CO2-Preis 2027 und 2028: Was Heizen mit Gas und Öl kostet

← Alle Ratgeber

9 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02

Wie hoch ist der CO2-Preis 2027?

Für 2027 plant die Bundesregierung wie 2026 einen Preiskorridor von 55 bis 65 € je Tonne CO2, beschlossen ist das Gesetz aber noch nicht (Stand 02.10.2026). Bei 65 € je Tonne kostet das rund 1,4 ct je Kilowattstunde Gas und rund 20,7 ct je Liter Heizöl, jeweils mit Mehrwertsteuer. Ab 2028 ersetzt der EU-Emissionshandel ETS2 den Korridor, dann bildet sich der Preis am Markt.

Zum Verfahren: Der Koalitionsausschuss hat am 12.05.2026 vereinbart, das Preisniveau zu halten. Das Kabinett hat den Entwurf zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) am 12.08.2026 beschlossen, der Bundesrat hatte keine Einwände, und der Bundestag hat ihn am 24.09.2026 in erster Lesung beraten (hib 692/2026 ↗). Kommt das Gesetz nicht rechtzeitig, würde sich der Preis 2027 nach dem geltenden § 10 BEHG ↗ an den Versteigerungspreisen im europäischen Emissionshandel für Kraftwerke und Industrie (EU-ETS 1) orientieren.

JahrCO2-Preis je TonneRegel
202125 €Festpreis
2022 und 202330 €Festpreis
202445 €Festpreis
202555 €Festpreis
202655–65 €Versteigerung im Korridor, alle bei 65 €
202755–65 €geplant, noch nicht beschlossen
ab 2028MarktpreisEU-Emissionshandel ETS2

Alle elf Versteigerungen vom 01.07. bis 09.09.2026 endeten beim Höchstpreis von 65 € (EEX-Auktionsdaten ↗). Lieferanten, die danach noch Zertifikate brauchen, zahlen im Verkauf ab dem 03.11.2026 68 € und beim Nachkauf 2027 70 € je Tonne (DEHSt).

Ist die CO2-Steuer 2027 ausgesetzt?

Nein. Eine Aussetzung ist nicht geplant, der Gesetzentwurf soll den Preis 2027 nur auf dem Niveau von 2026 halten. Streng genommen ist der CO2-Preis auch keine Steuer: Unternehmen, die Brennstoffe in Verkehr bringen, etwa Gaslieferanten und die Mineralölwirtschaft, müssen für jede Tonne CO2 Zertifikate kaufen und geben die Kosten an dich weiter.

Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) nennt das Upstream-Prinzip: Du nimmst nicht selbst am Emissionshandel teil, die Kosten kommen über den Brennstoffpreis bei dir an. Auf der Rechnung muss der Lieferant die Brennstoffemissionen in Kilogramm CO2 und den Preisbestandteil der CO2-Kosten ausweisen (§ 3 CO2KostAufG ↗). Die Einnahmen fließen in den Klima- und Transformationsfonds, aus dem unter anderem die Förderung der Gebäudesanierung finanziert wird.

Öl und Gas werden teurer: Was spart eine Wärmepumpe in deinem Haus?

Laut Heizspiegel 2026 heizt die Wärmepumpe am günstigsten, und die KfW übernimmt bis zu 70 % der förderfähigen Kosten (bei geringem Einkommen bis zu 80 %). Lass dir von Fachbetrieben aus deiner Region kostenlos ausrechnen, was der Umstieg bei dir kostet.

Kostenlos Angebote vergleichen →

100 % kostenlos und unverbindlich · Fachbetriebe aus deiner Region

Was kostet der CO2-Preis pro Liter Heizöl und kWh Gas?

Bei 65 € je Tonne rund 20,7 ct je Liter Heizöl und rund 1,4 ct je Kilowattstunde Gas, jeweils inklusive 19 % Mehrwertsteuer. Grundlage sind die amtlichen Emissionsfaktoren: 2,68 kg CO2 je Liter Heizöl und 0,181 kg je Kilowattstunde Erdgas, bezogen auf die Kilowattstunden deiner Gasrechnung.

CO2-Preis je TonneErdgas je kWh (netto / brutto)Heizöl je Liter (netto / brutto)
55 € (2025)1,0 ct / 1,19 ct14,7 ct / 17,5 ct
65 € (2026, 2027 geplant)1,18 ct / 1,40 ct17,4 ct / 20,7 ct
je weitere 10 €+0,18 ct / +0,22 ct+2,7 ct / +3,2 ct

Die Faktoren stammen aus der Emissionsberichterstattungsverordnung 2030 ↗, die Zuschläge je 10 € decken sich mit den Angaben der DEHSt. Der BDEW weist für 2026 im Gaspreis eines Einfamilienhauses einen CO2-Anteil von durchschnittlich 1,14 ct/kWh netto aus. Beim Heizöl zahlst du laut Verbraucherzentrale den CO2-Preis des Jahres, in dem du das Öl tankst. Was das für den nächsten Einkauf heißt, steht im Ratgeber Heizöl kaufen oder warten, die übrigen Preistreiber beim Gas in der Gaspreis-Prognose.

Wie viel CO2-Preis zahlt ein Einfamilienhaus im Jahr?

Bei 65 € je Tonne rund 280 € mit Gas (20.000 kWh) und rund 415 € mit Heizöl (2.000 Liter), jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Die Verbraucherzentrale ↗ nennt für 2026 bei 20.000 kWh 260 bis 310 € für Gas und 350 bis 410 € für Öl; beim Gas rechnet sie mit dem etwas höheren heizwertbezogenen Faktor.

Das gilt für ein typisches älteres Einfamilienhaus. Ein ungedämmter Altbau mit Ölheizung und 27.300 kWh Wärmebedarf verbraucht rund 3.400 Liter im Jahr und zahlt bei 65 € je Tonne bereits rund 705 € CO2-Preis. Wer zur Miete wohnt, teilt die CO2-Kosten je nach Gebäude mit dem Vermieter (siehe unten).

Was ändert sich 2028 mit dem ETS2?

Ab 2028 wird der CO2-Preis für Heizöl, Erdgas und Kraftstoffe europäisch: Der Emissionshandel für Gebäude und Straßenverkehr (ETS2) startet nach einer Verschiebung um ein Jahr am 01.01.2028 (Verordnung (EU) 2026/667 ↗). Statt eines nationalen Korridors gilt dann ein Marktpreis aus EU-weiten Versteigerungen.

Wie im nationalen System kaufen die Inverkehrbringer der Brennstoffe die Zertifikate, die Gesamtmenge gibt die EU-Kommission vor und sie sinkt jährlich (DEHSt). Für Mengen, die danach im nationalen System bleiben, verkauft Deutschland Zertifikate zu einem Festpreis, der sich an den ETS2-Preisen orientiert. Bis einschließlich 2027 gelten die Pflichten nach dem BEHG weiter. Alle Änderungen zum Jahreswechsel bündelt der Ratgeber Heizung 2027.

Wie teuer kann CO2 ab 2028 werden?

Eine feste Obergrenze gibt es im ETS2 nicht, und eine verlässliche Prognose auch nicht. Die Verbraucherzentrale schreibt, Fachleute rechneten damit, dass die CO2-Preise 2030 deutlich höher liegen als heute.

Gebremst wird der Preis nur über zusätzliche Zertifikate aus der Marktstabilitätsreserve (Art. 30h der Emissionshandelsrichtlinie ↗): Liegt der Durchschnittspreis zwei Monate lang über 45 € je Tonne in Preisen von 2020, werden bis Ende 2029 20 Millionen Zertifikate zusätzlich freigegeben. Liegt der Preis mehr als drei Monate lang über dem Doppelten des Mittels der sechs Vormonate, kommen 50 Millionen hinzu. Das dämpft Spitzen, deckelt den Preis aber nicht.

Was verschiedene Preise für ein Einfamilienhaus bedeuten (Rechenbeispiele inklusive Mehrwertsteuer, keine Prognose):

CO2-Preis je TonneGas, 20.000 kWhHeizöl, 2.000 Liter
65 € (2026)rund 280 €rund 415 €
100 €rund 430 €rund 640 €
150 €rund 650 €rund 955 €

Wer zahlt die CO2-Kosten in der Mietwohnung?

Mieter und Vermieter teilen sie sich seit 2023 nach einem Stufenmodell: Je mehr CO2 das Gebäude pro Quadratmeter ausstößt, desto mehr zahlt der Vermieter, von 0 % in gut modernisierten bis 95 % in unsanierten Gebäuden. Für neue Gas- und Ölheizungen gilt ab 2028 eine eigene Regel.

CO2-Ausstoß je m² Wohnfläche und JahrAnteil MieterAnteil Vermieter
unter 12 kg100 %0 %
12 bis unter 17 kg90 %10 %
17 bis unter 22 kg80 %20 %
22 bis unter 27 kg70 %30 %
27 bis unter 32 kg60 %40 %
32 bis unter 37 kg50 %50 %
37 bis unter 42 kg40 %60 %
42 bis unter 47 kg30 %70 %
47 bis unter 52 kg20 %80 %
ab 52 kg5 %95 %

Die Stufen stehen in der Anlage zum CO2KostAufG ↗. Bei einer Zentralheizung zieht der Vermieter seinen Anteil in der Heizkostenabrechnung ab; fehlt der Abzug, dürfen Mieter ihren Heizkostenanteil laut Verbraucherzentrale um 3 % kürzen. Wer eine eigene Gasetagenheizung hat, muss den Vermieteranteil selbst einfordern.

Neu ab 2028: Für Gas- und Ölheizungen, die nach dem 29.07.2026 in ein bestehendes Gebäude eingebaut werden, tragen Vermieter und Mieter ab dem 01.01.2028 die CO2-Kosten und die Gasnetzentgelte je zur Hälfte, ab 2029 auch die Kosten der Pflicht-Biobrennstoffe für bis zu 30 % des Verbrauchs (§ 5a CO2KostAufG ↗). Für Vermieter wird eine neue fossile Heizung damit teurer; welche Alternative sich rechnet, steht im Ratgeber Wärmepumpe für Vermieter.

Zahlt man für eine Wärmepumpe CO2-Preis?

Nein, nicht direkt: Auf Strom selbst gibt es keinen CO2-Preis nach dem BEHG und ab 2028 auch keinen ETS2-Aufschlag, denn beide Systeme bepreisen Brennstoffe wie Heizöl, Erdgas und Kraftstoffe. Die CO2-Kosten großer fossiler Kraftwerke laufen seit 2005 über den europäischen Emissionshandel EU-ETS 1 und stecken als Teil der Erzeugungskosten im Strompreis.

So beschreibt es die DEHSt ↗: Der nationale Emissionshandel bepreist CO2-Emissionen aus Brennstoffen „in den Bereichen außerhalb des Europäischen Emissionshandels 1“, der EU-ETS 1 erfasst Kraftwerke, Industrieanlagen sowie Luft- und Seeverkehr. Entsprechend taucht in der BDEW-Strompreisanalyse ↗ unter Steuern, Abgaben und Umlagen kein CO2-Preis auf, während der BDEW ihn im Gaspreis mit 1,14 ct/kWh netto ausweist.

Für dich heißt das: Mit einer Wärmepumpe zahlst du keinen CO2-Aufschlag auf deine Heizenergie. Die Feldmessung des Fraunhofer ISE zeigt für Wärmepumpen im Bestand 64 % weniger CO2 als mit einem Gaskessel (Strommix 2024). Und laut Heizspiegel 2026 ist die Wärmepumpe mit 1.300 € im Jahr die günstigste Heizung im Einfamilienhaus, vor Gas mit 1.930 € und Öl mit 2.745 €.

Wie kann ich den CO2-Preis beim Heizen vermeiden?

Am wirksamsten mit einer Heizung, die keine fossilen Brennstoffe verbrennt, und die günstigste davon ist die Wärmepumpe. Holzpellets fallen zwar ebenfalls nicht unter das BEHG, kosten laut Heizspiegel 2026 im Einfamilienhaus aber 1.740 € im Jahr statt 1.300 € mit Wärmepumpe.

Der CO2-Preis ist dabei nur ein Teil der Ersparnis. Im Rechenbeispiel unseres Wärmepumpen-Rechners (Einfamilienhaus mit 140 m², teilweise gedämmt, 18.480 kWh Wärmebedarf) spart die Wärmepumpe gegenüber der alten Gasheizung 1.348 € im Jahr und gegenüber der Ölheizung 2.628 € (Gas 12,45 ct/kWh laut BDEW im August 2026, Heizöl 172,6 ct/l laut TECSON am 02.10.2026, Wärmepumpentarif 25 ct/kWh). Musst du die alte Heizung ohnehin ersetzen, ist der Aufpreis gegenüber einer neuen Gasheizung (im Schnitt 16.000 €, Verbraucherzentrale, Juni 2026) beim Öl nach 2–3 Jahren und beim Gas nach 5–7 Jahren wieder drin. Jeder Euro mehr beim CO2-Preis verkürzt diese Zeit; den ausführlichen Vollkostenvergleich findest du im Ratgeber Gasheizung oder Wärmepumpe.

Beim Austausch einer Ölheizung (ohne Altersgrenze) oder einer mindestens 20 Jahre alten Gasheizung bekommen Selbstnutzer 46 % Zuschuss, mit Einkommensbonus bis zu 70 bzw. 80 %. Entscheidend ist der Antragseingang bei der KfW: Bis zum 31.01.2027 sind im Standardfall 12.880 € drin, ab dem 01.02.2027 nur noch 11.445 €. Alle Details findest du auf unserer Förderseite. Wie viel dein Haus spart, zeigt erst ein konkretes Angebot: Über unseren Wärmepumpen-Check kannst du kostenlose Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region vergleichen.

Quellen und weiterführende Links

Weiterlesen

Häufige Fragen

Wie viel CO2 entsteht beim Verbrennen von 1 Liter Heizöl?

Rund 2,68 kg CO2 je Liter Heizöl EL, so ergibt es sich aus der Emissionsberichterstattungsverordnung 2030. Bei 65 € je Tonne sind das 17,4 ct netto oder 20,7 ct brutto je Liter. Für Erdgas gelten rund 0,181 kg CO2 je Kilowattstunde auf der Gasrechnung.

Wie hoch ist der CO2-Preis 2026?

2026 werden die Zertifikate erstmals versteigert, im Korridor von 55 bis 65 € je Tonne. Alle elf Versteigerungen vom 01.07. bis 09.09.2026 endeten beim Höchstpreis von 65 €. Wer danach noch Zertifikate braucht, zahlt im Verkauf ab dem 03.11.2026 68 € je Tonne.

Wann wird der CO2-Preis für 2027 endgültig beschlossen?

Der Bundestag hat den Gesetzentwurf am 24.09.2026 in erster Lesung beraten, zweite und dritte Lesung stehen noch aus (Stand 02.10.2026). Damit der Korridor von 55 bis 65 € auch 2027 gilt, muss das Gesetz bis zum Jahreswechsel in Kraft sein. Sonst orientiert sich der Preis 2027 nach § 10 BEHG an den Versteigerungspreisen im EU-ETS 1.

Bekommen Mieter mit Gasetagenheizung CO2-Kosten vom Vermieter zurück?

Ja, aber sie müssen ihren Anteil selbst beim Vermieter einfordern. Wie viel der Vermieter trägt, hängt vom CO2-Ausstoß der Wohnung je Quadratmeter ab und reicht von 0 % unter 12 kg bis 95 % ab 52 kg CO2 pro m² und Jahr. Die Verbraucherzentralen bieten dafür einen kostenlosen Rechner an.

Fällt für Holzpellets ein CO2-Preis an?

Nein, Holzpellets gehören nicht zu den Brennstoffen nach dem BEHG. Günstig sind sie 2026 trotzdem nicht: Der Heizspiegel 2026 rechnet für ein Einfamilienhaus mit 1.740 € Pelletkosten, 23 % mehr als 2025. Die Wärmepumpe liegt bei 1.300 € im Jahr.

Muss ich wegen des CO2-Preises meine Gasheizung austauschen?

Nein, eine Austauschpflicht gibt es seit dem 29.07.2026 nicht mehr. Der CO2-Preis bleibt aber ein Kostenfaktor: bei 65 € je Tonne rund 280 € im Jahr für 20.000 kWh Gas, bei 100 € wären es rund 430 €. Wer ohnehin tauschen muss, bekommt für die Wärmepumpe bei Antrag bis zum 31.01.2027 im Standardfall 12.880 € Zuschuss.

Jetzt Wärmepumpen-Check starten →