10 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02
Eine Gasetagenheizung ersetzt du mit einer Wärmepumpe auf zwei Wegen: Entweder stellt die Eigentümergemeinschaft das ganze Haus auf eine zentrale Wärmepumpe um, oder du tauschst nur deine Gastherme gegen eine Wärmepumpe für die eigene Wohnung. Beides fördert die KfW, und wer selbst in der Wohnung lebt, bekommt für eine funktionierende Gas-Etagenheizung 16 % Klimabonus ohne Altersgrenze. Welcher Weg passt, entscheiden Haus, Platz für Außengeräte und die Mehrheit in der Eigentümergemeinschaft (WEG).
Als Etagenheizung gilt nach der Förderrichtlinie ein Gas- oder anderer fossiler Wärmeerzeuger, der im Mehrfamilienhaus eine einzelne Wohnung oder ein Stockwerk versorgt und meist in der Wohnung selbst hängt. Die Gastherme gehört in der Regel zum Sondereigentum, eine zentrale Heizung für das ganze Haus dagegen zum Gemeinschaftseigentum. Das entscheidet, wer den Förderantrag stellt und wer zustimmen muss. Für Einfamilienhäuser mit zentraler Gastherme gibt es den Ratgeber Gasheizung durch Wärmepumpe ersetzen.
Es gibt vier praxistaugliche Lösungen, zwei für das ganze Haus und zwei für einzelne Wohnungen.
| Lösung | So funktioniert sie | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Zentrale Wärmepumpe | ersetzt alle Gasthermen, neue Leitungen verbinden die Wohnungen mit der Heizzentrale | meist effizienter als viele Einzelgeräte, die Umstellung von Etagen- auf Zentralheizung ist förderfähig |
| Zentrale Wärmepumpe mit Wohnungsstationen | in jeder Wohnung sitzt eine kleine Station für Heizung und Warmwasser, nicht größer als eine Gastherme | das Trinkwasser wird erst in der Wohnung erwärmt, Wohnungsstationen sind förderfähig |
| Kompakte Luft-Wasser-Wärmepumpe je Wohnung | Innengerät am Platz der Therme, Außengerät auf Balkon, Fassade oder Dach, die Heizkörper bleiben | laut co2online eher für 35–110 m² und 1 bis 3 Personen, bisher überschaubare Auswahl an Herstellern |
| Luft-Luft-Wärmepumpe | Split-Geräte erwärmen die Raumluft direkt und kühlen im Sommer | Warmwasser und Bad brauchen ein eigenes Gerät, etwa einen elektronisch geregelten Durchlauferhitzer |
Bei der zentralen Variante fördert die KfW ausdrücklich auch die Umstellung von Etagen- auf Zentralheizung, dazu Wohnungsstationen und elektronisch geregelte Durchlauferhitzer, jeweils im Paket mit der Wärmepumpe. Wie Luft-Luft-Geräte im Alltag heizen, erklärt der Ratgeber Luft-Luft-Wärmepumpe.
Öl und Gas werden teurer: Was spart eine Wärmepumpe in deinem Haus?
Laut Heizspiegel 2026 heizt die Wärmepumpe am günstigsten, und die KfW übernimmt bis zu 70 % der förderfähigen Kosten (bei geringem Einkommen bis zu 80 %). Lass dir von Fachbetrieben aus deiner Region kostenlos ausrechnen, was der Umstieg bei dir kostet.
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Pro Wohnung geht der Umbau schneller und du rechnest deine Heizkosten weiter selbst ab, zentral arbeitet die Anlage meist effizienter. Für eine Etagenwärmepumpe nennt co2online 15.000–20.000 € je durchschnittlicher Wohnung, für eine Luft-Luft-Lösung inklusive Warmwasser und Bad 10.000–15.000 €.
Für die Umstellung eines ganzen Hauses lassen sich Durchschnittspreise kaum angeben, weil Leitungswege, Heizraum und Warmwasserlösung stark variieren; hier helfen nur konkrete Angebote. Bei den laufenden Kosten liegt die Wärmepumpe vorn: Für eine durchschnittliche 70-m²-Wohnung im Mehrfamilienhaus erwartet der Heizspiegel 2026 Heizkosten von 735 € mit Wärmepumpe und 1.120 € mit Gas, also 385 € weniger im Jahr.
So rechnet sich eine Etagenwärmepumpe für 17.000 € in einem Haus mit sechs Wohnungen, wenn du selbst darin wohnst und deine Gastherme funktioniert:
| Förderung | Zuschuss | Eigenanteil | im Vergleich zu einer neuen Gastherme (3.500–5.000 €) |
|---|---|---|---|
| 46 % (Grundförderung und Klimabonus) | 7.820 € | 9.180 € | 4.180–5.680 € teurer |
| 70 % (dazu 30 % Einkommensbonus, gedeckelt) | 11.900 € | 5.100 € | 100–1.600 € teurer |
| 80 % (dazu 40 % Einkommensbonus) | 13.600 € | 3.400 € | 100–1.600 € günstiger |
Mit 385 € weniger Heizkosten im Jahr bist du bei 80 % Förderung vom ersten Tag an im Plus, bei 70 % sind die Mehrkosten nach wenigen Monaten bis gut vier Jahren wieder drin, bei 46 % nach 11–15 Jahren. Der Preis der Gastherme stammt ebenfalls von co2online und gilt nur für den Wärmeerzeuger, ohne neue Rohre und Heizkörper. Eine neue Gastherme hätte außerdem die Bio-Treppe vor sich, die Wärmepumpe nicht.
Ja, bei beiden Wegen, weil Gemeinschaftseigentum betroffen ist: Eine zentrale Wärmepumpe ist eine bauliche Veränderung, die die WEG mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen beschließen kann (§ 20 Abs. 1 und § 25 Abs. 1 WEG). Für eine Wärmepumpe nur in deiner Wohnung brauchst du einen Gestattungsbeschluss, weil Außengerät und Kernbohrung Fassade, Balkon oder Dach berühren.
Alle Eigentümer tragen die Kosten nach ihren Miteigentumsanteilen, wenn der Beschluss mit mehr als zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen und der Hälfte aller Miteigentumsanteile fällt, außer die Kosten sind unverhältnismäßig, oder wenn sich die Kosten in angemessener Zeit amortisieren (§ 21 Abs. 2 WEG). Sonst zahlen nur die Eigentümer, die zugestimmt haben (§ 21 Abs. 3 WEG). Für eine Heizung, die alle versorgen soll, lohnt es sich deshalb, die Zwei-Drittel-Mehrheit anzustreben. Erzwingen kann ein einzelner Eigentümer die zentrale Wärmepumpe nicht, sie zählt nicht zu den privilegierten Maßnahmen nach § 20 Abs. 2 WEG. Wie Beschluss und Kostenverteilung im Detail laufen, steht im Ratgeber Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus.
Die Gestattung beschließt die WEG mit einfacher Mehrheit, die Kosten trägst du dann allein (§ 21 Abs. 1 WEG). Findet sich keine Mehrheit, hilft ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom 17.07.2026 (V ZR 162/25): Ein Eigentümer kann die Gestattung eines Klima-Splitgeräts auf seinem Balkon grundsätzlich verlangen und notfalls per Beschlussersetzungsklage durchsetzen, wenn die anderen dadurch nicht über das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidliche Maß hinaus beeinträchtigt werden (§ 20 Abs. 3 WEG). Pauschale Sorgen vor Lärm reichen für eine Ablehnung regelmäßig nicht. Entstehen später unzulässige Geräusche, behalten die Nachbarn ihre Abwehransprüche, meist mit zeitlichen Nutzungsbeschränkungen statt einer Stilllegung. Das Urteil betrifft ein Klima-Splitgerät, technisch eine Luft-Luft-Wärmepumpe; wie Gerichte andere Außengeräte bewerten, hängt vom Einzelfall ab.
Als Selbstnutzer bekommst du für den Ersatz einer funktionierenden Gas-Etagenheizung 30 % Grundförderung plus 16 % Klimabonus, mit Einkommensbonus bis zu 70 oder 80 %. Gefördert wird aber nur dein Anteil an den Höchstkosten des Hauses: 28.000 € für die erste Wohnung, je 15.000 € für die zweite bis sechste und je 8.000 € ab der siebten, gleichmäßig verteilt auf alle Wohnungen.
| Wohnungen im Haus | Höchstkosten Haus | Anteil je Wohnung | Zuschuss bei 46 % | bei 70 % | bei 80 % |
|---|---|---|---|---|---|
| 3 | 58.000 € | 19.333 € | 8.893 € | 13.533 € | 15.467 € |
| 4 | 73.000 € | 18.250 € | 8.395 € | 12.775 € | 14.600 € |
| 6 | 103.000 € | 17.167 € | 7.897 € | 12.017 € | 13.733 € |
| 8 | 119.000 € | 14.875 € | 6.843 € | 10.413 € | 11.900 € |
| 12 | 151.000 € | 12.583 € | 5.788 € | 8.808 € | 10.067 € |
Die Werte sind Höchstbeträge für Anträge bis 31.01.2027; liegen deine Kosten darunter, zählt der tatsächliche Betrag. Danach sinken der Klimabonus auf 12 % und die Höchstkosten der ersten Wohnung auf 27.250 €.
Wer den Antrag stellt, hängt vom Eigentum ab: Für eine Anlage in deiner Wohnung (Sondereigentum) beantragst du selbst. Bei einer zentralen Anlage (Gemeinschaftseigentum) stellt die Verwaltung den Basisantrag mit 30 % für alle Wohnungen, und Selbstnutzer holen sich Klima- und Einkommensbonus per Zusatzantrag, spätestens sechs Monate nach der Zusage des Basisantrags und vor dessen Nachweis. In einem Rechenbeispiel der KfW (WEG mit sieben Wohnungen, zentrale Luft-Wasser-Wärmepumpe für rund 140.000 €) gibt es 33.300 € Grundförderung, und jede selbst genutzte Wohnung kann Boni auf bis zu 15.857 € anteilige Kosten bekommen.
Für den Klimabonus muss die alte Therme fachgerecht ausgebaut und entsorgt werden, und danach darf die Wohnung nicht mehr von einer Gas- oder anderen fossilen Heizung versorgt werden. Plane das Warmwasser deshalb gleich mit. Alle Förderbausteine findest du unter Förderung.
Nein: Die Sonderfristen für Etagenheizungen aus dem alten Gebäudeenergiegesetz sind mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) am 29.07.2026 entfallen, eine Austauschpflicht gibt es nicht. Deine Gastherme darf weiterlaufen und auch durch eine neue Gastherme ersetzt werden.
Eine neu eingebaute Gastherme unterliegt aber der Bio-Treppe: Ab 2029 müssen mindestens 10 % der Wärme aus Biomethan oder Wasserstoff kommen, ab 2030 15 %, ab 2035 30 % und ab 2040 60 % (§ 43 GModG). Bei vermieteten Wohnungen teilen sich Vermieter und Mieter für solche neuen Gasheizungen ab 2028 die CO2-Kosten und die Gas-Netzentgelte je zur Hälfte. Was Vermieter beim Umstieg beachten sollten, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe für Vermieter.
Maßgeblich sind die Richtwerte der TA Lärm, gemessen 0,5 m vor dem geöffneten Fenster des betroffenen Nachbarn: im allgemeinen Wohngebiet 55 dB(A) am Tag und 40 dB(A) in der Nacht, im reinen Wohngebiet 50 und 35 dB(A). Als Nacht gilt die Zeit von 22 bis 6 Uhr.
Förderfähige Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen mindestens 10 dB leiser sein als die Grenzwerte der EU-Ökodesign-Verordnung, und eine akustische Planung zählt zu den förderfähigen Kosten. Achte auf die Schallleistung des Geräts, nicht nur auf Schalldruckwerte in einigen Metern Abstand. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe: Lautstärke und Abstand zum Nachbarn.
Nur wenn ein Wärmenetz am Haus liegt und der Preis stimmt: Für eine 70-m²-Wohnung erwartet der Heizspiegel 2026 Heizkosten von 1.310 € mit Fernwärme, aber 735 € mit Wärmepumpe. Den Anschluss an ein Wärmenetz fördert die KfW ebenfalls.
Wie du ein Fernwärmeangebot prüfst und vergleichst, erklärt der Ratgeber Fernwärme oder Wärmepumpe.
Mit einer klaren Reihenfolge kommst du am schnellsten zu einem Beschluss und zur Förderung:
Eine erste Schätzung, was eine Wärmepumpe kostet und wie viel Förderung drin ist, liefert der Wärmepumpen-Rechner.
Häufige Fragen
Ja. Für Gas-Etagenheizungen verlangt die KfW kein Mindestalter, die Therme muss nur funktionstüchtig sein und fachgerecht ausgebaut und entsorgt werden. Voraussetzung ist, dass du die Wohnung selbst als Hauptwohnsitz bewohnst. Bei Antrag bis 31.01.2027 beträgt der Bonus 16 %, ab 01.02.2027 sind es 12 % und danach halbjährlich 4 Prozentpunkte weniger.
Nur mit Erlaubnis des Vermieters. Einen gesetzlichen Anspruch auf bauliche Veränderungen gibt § 554 BGB Mietern nur für Barrierereduzierung, Ladestationen, Einbruchsschutz und Steckersolargeräte. Für den Vermieter kann sich der Tausch der Gasetage trotzdem lohnen, denn er bekommt 30 % Grundförderung.
Nicht, wenn du den Klimabonus willst: Die alte Therme muss ausgebaut werden, und danach darf die Wohnung nicht mehr von einer Gas- oder anderen fossilen Heizung versorgt werden. Bewährt sind elektronisch geregelte Durchlauferhitzer oder Wohnungsstationen an einer zentralen Wärmepumpe. Beides ist zusammen mit der Wärmepumpe förderfähig.
Laut co2online ist der Wechsel von der Gastherme auf eine Etagenwärmepumpe in ein bis drei Tagen machbar, weil keine Leitungen durch das ganze Haus verlegt werden müssen. Länger dauert meist die Vorbereitung: Gestattungsbeschluss der WEG, Angebote und der Förderantrag vor Baubeginn.
Bei einer Wärmepumpe nur für deine Wohnung stellst du den Antrag selbst, weil die Anlage zum Sondereigentum gehört. Bei einer zentralen Anlage stellt die WEG-Verwaltung den Basisantrag mit 30 % Grundförderung, selbst nutzende Eigentümer beantragen Klima- und Einkommensbonus per Zusatzantrag spätestens sechs Monate nach der Zusage. Zuschussreferenz und BzA-ID dafür bekommst du von der Verwaltung.
co2online nennt 10.000–15.000 € inklusive Lösungen für Warmwasser und Bad. Im Rechenbeispiel der KfW kostet eine Luft-Luft-Wärmepumpe in einem Haus mit fünf Wohnungen 20.000 €, gefördert werden anteilig bis zu 17.600 €, mit 46 % sind das 8.096 € Zuschuss. Ersetzt sie eine Gas-Etagenheizung, gilt dieselbe Rechnung.