 12.880 €; für eine Gas-Etagenheizung gilt keine Altersgrenze.
| Baustein | Satz | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | alle Eigentümer, auch Vermieter |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 16 % | selbst bewohntes Haus, funktionstüchtige Gasheizung seit mindestens 20 Jahren in Betrieb (Gas-Etagenheizung ohne Altersgrenze) |
| Einkommensbonus | 10, 30 oder 40 % | zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 50.000, 40.000 oder 30.000 €, mit Kind unter 18 Jahren jeweils 10.000 € mehr |
| Obergrenze | 70 %, mit 40 % Einkommensbonus 80 % | auf höchstens 28.000 € förderfähige Kosten |
Für den Klimabonus muss die alte Gasheizung fachgerecht ausgebaut und entsorgt werden, und danach darf keine fossile Heizung mehr im Haus laufen. Ein Hybrid-Kompaktgerät mit Gaskessel bekommt den Bonus deshalb grundsätzlich nicht. Das Inbetriebnahmedatum belegst du mit geeigneten Unterlagen: Stellst du den Antrag am 31.01.2027, muss die Gasheizung spätestens am 31.01.2007 in Betrieb gegangen sein. Ist sie jünger, bringt Warten auf das 20. Jahr nur noch einen kleineren Bonus, denn er sinkt für Anträge ab 01.02.2027 auf 12 %, ab 01.08.2027 auf 8 %, ab 01.02.2028 auf 4 % und entfällt ab 01.08.2028.
Den Einkommensbonus berechnet die KfW aus dem Durchschnitt des zu versteuernden Einkommens im zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag, für Anträge 2026 also aus 2023 und 2024. Wer ihn bekommt, erklärt der Ratgeber Einkommensbonus für die Wärmepumpe, alle Programme im Überblick findest du unter Förderung.
Ja, vor allem wenn deine Gasheizung ohnehin bald ersetzt werden müsste: Dann zählt nur der Aufpreis gegenüber einer neuen Gasheizung, und der liegt nach 46 % Förderung bei 7.520 €. Weil die Heizkosten im Beispiel um 1.348 € im Jahr sinken, ist der Aufpreis nach 5–7 Jahren wieder drin.
Die Annahmen: Einfamilienhaus mit 140 m², Baujahr 1970–1990, teilweise gedämmt, 18.480 kWh Wärmebedarf im Jahr und rund 9 kW Heizlast. Gas kostet 12,45 ct/kWh (BDEW, Monatswert August 2026), bei 85 % Nutzungsgrad sind das 2.707 € im Jahr. Die Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3,4 braucht 5.435 kWh Strom, zum Wärmepumpentarif von 25 ct/kWh also 1.359 €. In der Anschaffung kostet sie 36.400 €, eine neue Gasheizung laut Verbraucherzentrale im Schnitt 16.000 € inklusive Entsorgung der Altanlage und betriebsfertigem Anschluss.
| Förderung | Zuschuss | Eigenanteil | Mehrkosten ggü. neuer Gasheizung | Mehrkosten zurück nach |
|---|---|---|---|---|
| 46 % (30 % + 16 % Klimabonus) | 12.880 € | 23.520 € | 7.520 € | 5–7 Jahren |
| 70 % (mit 30 % Einkommensbonus, gedeckelt) | 19.600 € | 16.800 € | 800 € | unter 1 Jahr |
| 80 % (mit 40 % Einkommensbonus) | 22.400 € | 14.000 € | 2.000 € weniger | sofort |
| 30 % (Gasheizung unter 20 Jahre, ohne Boni) | 8.400 € | 28.000 € | 12.000 € | rund 9 Jahren |
Der Heizspiegel 2026 bestätigt die Richtung: Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 m² erwartet er 2026 Heizkosten von 1.930 € mit Gas und 1.300 € mit Wärmepumpe, damit ist die Wärmepumpe die günstigste Heizung im Vergleich. Der Abstand dürfte eher wachsen: Eine neu eingebaute Gasheizung muss anteilig Biomethan oder Wasserstoff nutzen, mindestens 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035 und 60 % ab 2040 (Bio-Treppe). Ab 2028 löst zudem der europäische Emissionshandel ETS 2 den nationalen CO2-Preis ab, dann ohne festen Preisdeckel. Mit deinen eigenen Verbrauchswerten rechnest du das im Wärmepumpen-Rechner nach.
Nein: Seit dem 29.07.2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), und die frühere Austauschpflicht für alte Heizkessel ist darin gestrichen. Eine funktionierende Gasheizung darf weiterlaufen, und auch eine neue Gasheizung ist erlaubt, dann allerdings mit der Bio-Treppe ab 2029.
Was beim Einbau einer neuen Gasheizung rechtlich gilt und was sie künftig kostet, erklärt der Ratgeber Gasheizung einbauen 2026/27: Erlaubt, aber teuer?. Den eigentlichen Zeitdruck macht nicht das Gesetz, sondern die sinkende Förderung (siehe unten).
Die häufigsten Bedenken betreffen Heizkörper, Platz und Lautstärke, und für alle drei gibt es erprobte Lösungen, die zum Teil sogar mitgefördert werden.
Entscheidend ist, welche Vorlauftemperatur dein Haus an kalten Tagen braucht, nicht das Baujahr. Das Fraunhofer ISE hat über alle Baualtersklassen sehr ähnliche Heiztemperaturen gemessen und keinen Zusammenhang zwischen Baualter und Effizienz gefunden. Ist ein Heizkörper zu klein, wird gezielt dieser eine getauscht, und neue Heizkörper zählen zu den förderfähigen Kosten. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe mit Heizkörpern.
Die Gastherme hing oft in Küche, Bad oder Dachgeschoss, die Luft-Wasser-Wärmepumpe braucht dagegen draußen Platz für das Außengerät, innen kommt meist ein Warmwasserspeicher dazu. Baurechtlich ist das leichter geworden: 13 von 16 Bundesländern befreien Wärmepumpen von den Abstandsflächen, teils mit Höhengrenzen. Fundament oder Aufständerung und die nötigen Wanddurchbrüche gehören zu den förderfähigen Kosten.
Für die Förderung muss das Außengerät mindestens 10 dB leiser sein als der Grenzwert der EU-Ökodesign-Verordnung. Rechtlich zählt der Pegel 0,5 m vor dem geöffneten Fenster des Nachbarn: im allgemeinen Wohngebiet 55 dB(A) am Tag und 40 dB(A) in der Nacht (TA Lärm). Herstellerangaben wie „35 dB(A)“ sind meist Schalldruck in einigen Metern Abstand, nicht die Schallleistung des Geräts. Eine akustische Planung klärt den besten Standort, und auch sie zählt zu den förderfähigen Kosten.
Sobald die Wärmepumpe zuverlässig läuft, kündigst du den Gasliefervertrag und beauftragst den Netzbetreiber, den Anschluss stillzulegen oder zurückzubauen. Mit dem Liefervertrag entfällt auch der Grundpreis für Gas.
Ob und wie viel der Netzbetreiber für Stilllegung oder Rückbau berechnet, ist unterschiedlich geregelt, frag die Preise deshalb vorher an. Ablauf, Kosten und die richtige Reihenfolge erklärt der Ratgeber Gasanschluss stilllegen.
Weil Klimabonus und Höchstkosten danach sinken: Mit Antrag bis 31.01.2027 bekommst du für eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung bis zu 12.880 €, ab dem 01.02.2027 nur noch bis zu 11.445 € (42 % auf 27.250 €). Maßgeblich ist der Eingang des Antrags bei der KfW, nicht der Einbautermin.
Mit 80 % Förderung sinkt der Höchstbetrag von 22.400 € auf 21.800 €. Weil vor dem Antrag Angebot und Vertrag mit Förderbedingung stehen müssen, lohnt es sich, jetzt Angebote einzuholen; für den Einbau hast du nach der Zusage 36 Monate Zeit. Mehr zur Degression im Ratgeber Förderung sinkt ab 2027. Der schnellste Weg zu vergleichbaren Angeboten: Wärmepumpen-Check starten und Fachbetriebe aus deiner Region finden.
Häufige Fragen
Die Leistung der alten Therme ist kein Maßstab, denn maßgeblich ist die raumweise Heizlast nach DIN EN 12831, die für die KfW-Förderung ohnehin Pflicht ist. Im Beispielhaus mit 140 m² und 18.480 kWh Wärmebedarf im Jahr liegt sie bei rund 9 kW. In den 160 von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz geprüften Angeboten hatten die Geräte meist 10–12 kW.
Für eine zentrale Gasheizung nicht, denn ihre Inbetriebnahme muss bei Antragstellung mindestens 20 Jahre zurückliegen. Für eine Gas-Etagenheizung gilt dagegen keine Altersgrenze. Ohne Klimabonus bleiben 30 % Grundförderung, mit Einkommensbonus sind bis zu 70 % möglich.
Wenn du den Klimabonus willst, nicht: Die alte Gasheizung muss fachgerecht ausgebaut und entsorgt werden, und danach darf keine fossile Heizung mehr im Haus laufen. Eine Hybridlösung mit Gaskessel kann nur ohne Klimabonus gefördert werden. Bei einer mindestens 20 Jahre alten Gasheizung verzichtest du damit auf bis zu 4.480 € (16 % von 28.000 €).
Im Rechenbeispiel mit 140 m², Gas zu 12,45 ct/kWh und Wärmepumpenstrom zu 25 ct/kWh sinken die Heizkosten von 2.707 € auf 1.359 €, also um 1.348 € im Jahr. Der Heizspiegel 2026 erwartet für ein durchschnittliches 130-m²-Haus 1.930 € mit Gas und 1.300 € mit Wärmepumpe. Mit einem günstigeren Wärmepumpentarif, für Neukunden ab rund 20,7 ct/kWh, oder mit eigenem Solarstrom sparst du mehr.
Ja, das ist sogar vorgeschrieben, aber nur mit einer aufschiebenden oder auflösenden Bedingung der Förderzusage und dem voraussichtlichen Umsetzungsdatum. Ein Vertrag ohne diese Bedingung gilt als Vorhabenbeginn und schließt die Förderung aus. Nachträglich einfügen lässt sich die Bedingung nicht.
Du selbst als Eigentümer im Portal „Meine KfW“, eine Vollmacht für Dritte akzeptiert die KfW beim Einfamilienhaus nicht. Dein Fachbetrieb oder ein Energieeffizienz-Experte liefert dir die Bestätigung zum Antrag mit einer 15-stelligen BzA-ID, die du im Antrag eingibst.
Nach dem Einbau hast du ab der letzten Rechnung 6 Monate Zeit, die Nachweise hochzuladen. Die KfW prüft oft direkt, sonst meist innerhalb eines Monats, und zahlt in der Regel zur Monatsmitte oder zum Monatsende aus. Die Rechnungen müssen unbar bezahlt sein.