Wärmepumpe Wartung: Kosten, Pflichten & Lebensdauer

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9 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02

Wie oft muss eine Wärmepumpe gewartet werden und was kostet das?

Eine Wärmepumpe sollte je nach Herstellervorgabe alle ein bis zwei Jahre gewartet werden, ein Termin kostet laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz im Schnitt 356 € (Spanne 196–452 €). Auf der Expertenseite des Bundesverbands Wärmepumpe wird die erste Wartung ein Jahr nach der Inbetriebnahme empfohlen und danach alle zwei Jahre, co2online rechnet mit 100–400 € pro Jahr. Einen Schornsteinfeger braucht die Wärmepumpe nicht, denn sie verbrennt nichts.

PunktWertQuelle
Kosten je WartungØ 356 €, Median 360 €, Spanne 196–452 €Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, 22 Angebote 09/2025 bis 04/2026
Kosten pro Jahr100–400 € im Einfamilienhausco2online
Intervall laut BWP-Expertenseite1 Jahr nach Inbetriebnahme, dann alle 2 JahreBundesverband Wärmepumpe
Intervall laut Herstellernalle 1–2 Jahre, Viessmann rät zu jährlichBosch, Viessmann
SchornsteinfegerentfälltKehr- und Überprüfungsordnung

Die Spanne erklärt sich vor allem durch den Umfang. Bei einer Erdwärmepumpe kommt der Solekreis mit Kontrolle des Frostschutzes dazu, deshalb kann die Wartung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe laut Viessmann günstiger sein. Die Verbraucherzentrale rät, die Wartungskosten schon im Angebot abzufragen; in ihrer Auswertung standen sie nur in 22 von 160 Angeboten. Wie du Angebote insgesamt vergleichst, zeigt der Ratgeber zu den Kosten einer Wärmepumpe.

Was wird bei der Wartung einer Wärmepumpe gemacht?

Der Fachbetrieb prüft die ganze Heizungsanlage, nicht nur das Außengerät: Sichtprüfung, Reinigung, Elektrik, Kältekreis und Einstellungen, am Ende steht ein Protokoll. Reparaturen sind in einer normalen Wartung meist nicht enthalten.

Eine gute Vorlage liefert das Gesetz selbst. Für Wärmepumpen in Häusern ab sechs Wohnungen schreibt § 60a GModG ↗ eine Betriebsprüfung vor, die unter anderem Heizkurve, Vor- und Rücklauftemperaturen, Ausdehnungsgefäß, Kältemittelfüllstand, Zustand der Außeneinheit und die gemessene Jahresarbeitszahl umfasst. Diese Punkte lohnen sich auch im Einfamilienhaus. Als Vergleichswert hilft der Feldtest des Fraunhofer ISE: Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand erreichten dort im Schnitt eine Jahresarbeitszahl von 3,4. Wie du deinen Wert einordnest, erklärt der Ratgeber Jahresarbeitszahl.

Angebote vergleichen lohnt sich: Die Preise liegen weit auseinander

Die Verbraucherzentrale fand bei 160 Angeboten für Luft-Wasser-Wärmepumpen Preise von 21.099 € bis 54.168 €. Wer mehrere Angebote vergleicht, zahlt nicht drauf. Unser Partner vermittelt dir kostenlos Angebote geprüfter Fachbetriebe aus deiner Region.

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Ist die Wartung einer Wärmepumpe Pflicht?

Eine feste Wartungsfrist schreibt das Gesetz für Wärmepumpen im Ein- und Zweifamilienhaus nicht vor. § 60 GModG ↗ verlangt aber allgemein, dass Betreiber alle Komponenten mit wesentlichem Einfluss auf den Wirkungsgrad regelmäßig warten und instand halten, und zwar mit Fachkunde.

Eine Pflicht entfällt dagegen komplett: Kehr- und überprüfungspflichtig sind nach § 1 der Kehr- und Überprüfungsordnung ↗ Abgasanlagen, Heizgaswege von Feuerstätten sowie notwendige Verbrennungsluft- und Abluftanlagen. Eine elektrische Wärmepumpe braucht nichts davon, der Schornsteinfeger hat an ihr also nichts zu prüfen. Bleibt ein Kaminofen im Haus, kommt er für diesen weiterhin.

Muss der Kältekreis auf Dichtheit geprüft werden?

Nur wenn dein Gerät fluorierte Kältemittel ab einer bestimmten Menge enthält: Die EU-F-Gase-Verordnung verlangt Dichtheitskontrollen ab 5 Tonnen CO2-Äquivalent, mindestens alle zwölf Monate. Für Propan (R290) gilt diese Pflicht nicht, weil es kein F-Gas ist.

KältemittelTreibhauspotenzial (GWP)Prüfpflicht ab Füllmenge
R290 (Propan)0,02keine Pflicht nach F-Gase-Verordnung
R32675rund 7,4 kg
R410A2.088rund 2,4 kg

Ausgenommen sind Geräte, die als hermetisch geschlossen gekennzeichnet sind, solange sie weniger als 10 Tonnen CO2-Äquivalent enthalten. Mit einem Leckage-Erkennungssystem verlängert sich das Intervall auf 24 Monate, prüfen dürfen nur zertifizierte Fachleute. Wie viel Kältemittel dein Gerät enthält, steht auf dem Typenschild.

Auch ohne Pflicht rät etwa Bosch ↗, die Dichtheit von Propan-Wärmepumpen regelmäßig im Rahmen der Wartung prüfen zu lassen. Für einen Neukauf ist R290 ohnehin die zukunftssichere Wahl: Ab 2028 fördert die KfW nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln. Mehr dazu im Ratgeber R290 oder R32.

Was kann ich an der Wärmepumpe selbst prüfen und reinigen?

Den Anlagendruck und die Kondensatabläufe kannst du selbst im Blick behalten, das empfiehlt die Expertenseite des Bundesverbands Wärmepumpe ausdrücklich. Arbeiten am Gerät gehören in Fachhand, denn das Gesetz verlangt für die Wartung Fachkunde.

Lohnt sich ein Wartungsvertrag für die Wärmepumpe?

Ein Wartungsvertrag lohnt sich, wenn er feste Termine, klare Leistungen und schnelle Hilfe bei Störungen bündelt; vorgeschrieben ist er nicht. Vergleiche die Jahreskosten mit dem Durchschnitt von 356 € je Einzelwartung.

Herstellerverträge mit Zusatzleistungen kosten mehr: Der Werkskundendienst von Vaillant verlangt je nach Paket 399 bis 659 € im Jahr bei 24 Monaten Mindestlaufzeit (Stand 02.10.2026). Das sollte in jedem Vertrag stehen:

Ein Tipp für Neukäufer: Wartungen, Inspektionen und Garantieverlängerungen der neuen Anlage bis zum Ende des zweiten Kalenderjahres nach Einreichung des Verwendungsnachweises zählen laut KfW-Infoblatt ↗ zu den förderfähigen Kosten, wenn du sie vorab bezahlst und per Rechnung nachweist. Das bringt mehr Zuschuss, solange deine Gesamtkosten unter der Höchstgrenze von 28.000 € liegen: Bei 46 % Förderung übernimmt die KfW dann von zwei vorab bezahlten Wartungen für 712 € rund 328 €.

Kann ich die Wartungskosten von der Steuer absetzen?

Ja, als Handwerkerleistung: 20 % der Arbeitskosten ziehst du nach § 35a EStG ↗ direkt von deiner Einkommensteuer ab, bis zu 1.200 € Steuerermäßigung im Jahr für alle Handwerkerleistungen zusammen. Materialkosten zählen nicht.

Voraussetzung sind eine Rechnung und eine Überweisung, Barzahlung reicht nicht. Entfallen zum Beispiel 250 € deiner Wartungsrechnung auf Arbeitskosten, sinkt deine Steuer um 50 €. Ausgeschlossen sind Kosten, die du schon über die KfW-Förderung abrechnest. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe steuerlich absetzen.

Wie lange hält eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe hält im Durchschnitt 15 bis 20 Jahre, genau wie andere Wärmeerzeuger auch, so die Experten des Bundesverbands Wärmepumpe ↗. Erdwärmepumpen halten wegen der gleichmäßigen Quelltemperatur potenziell länger, Bosch ↗ nennt 20 bis 25 Jahre.

Eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, auf die sich Bosch beruft, ermittelte für Luft-Wasser-Wärmepumpen eine mittlere Lebensdauer von 20 Jahren bei einer Spanne von 13 bis 27 Jahren, für Sole-Wasser-Wärmepumpen 27 Jahre. Wie lange deine Anlage hält, kannst du selbst beeinflussen:

Gut zu wissen: Pumpen, Ventilatoren, Sensoren und Elektronik lassen sich laut Bosch meist einzeln tauschen, ohne dass die ganze Wärmepumpe ersetzt werden muss.

Hält eine Wärmepumpe länger als eine Gasheizung?

Etwa gleich lang: Bosch und die Experten des Bundesverbands Wärmepumpe sehen die Lebenserwartung auf dem Niveau moderner Gas-Brennwertkessel. Bei den laufenden Kosten liegt die Wärmepumpe dagegen klar vorn.

Laufende KostenWärmepumpeGasheizung
Wartung196–452 € je Termin, alle 1–2 Jahre80–180 € pro Jahr (co2online)
SchornsteinfegerentfälltPrüfung alle 2–3 Jahre (co2online)
Abgasmessung, Brennerreinigungentfällt (Bosch)ja
Heizkosten Einfamilienhaus 130 m², Prognose 20261.300 € (Heizspiegel 2026)1.930 € (Heizspiegel 2026)

Ein Rechenbeispiel für unseren Standardfall (Einfamilienhaus mit 140 m², Baujahr 1970–1990, teilweise gedämmt): Die Wärmepumpe spart gegenüber der alten Gasheizung 1.348 € Energiekosten im Jahr. Annahmen: Gas 12,45 ct/kWh bei 85 % Nutzungsgrad, Wärmepumpenstrom 25 ct/kWh, Jahresarbeitszahl 3,4. Setzt du für die Wärmepumpe jedes Jahr eine volle Wartung mit 356 € an und für die Gasheizung nur den Tiefstwert von 80 €, bleiben rund 1.070 € Ersparnis pro Jahr. Im Zwei-Jahres-Rhythmus, den die BWP-Expertenseite empfiehlt, sind es rund 1.250 €. Mit deinen eigenen Zahlen rechnest du im Wärmepumpen-Rechner, den ausführlichen Vergleich zeigt der Ratgeber Gasheizung oder Wärmepumpe.

Was passiert, wenn der Verdichter kaputtgeht?

Dann steht die teuerste Reparatur an, denn der Verdichter ist das Herzstück und das teuerste Bauteil der Wärmepumpe. Bosch rät zum Austausch der ganzen Anlage, wenn die Reparatur etwa die Hälfte einer vergleichbaren Neuanlage kosten würde.

Bei fachgerecht ausgelegten Anlagen, vor allem mit modulierender Invertertechnik, ist der Verdichter laut Bosch darauf ausgelegt, die Lebensdauer der Wärmepumpe zu überdauern. Gegen das Kostenrisiko helfen Herstellergarantien: Vaillant gibt auf ausgewählte aktuelle Wärmepumpen eine kostenlose 5-Jahres-Garantie, die innerhalb von 180 Tagen nach der Installation digital aktiviert werden muss. Frag deinen Fachbetrieb schon beim Angebot nach Garantie und Wartungsbedingungen. Am einfachsten vergleichst du das, wenn du über unseren Wärmepumpen-Check kostenlose Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region einholst.

Für eine neue Anlage lohnt sich ein früher Förderantrag: Mit Grundförderung und Klimabonus bekommst du bei Antrag bis 31.01.2027 bis zu 12.880 €, bei Antrag ab Februar höchstens 11.445 €. Alle Fördersätze findest du auf unserer Förderseite.

Quellen und weiterführende Links

Häufige Fragen

Braucht eine Wärmepumpe einen Schornsteinfeger?

Nein, eine elektrische Wärmepumpe verbrennt nichts und hat keine Abgasanlage, die gekehrt oder gemessen werden müsste. Bei einer Gasheizung kommen laut co2online dagegen alle zwei bis drei Jahre Prüfungen durch den Schornsteinfeger dazu. Nur wenn ein Kaminofen oder eine andere Feuerstätte im Haus bleibt, prüft der Schornsteinfeger diese weiter.

Wird die Wartung bei der KfW-Förderung mitgefördert?

Ja, wenn du sie zusammen mit der neuen Anlage im Voraus bezahlst: Wartungen, Inspektionen und Garantieverlängerungen bis zum Ende des zweiten Kalenderjahres nach Einreichung des Verwendungsnachweises zählen laut KfW zu den förderfähigen Kosten. Mehr Zuschuss bringt das nur, solange die Gesamtkosten unter 28.000 € für die erste Wohnung liegen.

Ist die Wärmepumpe über die Wohngebäudeversicherung versichert?

Die Wohngebäudeversicherung schützt laut Verbraucherzentrale klassischerweise auch fest eingebaute Technik wie die Wärmepumpe, etwa bei Brand, Blitzschlag, Sturm oder Leitungswasser. Melde die neue Anlage deinem Versicherer und lass den Schutz anpassen. Eine Elementarschadenversicherung hält die Verbraucherzentrale meist für sinnvoll.

Erlischt die Garantie ohne regelmäßige Wartung?

Das regeln die Garantiebedingungen des Herstellers, nicht das Gesetz. Garantieverlängerungen sind an Bedingungen geknüpft, bei Vaillant etwa an die Aktivierung binnen 180 Tagen nach der Installation. Lies die Bedingungen vor dem Kauf und heb jedes Wartungsprotokoll auf.

Gibt es Förderung, wenn ich eine alte Wärmepumpe ersetze?

Derzeit ja, mit 30 % Grundförderung und gegebenenfalls Einkommensbonus; den Klimabonus gibt es für den Ersatz einer Wärmepumpe nicht. Ab dem ersten Quartal 2027 fördert die KfW den Austausch nicht mehr, wenn die alte Wärmepumpe seit dem 1. Januar 2008 in Betrieb ist. Bei älteren Anlagen werden dann pauschal 25 % der Gesamtkosten als förderfähig anerkannt.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Wartung?

Am besten außerhalb der Heizperiode, Viessmann empfiehlt den Sommer. Dann fällt ein kurzer Stillstand kaum auf, und kleine Mängel sind vor dem Winter behoben. Halte den Rhythmus aus der Herstelleranleitung ein, auf der Expertenseite des BWP wird die erste Wartung ein Jahr nach der Inbetriebnahme empfohlen.

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