Welche Heizung 2026/27? Alle Systeme im Kostenvergleich

Geprüft am 02. Oktober 2026

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11 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-10-02

Welche Heizung lohnt sich 2026 für welches Haus?

Für die meisten Bestandshäuser ist die Wärmepumpe 2026 die wirtschaftlichste Heizung: Laut Heizspiegel 2026 kostete Heizen im Einfamilienhaus mit 130 m² im Jahr 2025 mit Wärmepumpe 1.260 €, mit Gas 2.040 € und mit Öl 2.145 €. Dazu kommt die höchste Förderung von 30 bis 80 % ohne gesetzliche Pflichtanteile. Pellets passen zu Häusern mit dauerhaft hohen Vorlauftemperaturen, Fernwärme dorthin, wo das Netz deutlich günstiger ist als der bundesweite Median von 17,3 ct je kWh.

Seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) schreibt dir der Staat keine bestimmte Heizung mehr vor. Die Entscheidung ist damit eine Frage der Kosten über die nächsten 15 bis 20 Jahre. Die folgenden Abschnitte vergleichen Heizkosten, Preise je Kilowattstunde, Anschaffung und Förderung aller gängigen Systeme mit Zahlen vom September und Oktober 2026.

Welche Heizung hat die niedrigsten Heizkosten?

Die niedrigsten Heizkosten hat die Wärmepumpe: Im Heizspiegel 2026 ↗ liegt sie im Einfamilienhaus und in der Wohnung vorn, sowohl in den Abrechnungen für 2025 als auch in der Prognose für 2026.

EnergieträgerEinfamilienhaus 130 m², 2025Prognose 2026Wohnung 70 m², 2025Prognose 2026
Wärmepumpe1.260 €1.300 €715 €735 €
Holzpellets1.415 €1.740 €735 €860 €
Erdgas2.040 €1.930 €1.170 €1.120 €
Fernwärme2.040 €2.055 €1.295 €1.310 €
Heizöl2.145 €2.745 €1.030 €1.275 €

Am stärksten steigen 2026 die Kosten für Heizöl, im Einfamilienhaus um 28 %. Der Grund ist der Iran-Krieg mit der Blockade der Straße von Hormus: Heizöl kostete laut TECSON am 02.10.2026 rund 172,6 ct je Liter, 83 % mehr als ein Jahr zuvor. Pellets werden um 23 % teurer. Gas wird 2026 leicht günstiger, weil die Gasspeicherumlage weggefallen ist, der Heizspiegel warnt aber, dass die gestiegenen Großhandelspreise Ende 2026 oder 2027 bei den Verbrauchern ankommen können. Die Wärmepumpe legt nur um 3 % zu.

Wie sich die Heizkosten im Winter entwickeln, zeigt der Ratgeber Heizkosten 2026/27. Wer mit Öl heizt und gerade nachtanken muss, findet Rat in Heizöl kaufen oder warten?

Angebote vergleichen lohnt sich: Die Preise liegen weit auseinander

Die Verbraucherzentrale fand bei 160 Angeboten für Luft-Wasser-Wärmepumpen Preise von 21.099 € bis 54.168 €. Wer mehrere Angebote vergleicht, zahlt nicht drauf. Unser Partner vermittelt dir kostenlos Angebote geprüfter Fachbetriebe aus deiner Region.

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Was kostet eine Kilowattstunde Wärme mit den einzelnen Heizungen?

Eine Kilowattstunde Wärme kostet mit der Wärmepumpe rund 7,4 ct, mit Pellets rund 10,1 ct, mit einem neuen Gas-Brennwertkessel rund 13,1 ct, mit Fernwärme im Median 17,3 ct und mit Heizöl rund 18,2 ct.

Die Tabelle rechnet den Preis des Energieträgers auf die Wärme um, die tatsächlich im Haus ankommt, also einschließlich der Verluste des Wärmeerzeugers:

SystemEnergiepreis (Stand)Nutzungsgrad oder JAZKosten je kWh Wärme
Luft-Wasser-Wärmepumpe25 ct/kWh WärmepumpentarifJAZ 3,47,4 ct
Erdwärmepumpe25 ct/kWh WärmepumpentarifJAZ 4,35,8 ct
Pelletheizung9,1 ct/kWh (DEPI, September 2026)90 % (Annahme)10,1 ct
Gas-Brennwertkessel, neu12,45 ct/kWh (BDEW, 01.08.2026)95 %13,1 ct
FernwärmeMischpreis inklusive Grundpreis (waermepreise.info, 01.09.2026)entfälltMedian 17,3 ct, 80 % der Netze 13,9–21,6 ct
Öl-Brennwertkessel, neu172,6 ct/l (TECSON, 02.10.2026)95 %18,2 ct
Nachtspeicherheizungrund 20 ct/kWh Nachtstrom (co2online, 2025/26)100 %20 ct
Infrarot- oder Elektro-Direktheizung37 ct/kWh (BDEW, Mittel 2026)100 %37 ct

Die Wärmepumpe liefert damit die günstigste Wärme, weil sie aus einer Kilowattstunde Strom im Mittel 3,4 Kilowattstunden Wärme macht, das zeigen die Feldmessungen des Fraunhofer ISE in Bestandsgebäuden. Mit einem günstigen Wärmepumpentarif ab rund 20,7 ct sinken ihre Wärmekosten auf rund 6,1 ct. Nachtspeicherheizungen mit Nachtstrom kosten fast das Dreifache, Direktheizungen mit Haushaltsstrom rund das Fünffache.

Was kosten die Heizsysteme in der Anschaffung?

In der Anschaffung ist die Gasheizung mit im Schnitt 16.000 € am günstigsten, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Schnitt 36.400 €, nach Förderung schrumpft der Unterschied auf 7.520 € oder verschwindet ganz.

SystemInvestition komplettFörderung KfW 458
Luft-Wasser-Wärmepumpe21.000–54.000 €, Ø 36.400 € (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz)30–80 %
Erdwärmepumpe (Sole-Wasser)38.500–56.000 €30–80 %
PelletheizungØ rund 42.000 € (Verbraucherzentrale-Energieberatung, Preise 06/2026)30–80 %
Fernwärmeanschlussnetzabhängig, Ø rund 19.000 € (Verbraucherzentrale-Energieberatung)30–80 %
GasheizungØ 16.000 € (Verbraucherzentrale-Energieberatung), nur Gerät und Einbau 6.000–9.000 € (co2online)keine
Stromdirektheizung, etwa InfrarotØ rund 11.000 € für das ganze Haus (Verbraucherzentrale-Energieberatung)keine

Fair wird der Vergleich erst mit der Förderung: Eine Wärmepumpe für 36.400 € kostet nach 46 % Zuschuss (30 % Grundförderung plus 16 % Klimabonus auf höchstens 28.000 € förderfähige Kosten) noch 23.520 €. Gegenüber einer neuen Gasheizung für 16.000 € beträgt der Aufpreis 7.520 €, im Beispielhaus mit 140 m² ist er durch niedrigere Heizkosten nach 5 bis 7 Jahren wieder drin. Mit 30 % Einkommensbonus schrumpft der Aufpreis auf rund 800 €, mit 40 % ist die Wärmepumpe nach Förderung günstiger als die Gasheizung: 14.000 € statt 16.000 €.

Wie werden neue Heizungen 2026 gefördert?

Wärmepumpen, Pelletheizungen, Solarthermie und Wärmenetzanschlüsse fördert die KfW im Programm 458 nach demselben Schema mit 30 bis 80 % der förderfähigen Kosten. Gas-, Öl- und Stromdirektheizungen gehen leer aus.

Drei Termine solltest du kennen. Ab dem 01.02.2027 sinkt der Klimabonus auf 12 % und danach halbjährlich um weitere 4 Prozentpunkte, bis er am 01.08.2028 entfällt, die förderfähigen Kosten sinken im selben Takt um 750 €. Im ersten Quartal 2027 sinkt die Grundförderung für Wärmepumpen auf 15 %, weitere 15 % gibt es dann als Wertschöpfungsbonus für Geräte aus der EU. Und ebenfalls im ersten Quartal 2027 entfällt die Förderung für eine neue Heizung, wenn das Haus schon eine nach 2007 eingebaute erneuerbare Heizung hat oder an ein Wärmenetz angeschlossen ist.

Maßgeblich ist immer der Eingang des Antrags: Bis 31.01.2027 bekommst du im Beispiel 12.880 €, ab 01.02.2027 nur noch 11.445 €. Der Weg dorthin: Angebote einholen, einen Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Förderbedingung schließen, die Bestätigung zum Antrag vom Fachbetrieb holen und den Antrag in „Meine KfW“ stellen, bevor die Arbeiten beginnen. Die Schritte im Detail erklärt Wärmepumpe Förderung beantragen.

Welche Heizung passt zu welchem Haus?

Für die meisten Häuser ist die Wärmepumpe die richtige Wahl. Ausnahmen sind Gebäude mit dauerhaft sehr hohen Vorlauftemperaturen, günstige Fernwärme vor der Tür und kaum genutzte Ferienhäuser.

Die Ersparnisse beziehen sich auf unser Beispielhaus mit 140 m², Baujahr 1970 bis 1990, teilweise gedämmt, 18.480 kWh Wärmebedarf und einer Wärmepumpe mit 1.359 € Stromkosten im Jahr:

Was schreibt das Gesetz 2026 bei der Heizungswahl vor?

Seit dem 29.07.2026 lässt das Gebäudemodernisierungsgesetz die Wahl der Heizung weitgehend frei: Die 65-%-Pflicht und die Austauschpflicht für alte Kessel sind entfallen, neue Gas- und Ölheizungen sind wieder erlaubt.

Ganz ohne Regeln geht es aber nicht:

Den ganzen Stand erklärt Heizungsgesetz abgeschafft? Was seit dem GModG gilt.

Wie entwickeln sich die Kosten für Öl und Gas?

Die Kosten für Öl und Gas dürften eher steigen als fallen: Laut der Heizkostenprognose von co2online, Mitherausgeber des Heizspiegels, können sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln, während die Kosten der Wärmepumpe deutlich langsamer steigen.

Kurzfristig treiben der Iran-Krieg und knappe Gasspeicher die Preise: Gas-Neukunden zahlen laut Verivox rund 12 ct je Kilowattstunde statt rund 8 ct Anfang 2026, die Gasspeicher waren am 30.09.2026 nur zu 57,6 % gefüllt, und Heizöl kostet 83 % mehr als vor einem Jahr. Mittelfristig kommen der CO2-Preis dazu, 2026 bei 65 € je Tonne und ab 2028 als Marktpreis im EU-Emissionshandel ETS 2, außerdem steigende Gasnetzentgelte und für neue Anlagen die Bio-Treppe. Schon heute macht der CO2-Preis inklusive Mehrwertsteuer rund 20,7 ct je Liter Heizöl und rund 1,4 ct je Kilowattstunde Gas aus. Wer heute eine Heizung für die nächsten Jahrzehnte wählt, sollte diese Entwicklung einrechnen.

Wie findest du die passende Heizung für dein Haus?

Am schnellsten in zwei Schritten: Rechne mit dem Wärmepumpen-Rechner in einer Minute aus, was eine Wärmepumpe in deinem Haus kostet und spart, und hol dann konkrete Angebote ein.

Über unseren Wärmepumpen-Check kannst du kostenlose Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region vergleichen. Vergleichen lohnt sich: Laut Verbraucherzentrale weichen Angebote für Wärmepumpen um bis zu 250 % voneinander ab. Achte darauf, dass Heizlastberechnung, hydraulischer Abgleich und alle Nebenarbeiten enthalten sind, in einer Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz war der Umbau des Zählerschranks nur in 31 % der Angebote eingepreist. Im ersten Halbjahr 2026 haben sich übrigens so viele Eigentümer für eine Wärmepumpe entschieden wie selten zuvor: Laut Heizungsindustrie (BDH) wurden 194.500 Heizungs-Wärmepumpen verkauft, 40 % mehr als im Vorjahr.

Quellen und weiterführende Links

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Häufige Fragen

Welche Heizung hat 2026 die niedrigsten Betriebskosten?

Die Wärmepumpe: Wärme kostet mit ihr rund 7,4 ct je Kilowattstunde (Jahresarbeitszahl 3,4, Stromtarif 25 ct). Pellets kommen auf rund 10,1 ct, ein neuer Gas-Brennwertkessel auf rund 13,1 ct, Fernwärme im Median auf 17,3 ct, Heizöl auf rund 18,2 ct, Nachtspeicher mit Nachtstrom auf rund 20 ct und Direktheizungen mit Haushaltsstrom auf 37 ct. Der Heizspiegel 2026 bestätigt das mit realen Abrechnungen.

Muss ich meine alte Heizung 2026 austauschen?

Nein. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz vom 29.07.2026 sind die 65-%-Pflicht und die Austauschpflicht für über 30 Jahre alte Öl- und Gaskessel entfallen, funktionierende Heizungen dürfen weiterlaufen und repariert werden. Wer freiwillig früher tauscht, bekommt bei einem Antrag bis 31.01.2027 aber noch 16 % Klimabonus.

Welche Heizungen werden 2026 gefördert?

Wärmepumpen, Pellet- und andere Biomasseheizungen, Solarthermie und der Anschluss an ein Wärmenetz. Alle erhalten 30 % Grundförderung plus bis zu 16 % Klimabonus und bis zu 40 % Einkommensbonus, gedeckelt bei 70 bzw. 80 %. Gas- und Ölheizungen sowie Stromdirektheizungen wie Infrarot werden nicht gefördert.

Wann muss ich die Förderung beantragen?

Vor Beginn des Vorhabens. Der Weg: Angebote einholen, einen Liefer- und Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Förderbedingung abschließen, dann den Antrag bei der KfW stellen und erst danach bauen. Wer ohne Förderbedingung unterschreibt, hat das Vorhaben schon begonnen und verliert den Zuschuss, im Einfamilienhaus schnell 12.880 €.

Für welches Haus ist die Wärmepumpe nicht die beste Wahl?

Für unsanierte Gebäude, die im Winter dauerhaft über 65 °C Vorlauftemperatur brauchen und deren Heizkörper nicht getauscht werden sollen, dort können Pellets oder günstige Fernwärme besser passen. Außerdem für Ferien- und Wochenendhäuser mit sehr wenigen Heiztagen, wo eine einfache Stromdirektheizung genügen kann.

Ist eine Gasheizung 2026 noch eine gute Wahl?

Erlaubt ist sie wieder, wirtschaftlich aber meist nicht die beste Wahl. Eine neue Gasheizung kostet im Schnitt 16.000 € ohne Förderung, muss ab 2029 die Bio-Treppe erfüllen, und Heizen mit Gas kostete laut Heizspiegel 2026 im Einfamilienhaus im Jahr 2025 rund 2.040 € gegenüber 1.260 € mit Wärmepumpe. Mit 40 % Einkommensbonus ist die Wärmepumpe nach Förderung sogar günstiger in der Anschaffung.

Andreas Mali

Gründer & Redaktion WärmepumpenGenie

Andreas Mali ist Gründer von WärmepumpenGenie und recherchiert Förderprogramme, Heizkosten und Technikdaten fortlaufend aus Primärquellen (KfW, BAFA, Verbraucherzentralen, Fraunhofer ISE). Mehr über uns und unsere Methodik

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