Geprüft am 02. Oktober 2026
11 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02
Ja, in den meisten Häusern rechnet sich der Wechsel 2026 deutlich: Heizöl kostet laut TECSON 172,6 Cent je Liter (02.10.2026) und damit 83 % mehr als vor einem Jahr, die Wärmepumpe spart im typischen Einfamilienhaus rund 2.600 € Heizkosten pro Jahr. Für den Austausch einer funktionstüchtigen Ölheizung gibt es mindestens 46 % Förderung, egal wie alt der Kessel ist. Gegenüber einer ohnehin fälligen neuen Gasheizung ist der Aufpreis der Wärmepumpe nach zwei bis drei Jahren wieder drin.
Eine gesetzliche Pflicht zum Austausch gibt es seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) nicht mehr. Ob und wann du wechselst, ist damit eine reine Rechenfrage, und die fällt 2026 eindeutig aus: hohe Ölpreise, CO2-Kosten und eine Förderung, die ab Februar 2027 schrittweise sinkt. Der Zeitpunkt ist noch aus einem zweiten Grund wichtig: Den Klimabonus gibt es nur, solange deine Ölheizung funktioniert. Wer wartet, bis der Kessel ausfällt, verschenkt bis zu 4.480 € Zuschuss.
Am 2. Oktober 2026 kostete Heizöl im Bundesdurchschnitt 172,6 Cent je Liter (TECSON, Abnahme 3.000 Liter, inklusive Mehrwertsteuer). Vor einem Jahr waren es 94,3 Cent, das bisherige Jahreshoch lag am 17. September bei 181,0 Cent.
Auslöser ist der Iran-Krieg: Seit Anfang März 2026 ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus massiv gestört, im September fiel zusätzlich die saudische Ost-West-Pipeline aus. Besonders knapp sind Mitteldestillate wie Heizöl und Diesel. Händlerportale melden teils einige Cent niedrigere Durchschnittspreise, an der Größenordnung ändert das nichts. Ob du vor dem Umstieg noch nachkaufen solltest, beantwortet der Ratgeber Heizöl kaufen oder warten.
Was das für dein Haus bedeutet, zeigt eine einfache Umrechnung. Ein Liter Heizöl enthält rund 10 Kilowattstunden Energie, die Kilowattstunde kostet also gut 17 Cent. Weil ein älterer Kessel nicht alles davon in Wärme umsetzt (wir rechnen mit 80 % Nutzungsgrad), kostet jede Kilowattstunde Wärme im Haus rund 21,6 Cent. Bei der Wärmepumpe sind es mit Jahresarbeitszahl 3,4 und 25 Cent Wärmepumpentarif rund 7,35 Cent, also gut ein Drittel davon.
Der Heizspiegel 2026 bestätigt das Bild: Für ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern erwartet er 2026 Heizkosten von 2.745 € mit Öl, 28 % mehr als im Vorjahr, aber nur 1.300 € mit der Wärmepumpe. Damit hat die Wärmepumpe die niedrigsten Heizkosten aller Systeme im Heizspiegel.
Öl und Gas werden teurer: Was spart eine Wärmepumpe in deinem Haus?
Laut Heizspiegel 2026 heizt die Wärmepumpe am günstigsten, und die KfW übernimmt bis zu 70 % der förderfähigen Kosten (bei geringem Einkommen bis zu 80 %). Lass dir von Fachbetrieben aus deiner Region kostenlos ausrechnen, was der Umstieg bei dir kostet.
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Zum Ölpreis kommen zwei politische Kostenfaktoren, die du bei der Entscheidung kennen solltest. Der CO2-Preis liegt 2026 bei 65 € je Tonne, das sind rund 20,7 Cent je Liter Heizöl inklusive Mehrwertsteuer.
Auf den Strom für die Wärmepumpe wird dieser Brennstoff-CO2-Preis nicht erhoben. Wie sich die Abgabe weiter entwickelt und was sie je Liter kostet, erklärt der Ratgeber CO2-Preis beim Heizen.
Im typischen Einfamilienhaus rund 2.600 € pro Jahr, im unsanierten Altbau knapp 3.900 €. Die Rechnung folgt denselben Annahmen wie unser Wärmepumpen-Rechner: 140 Quadratmeter Wohnfläche, Heizöl zu 172,6 Cent je Liter, Ölkessel mit 80 % Nutzungsgrad, Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3,4 und 25 Cent je Kilowattstunde Strom.
| Baujahr 1970 bis 1990, teilweise gedämmt | Altbau vor 1970, ungedämmt | |
|---|---|---|
| Wärmebedarf pro Jahr | 18.480 kWh | 27.300 kWh |
| Heizöl pro Jahr | rund 2.310 Liter | rund 3.410 Liter |
| Heizkosten Öl | 3.987 € | 5.890 € |
| Strom für die Wärmepumpe | 5.435 kWh | 8.029 kWh |
| Heizkosten Wärmepumpe | 1.359 € | 2.007 € |
| Ersparnis pro Jahr | 2.628 € | 3.883 € |
Ein paar Posten stecken noch gar nicht in der Rechnung: Mit dem Ausbau der Ölheizung entfallen Abgasmessung und Termine des Schornsteinfegers, und du musst keinen Tank mehr füllen und prüfen lassen. Der Heizspiegel kommt mit seinen Durchschnittswerten für 130 Quadratmeter auf einen Vorteil von 1.445 € für die Wärmepumpe im Jahr 2026. Steigt der Ölpreis im Winter weiter, wächst der Abstand.
Mindestens 46 % der förderfähigen Kosten, mit Einkommensbonus bis zu 80 %. Die Ölheizung gehört zu den Altanlagen, für die die KfW den Klimageschwindigkeitsbonus ohne Altersgrenze zahlt, bei Gasheizungen muss der Kessel dafür mindestens 20 Jahre alt sein.
| Fördersatz | Zuschuss bei 28.000 € förderfähigen Kosten |
|---|---|
| 46 % (Grundförderung plus Klimabonus) | 12.880 € |
| 56 % (plus 10 % Einkommensbonus) | 15.680 € |
| 70 % (plus 30 % Einkommensbonus, gedeckelt) | 19.600 € |
| 80 % (plus 40 % Einkommensbonus, gedeckelt) | 22.400 € |
Entscheidend ist der Tag, an dem dein Antrag bei der KfW eingeht. Bis zum 31. Januar 2027 gelten 16 % Klimabonus und 28.000 € Höchstkosten, ab dem 1. Februar 2027 nur noch 12 % auf 27.250 €. Der Standardzuschuss sinkt dann von 12.880 € auf 11.445 €. Außerdem soll im ersten Quartal 2027 der Wertschöpfungsbonus starten: Dann gibt es 30 % Grundförderung nur noch für Wärmepumpen mit Ursprung in der EU, für andere Geräte 15 %. Alle Programme findest du auf unserer Seite zur Förderung, wer den Einkommensbonus bekommt, erklärt der Ratgeber Einkommensbonus Wärmepumpe.
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet komplett installiert im Schnitt rund 36.400 €, nach 46 % Förderung bleiben 23.520 €. Grundlage sind 160 Angebote, die die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ausgewertet hat, die Spanne reichte von 21.099 bis 54.168 €.
Fair ist der Vergleich mit dem Betrag, den du ohnehin ausgeben müsstest. Steht beim Ölkessel ein Austausch an, ist die Alternative eine neue fossile Heizung. Als Maßstab nehmen wir wie unser Rechner eine neue Gasheizung, die laut Verbraucherzentrale im Schnitt 16.000 € kostet, einschließlich Entsorgung der Altanlage. Eine neue Ölheizung wird gar nicht gefördert und braucht weiterhin einen Tank.
| Eigenanteil Wärmepumpe | Aufpreis gegenüber neuer Gasheizung (16.000 €) | Aufpreis zurück nach (2.628 € Ersparnis im Jahr) |
|---|---|---|
| 23.520 € (46 % Förderung) | 7.520 € | 2 bis 3 Jahren |
| 16.800 € (70 % Förderung) | rund 800 € | wenigen Monaten |
| 14.000 € (80 % Förderung) | keiner, 2.000 € günstiger | sofort |
Rechnest du die gesamte Investition gegen die Ersparnis, ist sie im teilgedämmten Haus nach 8 bis 11 Jahren zurück, im ungedämmten Altbau nach 5 bis 7 Jahren. Steigende Öl- und CO2-Preise verkürzen diese Zeiträume, sinkende verlängern sie. Den größten Hebel hast du beim Preis der Anlage: Laut Verbraucherzentrale weichen Angebote für vergleichbare Wärmepumpen um bis zu 250 % voneinander ab. Deshalb lohnt es sich, kostenlose Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region zu vergleichen, bevor du unterschreibst.
Meistens ja, auch in älteren Häusern. Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern die Vorlauftemperatur, die dein Haus an kalten Tagen braucht.
Den Test kannst du selbst machen: Senke an einem kalten Tag die Vorlauftemperatur am Ölkessel schrittweise ab. Bleiben alle Räume bei 55 Grad noch warm, kommt eine Wärmepumpe gut zurecht, bei 50 Grad und weniger arbeitet sie besonders effizient. Werden einzelne Räume nicht warm, reicht oft der Tausch dieser Heizkörper gegen größere Modelle. Neue Heizkörper sind als Umfeldmaßnahme förderfähig.
Die Messdaten bestätigen das: In der Feldstudie des Fraunhofer ISE erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen in Bestandsgebäuden eine mittlere Jahresarbeitszahl von 3,4 (Spanne 2,6 bis 4,9). Für die Förderung muss der Fachbetrieb die Heizlast raumweise berechnen, den hydraulischen Abgleich machen und die Anlage auf eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 auslegen. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.
Der Tank wird geleert, gereinigt und anschließend ausgebaut oder dauerhaft stillgelegt. Bei typischen Kellertanks mit mehr als 1.000 Litern Heizöl und bei allen Erdtanks darf das nur ein Fachbetrieb übernehmen (§ 45 AwSV).
Der frei werdende Raum ist ein willkommener Nebeneffekt: Wo vorher der Tank stand, ist Platz für Pufferspeicher, Warmwasserspeicher oder Hauswirtschaft. Gib außerdem deinem Bezirksschornsteinfeger Bescheid, sobald die Ölheizung ausgebaut ist.
In acht Schritten, und die Reihenfolge entscheidet über die Förderung. Wer einen Vertrag ohne Förderbedingung unterschreibt oder mit den Arbeiten beginnt, bevor der Antrag bei der KfW eingegangen ist, verliert den Zuschuss.
Für die Frist am 31. Januar 2027 zählt also der Antrag, nicht der Einbau. Was beim Einbau selbst passiert und wie lange er dauert, steht im Ratgeber Wärmepumpe einbauen: Ablauf und Dauer.
Nein, eine gesetzliche Austauschpflicht gibt es seit dem 29. Juli 2026 nicht mehr. Das Gebäudemodernisierungsgesetz hat die frühere Regel gestrichen, nach der viele Öl- und Gaskessel nach 30 Jahren raus mussten, ebenso die Beratungspflicht vor dem Einbau einer neuen fossilen Heizung.
Auch eine neue Ölheizung ist wieder erlaubt. Sie wird aber nicht gefördert, unterliegt ab 2029 der Bio-Treppe und trägt den CO2-Preis. Wirtschaftlich zählt deshalb vor allem eine Frage: Was passiert, wenn der alte Kessel mitten im Winter ausfällt? Dann musst du schnell handeln, und den Klimabonus gibt es nur für eine funktionstüchtige Altanlage. Immerhin ist eine gemietete Übergangsheizung bis zu ein Jahr lang förderfähig. Was bei einem Ausfall zu tun ist, beschreibt der Ratgeber Heizung defekt.
Der Trend ist eindeutig: Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie 194.500 Heizungs-Wärmepumpen verkauft, 40 % mehr als im Vorjahreszeitraum, aber nur 9.500 neue Ölheizungen, 11 % weniger. Wer jetzt plant und bis zum 31. Januar 2027 beantragt, sichert sich außerdem noch die vollen Fördersätze.
Häufige Fragen
Ja. Bei Ölheizungen verlangt die KfW kein Mindestalter, anders als bei Gasheizungen, die mindestens 20 Jahre alt sein müssen. Voraussetzung ist, dass der Kessel noch funktioniert, fachgerecht ausgebaut wird und du selbst im Haus wohnst. Bei einem Antrag bis zum 31. Januar 2027 beträgt der Bonus 16 %, danach 12 %.
Gesetzlich ist das erlaubt, für die Förderung aber teuer. Den Klimageschwindigkeitsbonus gibt es nur, wenn der alte Kessel ausgebaut und entsorgt wird und danach keine fossile Heizung mehr im Haus heizt. Bei 28.000 € förderfähigen Kosten verzichtest du damit auf 4.480 € Zuschuss.
Nur so viel, wie du bis zum Einbau der Wärmepumpe brauchst. Ein Einfamilienhaus mit 2.310 Litern Jahresverbrauch braucht im Schnitt knapp 200 Liter pro Monat, im Winter mehr. Restmengen pumpt der Fachbetrieb vor der Stilllegung des Tanks ab.
Mit dem vollen Einkommensbonus ja. Bei bis zu 30.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen (mit minderjährigem Kind 40.000 €) gibt es beim Tausch einer Ölheizung 80 % Förderung, also 22.400 €. Von durchschnittlich 36.400 € bleiben dann 14.000 € Eigenanteil, eine neue Gasheizung kostet im Schnitt 16.000 €.
Gerade dort ist die Ersparnis am größten. In einem ungedämmten Altbau vor 1970 mit 27.300 Kilowattstunden Wärmebedarf kostet Öl rund 5.890 € im Jahr, die Wärmepumpe rund 2.007 €. Die Ersparnis von knapp 3.900 € holt die gesamte Investition nach 5 bis 7 Jahren herein, wenn die Heizkörper mit niedriger Vorlauftemperatur auskommen oder einzelne getauscht werden.
Ja, maßgeblich ist der Eingang des Antrags bei der KfW, nicht der Einbau. Vorher brauchst du einen unterschriebenen Vertrag mit Förderbedingung und die Bestätigung zum Antrag vom Fachbetrieb. Danach bleiben dir 36 Monate für die Umsetzung.
Ja, das Gebäudemodernisierungsgesetz erlaubt neue Ölheizungen wieder. Sie werden aber nicht gefördert, müssen ab 2029 mindestens 10 % Bioöl nutzen und ab 2040 mindestens 60 %, dazu kommt der CO2-Preis von derzeit rund 20,7 Cent je Liter. Im typischen Einfamilienhaus spart die Wärmepumpe gegenüber Öl rund 2.600 € pro Jahr.
Andreas Mali
Gründer & Redaktion WärmepumpenGenie
Andreas Mali ist Gründer von WärmepumpenGenie und recherchiert Förderprogramme, Heizkosten und Technikdaten fortlaufend aus Primärquellen (KfW, BAFA, Verbraucherzentralen, Fraunhofer ISE). Mehr über uns und unsere Methodik
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