10 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02
Kauf jetzt nur so viel Heizöl, wie du sicher bis zum Frühjahr brauchst, und warte mit dem Rest. Am 02.10.2026 kostete Heizöl laut TECSON 172,6 ct/l, 83 % mehr als ein Jahr zuvor, und ob der Preis im Winter fällt oder weiter steigt, kann niemand verlässlich vorhersagen. Mit Teilmengen verteilst du das Risiko, unabhängig vom Ölpreis macht dich auf Dauer aber nur ein Umstieg, zum Beispiel auf die Wärmepumpe.
Der TECSON-Wert ist der bundesweite Tagesdurchschnitt für 3.000 Liter Standardqualität inklusive Mehrwertsteuer. Händlerportale meldeten am selben Tag mittags etwas niedrigere Werte: heizoel24 ↗ 164,88 € und esyoil ↗ 164,60 € je 100 Liter. Für deine Entscheidung zählt ohnehin weniger der exakte Wert als die Schwankung, wie der Verlauf zeigt:
| Datum | Heizölpreis (TECSON) | Was passiert ist |
|---|---|---|
| 02.10.2025 | 94,3 ct/l | Vorjahresniveau |
| 27.02.2026 | 100,0 ct/l | kurz vor Beginn des Iran-Kriegs |
| 07.04.2026 | 163,5 ct/l | Frühjahrshoch nach der Blockade der Straße von Hormus |
| 18.06.2026 | 115,3 ct/l | Sommertief |
| 17.09.2026 | 181,0 ct/l | Jahreshoch nach dem Ausfall der saudischen Ost-West-Pipeline |
| 02.10.2026 | 172,6 ct/l | aktueller Stand |
Zur Einordnung: Den Höchststand der Energiekrise verzeichnete TECSON am 10.03.2022 mit 204,5 ct/l.
Hauptgrund ist der Iran-Krieg: Am 04.03.2026 blockierte Iran die Straße von Hormus, laut TECSON das Nadelöhr für rund 20 % der weltweiten Öltransporte. Im September kam ein zweiter Schock hinzu, und Heizöl gehört zu den Produkten, die weltweit besonders knapp sind.
Ende September gab es leichte Entspannung: Durch die Straße von Hormus fuhren laut heizoel24 wieder rund 80 % der Vorkriegsmengen (30.09.2026). Am 02.10.2026 meldete TECSON allerdings erneut einen Angriff auf ein Schiff.
Öl und Gas werden teurer: Was spart eine Wärmepumpe in deinem Haus?
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Das kann niemand seriös vorhersagen, auch die Marktbeobachter nicht. TECSON berichtet zwar, dass Analysten mehrheitlich mit sinkenden Ölpreisen 2027 rechnen, weil sie nach den US-Kongresswahlen im November eine Beruhigung des Konflikts erwarten. Zugleich weist TECSON darauf hin, dass Preisbewegungen sehr häufig anders verlaufen als erwartet.
Ehrlich einordnen lassen sich nur die Einflussfaktoren:
| Spricht für sinkende Preise | Spricht für steigende Preise |
|---|---|
| freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus | neue Angriffe auf Tanker und Förderanlagen |
| Verhandlungen zwischen Iran und USA über einen Deeskalationsplan (TECSON, 02.10.2026) | knapper Diesel, Exportstopps aus Russland und China |
| Freigabe von Notreserven, die USA bieten bis zu 40 Mio. Barrel an | starker Dollar, ab 2028 CO2-Marktpreis im ETS2 |
Wie schnell sich das Blatt wendet, zeigt 2026: Vom Aprilhoch bis zum Junitief fiel der Preis um knapp 30 %, bis September stieg er wieder um 57 %. Wer 3.000 Liter am 07.04.2026 getankt hat, zahlte rund 1.450 € mehr als am 18.06.2026. Genau deshalb sind Teilmengen sinnvoller als ein Komplettkauf auf Verdacht.
2027 bleibt der CO2-Aufschlag voraussichtlich gleich hoch: Die Bundesregierung will den Preiskorridor von 55 bis 65 € je Tonne verlängern, beschlossen ist das Gesetz aber noch nicht (Stand 02.10.2026). Bei 65 € je Tonne stecken rund 20,7 ct/l im Heizölpreis, bei 2.000 Litern also gut 400 € im Jahr.
Ab 2028 löst der europäische Emissionshandel ETS2 den nationalen CO2-Preis ab (Verordnung (EU) 2026/667). Dann bildet sich der Preis am Markt, eine feste Obergrenze gibt es nicht: Liegt er zwei Monate lang über 45 € je Tonne (in Preisen von 2020), werden lediglich zusätzliche Zertifikate freigegeben. Als Faustregel gilt: Jede 10 € mehr je Tonne verteuern den Liter Heizöl um rund 3,2 ct. Was das für dein Haus bedeutet, rechnet der Ratgeber CO2-Preis 2027 und 2028 durch.
Für neue Ölheizungen kommt die Bio-Treppe hinzu: Wer nach dem 29.07.2026 einen Ölkessel einbaut, muss ab 2029 mindestens 10 % Bioöl einsetzen, ab 2030 15 %, ab 2035 30 % und ab 2040 60 % (§ 43 GModG). Was Bioöl dann kostet, ist offen. Für bestehende Ölheizungen gilt die Bio-Treppe nicht.
Laut Heizspiegel 2026 rund 2.745 € im Jahr für ein Einfamilienhaus mit 130 m², 28 % mehr als 2025. Eine Wärmepumpe kommt im selben Haus auf 1.300 € und ist damit die günstigste Heizung im Vergleich.
| Heizung (Einfamilienhaus, 130 m²) | Kosten 2025 | Prognose 2026 |
|---|---|---|
| Heizöl | 2.145 € | 2.745 € (+28 %) |
| Fernwärme | 2.040 € | 2.055 € (+1 %) |
| Erdgas | 2.040 € | 1.930 € (−5 %) |
| Holzpellets | 1.415 € | 1.740 € (+23 %) |
| Wärmepumpe | 1.260 € | 1.300 € (+3 %) |
Herausgeber des Heizspiegels sind co2online, der Deutsche Mieterbund und der Bauherren-Schutzbund, veröffentlicht am 22.09.2026. Gegenüber der Ölheizung liegt die Wärmepumpe 2026 damit um 1.445 € im Jahr niedriger.
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Nein. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das seit dem 29.07.2026 gilt, ist die Austauschpflicht für alte Öl- und Gaskessel entfallen, und auch neue Ölheizungen sind wieder erlaubt.
Die Entscheidung ist damit eine rein wirtschaftliche, und der Markt fällt sie zunehmend für die Wärmepumpe: Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut Branchenverband BDH 194.500 Wärmepumpen verkauft (+40 %), aber nur 9.500 Ölheizungen (−11 %). Ein neuer Ölkessel bekommt keine Förderung und bindet dich für viele Jahre an Ölpreis, CO2-Preis und Bio-Treppe.
Mindestens 46 % der förderfähigen Kosten: 30 % Grundförderung plus 16 % Klimageschwindigkeitsbonus, den es für eine funktionstüchtige Ölheizung ohne Altersgrenze gibt, wenn du selbst im Haus wohnst. Mit Einkommensbonus steigt der Zuschuss auf bis zu 70 bzw. 80 %.
| Fördervariante (KfW 458) | Fördersatz | Zuschuss bei 28.000 € förderfähigen Kosten |
|---|---|---|
| Grundförderung + Klimabonus | 46 % | 12.880 € |
| + Einkommensbonus 30 % (zu versteuerndes Einkommen bis 40.000 €) | 70 % (Deckel) | 19.600 € |
| + Einkommensbonus 40 % (zu versteuerndes Einkommen bis 30.000 €) | 80 % (Deckel) | 22.400 € |
Den Einkommensbonus bekommen Selbstnutzer mit bis zu 50.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen (dann 10 %), mit mindestens einem minderjährigen kindergeldberechtigten Kind liegen alle Grenzen 10.000 € höher. Wie der Nachweis läuft, erklärt der Ratgeber Einkommensbonus.
Frist beachten: Maßgeblich ist der Eingang des Antrags bei der KfW. Bis zum 31.01.2027 gelten 16 % Klimabonus und 28.000 € Höchstkosten, ab dem 01.02.2027 nur noch 12 % und 27.250 €. Im Standardfall sinkt der Zuschuss so von 12.880 € auf 11.445 € (Degression im Detail). Der Einbau muss nicht bis Januar fertig sein, nach der Zusage hast du 36 Monate Zeit. Wichtig ist die Reihenfolge: erst den Liefervertrag mit Förderbedingung unterschreiben, dann den Antrag stellen, beides vor Baubeginn. Alle Sätze und Bedingungen findest du auf unserer Seite zur Förderung.
Im Betrieb sofort: Im typischen Einfamilienhaus spart die Wärmepumpe beim Ölpreis vom 02.10.2026 rund 2.628 € im Jahr. Musst du den Kessel ohnehin ersetzen, ist der Aufpreis gegenüber einer neuen fossilen Heizung nach zwei bis drei Jahren wieder drin.
Das Rechenbeispiel entspricht unserem Wärmepumpen-Rechner: Einfamilienhaus mit 140 m², Baujahr 1970 bis 1990, teilweise gedämmt, 18.480 kWh Wärmebedarf im Jahr. Die Ölheizung braucht bei 80 % Nutzungsgrad rund 2.310 Liter zu 172,6 ct/l. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe erreicht die Jahresarbeitszahl 3,4 aus den Feldmessungen des Fraunhofer ISE und braucht 5.435 kWh Strom zu 25 ct/kWh (Wärmepumpentarif). Eine solche Anlage kostet laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (Juli 2026) im Schnitt 36.400 €, nach 46 % Förderung bleiben 23.520 €.
| Haus | Heizkosten Öl | Heizkosten Wärmepumpe | Ersparnis pro Jahr | Aufpreis (7.520 €) zurück nach | Gesamtinvestition zurück nach |
|---|---|---|---|---|---|
| Baujahr 1970–1990, teilweise gedämmt | 3.987 € | 1.359 € | 2.628 € | 2–3 Jahren | 8–11 Jahren |
| Altbau vor 1970, ungedämmt (27.300 kWh) | 5.890 € | 2.007 € | 3.883 € | rund 2 Jahren | 5–7 Jahren |
Der Aufpreis ist die Differenz zu einer neuen fossilen Heizung, für die unser Rechner die 16.000 € ansetzt, die eine neue Gasheizung laut Verbraucherzentrale im Schnitt kostet (Stand Juni 2026). Mit 30 % Einkommensbonus schrumpft er auf rund 800 €, mit 40 % ist die Wärmepumpe nach Förderung sogar günstiger als die neue Gasheizung (14.000 € statt 16.000 €).
Und wenn Heizöl wieder billiger wird? Beim Händlerpreis von rund 165 ct/l (02.10.2026) spart die Wärmepumpe im Beispielhaus immer noch rund 2.450 € im Jahr. Selbst beim Vorjahrespreis von 94,3 ct/l bliebe sie rund 820 € im Jahr günstiger, und ab 2028 bestimmt beim Öl der Markt den CO2-Preis. Ob dein Haus geeignet ist, klärt der Ratgeber Wärmepumpe im Altbau, den Ablauf mit Rückbau des Öltanks beschreibt Ölheizung ersetzen.
Der größte Hebel bleibt der Preisvergleich: Die Verbraucherzentrale fand in über 2.000 Angeboten für vergleichbare Wärmepumpen Preisunterschiede von bis zu 250 % (24.09.2026). Über unseren Wärmepumpen-Check kannst du kostenlose Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region vergleichen und den Antrag noch vor dem 31.01.2027 stellen.
Häufige Fragen
Laut TECSON kostete Heizöl am 02.10.2026 im Bundesschnitt 172,6 ct/l bei 3.000 Litern inklusive Mehrwertsteuer, 83 % mehr als ein Jahr zuvor (94,3 ct/l). Händlerportale wie heizoel24 und esyoil meldeten am selben Tag rund 165 ct/l. Je nach Region und Händler lagen die Preise laut TECSON zuletzt um bis zu 21 ct/l auseinander.
Nur bedingt. Im Literpreis steckt der CO2-Preis des Jahres, in dem du kaufst; 2026 und voraussichtlich 2027 sind das bei 65 € je Tonne rund 20,7 ct/l. Wie hoch der ETS2-Preis ab 2028 ausfällt, ist offen, und der Ölpreis selbst schwankte 2026 laut TECSON zwischen 91,2 und 181,0 ct/l, also viel stärker als der CO2-Anteil.
Das hängt von Fläche, Dämmung und Kessel ab. Ein teilweise gedämmtes Haus mit 140 m² und 18.480 kWh Wärmebedarf braucht bei 80 % Nutzungsgrad rund 2.310 Liter, ein ungedämmter Altbau mit 27.300 kWh rund 3.400 Liter. Die Verbraucherzentrale rechnet für ein älteres Einfamilienhaus mit etwa 2.000 Litern.
Ja. Für eine funktionstüchtige Ölheizung gibt es den Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % ohne Altersgrenze, anders als bei einer Gas-Zentralheizung, die mindestens 20 Jahre alt sein muss. Voraussetzung ist, dass du selbst im Haus wohnst und danach keine fossile Heizung mehr betreibst. Bei Antrag bis zum 31.01.2027 sind das zusammen mit der Grundförderung bis zu 12.880 €.
Ja, das Gebäudemodernisierungsgesetz erlaubt neue Öl- und Gasheizungen wieder. Für Ölheizungen, die nach dem 29.07.2026 eingebaut werden, gilt aber die Bio-Treppe mit mindestens 10 % Bioöl ab 2029 und 60 % ab 2040. Eine Förderung gibt es dafür nicht, während die Wärmepumpe mit bis zu 80 % bezuschusst wird.
Nein. Für die höheren Fördersätze zählt allein der Eingang deines Antrags bei der KfW. Vorher brauchst du einen Liefer- und Leistungsvertrag mit Förderbedingung, nach der Zusage hast du 36 Monate Zeit für die Umsetzung.